Am 22. Oktober 2026 feierte die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ihr zehnjähriges Bestehen. Mehr als 150 Gäste kamen zum Jubiläumsempfang in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin zusammen.
Seit 2016 arbeitet die Kommission daran, das Ausmaß, die Art und die Folgen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland sichtbar zu machen. Im Zentrum stehen die Erfahrungen der Betroffenen, die in vertraulichen Anhörungen ihre Geschichten erzählen und damit einen unverzichtbaren Beitrag zur gesellschaftlichen Aufarbeitung leisten.
Den Abend prägte eine Keynote von Prof. Dr. Aleida Assmann. Die Kommisionsmitglieder Matthias Katsch und Prof. Dr. Heiner Keupp blickten in Ihren Reden auf die vergangenen 10 Jahre zurück. Beide scheiden ebenso wie Silke Garleitner zum Jahresende aus der Kommission aus. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Sebastian Krumbiegel.
Unter den Gästen waren zahlreiche langjährige Wegbegleiter*innen sowie Aktivistinnen, die sich teilweise schon seit den 1980er-Jahren für die Sichtbarkeit sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen einsetzen.
Das Jubiläum war Anlass, auf zehn Jahre Aufarbeitung zurückzublicken, aber auch deutlich zu machen, wie viel noch vor uns liegt. Denn Aufarbeitung bedeutet nicht nur, Betroffenen zuzuhören und ihr Leid anzuerkennen. Sie bedeutet auch, institutionelle Verantwortung zu benennen, Strukturen des Wegsehens offenzulegen und Konsequenzen daraus zu ziehen.