„Heilsverbrechen“: Ein Deutschlandfunk-Doku-Podcast zum Fall Rupnik

Gegen Marko Rupnik, den slowenischen Priester bekannt für seine Mosaikkunst, stehen schwere Anschuldigungen von Missbrauch im Raum. Bei den Betroffenen handelt es sich um eine Personengruppe, der im Kontext sexualisierter Gewalt der Kirche selten Beachtung geschenkt wird: Etliche Ordensfrauen berichten von sexualisierter, körperlicher und spiritueller Gewalt.

Im Mai hat Deutschlandfunk nun unter dem treffenden Titel „Heilsverbrechen“ eine sechsteilige Doku-Serie im Podcast-Format zum Thema veröffentlicht. Die Hosts Luisa Meyer und Christpher Weingart, die die Geschichte recherchiert haben, begleiten darin die Betroffenen bei ihrem Kampf um Gerechtigkeit, Anerkennung und Heilung.

Für die Serie wurden Ordensfrauen in Slowenien, Portugal, Frankreich und Rom interviewt. Ihre Geschichten ähneln sich: Rupnik rekrutierte mit charismatischen Predigten Ordensfrauen aus aller Welt, die sich dann seiner slowenischen Loyola-Frauengemeinschaft anschlossen. Dort waren sie ihm anschließend völlig ausgeliefert.

Die Übergriffe begannen laut Betroffenen schon in den 80er Jahren. Spätestens in den 90ern gingen die ersten Missbrauchsmeldungen an die Kirche – und trotzdem beginnt erst jetzt das erste kirchliche Verfahren, um Rupnik zur Verantwortung zu ziehen.

Der Fall ist nur einer in einer langen Reihe von einflussreichen Kirchenmännern, die trotz anhaltender Missbrauchsvorwürfe jahrzehntelang unbehelligt in der Kirche aufsteigen können. Immer und immer wieder zeigt die Kirche sich als eine Institution, der Täterschutz wichtiger ist, als den Betroffenen Gehör und Unterstützung zu gewähren. „Heilverbrechen“ hört da hin, wo die Kirche zu lang weggeschaut hat.

Sie finden die Serie im Feed der Deutschlandfunk-Doku-Serien und überall, wo es Podcasts gibt.

Folge 1: