„Lieber glücklich als normal“: Eine Ausstellung im Schwulen Museum macht queere Erfahrungen in christlich-fundamentalistischen Kontexten sichtbar (26.06. – 02.11.)

Ausstellung: Lieber glücklich als normal

„Queerness ist der Menschlichkeit inhärent und du kannst für dich entscheiden, das wegzudrücken, aber das macht es nicht weniger real.“
– Pauli, aufgewachsen in einer österreichischen Freikirche

Von unangenehmen Interaktionen bis hin zu Hetzkampagnen und illegalen Konversionsbehandlungen – eine neue Ausstellung des Schwulen Museums in Berlin wirft vom 26. Juni bis zum 2. November 2026 ein Licht auf die Erfahrungen von queeren Menschen in radikal-christlichen Gemeinschaften.

Traditionelle Normen von Heterosexualität und binärem Geschlechterverständnis dominieren nicht nur in fremden Religionen und Kulturen – auch in unserer „abendländischen Leitkultur“ ist Queerfeindlichkeit tief verwurzelt. Besonders stark kommt sie im christlichen Fundamentalismus zu tragen und trifft dort Menschen, die sich mit diesen Normen nicht identifizieren können.

„Die Übergänge zwischen ‚man trifft sich mal auf einen Kaffee und redet ein bisschen über Glauben‘ und ,hey, du solltest auf jeden Fall deine komplette Lebensweise ändern, weil die so sündhaft ist‘, sind so fließend.“
– Amelia, katholisch aufgewachsen

„Lieber glücklich als normal“ verdeutlicht in Interviews mit queeren (Ex-)Crist*innen aus verschiedenen fundamentalistischen Gemeinschaften, was der spirituelle Missbrauch und soziale Ausschluss für die Betroffenen bedeutet.

„Einer der Gründe, weshalb ich nie darüber spreche, ist, weil ich immer noch Angst habe. Ich habe nur gelernt, damit zu leben. Ich hab immer noch Angst, was passieren könnte, wenn ich vielleicht doch nicht Recht habe.“
 – Damijan*, katholisch aufgewachsen

Die Ausstellung zeigt aber auch, dass es möglich ist, dem zerstörerischen Glaubenssystem zu entkommen und sogar Spiritualität und Queerness miteinander zu vereinen.

Tickets kosten 10€ (5€ ermäßigt, 15€ Soli). Jeden Donnerstag um 18 Uhr sowie samstags und sonntags um 16 Uhr finden öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt (Anmeldung nicht nötig).

Weitere Informationen zur Ausstellung „Lieber glücklich als normal“ finden sie hier.

Öffnungszeiten Schwules Museum:

Montag, Mittwoch, Freitag: 12–18 Uhr
Donnerstag: 12–20 Uhr
Samstag: 14–19 Uhr
Sonntag: 14–18 Uhr