Zeit für eine staatliche Untersuchungs- kommission

Die Vereinigung der Oberen der katholischen Ordensgemeinschaften in Deutschland hat am 26. August 2020 das Ergebnis einer Befragung unter seinen Mitgliedsorganisationen bekanntgegeben. Dazu gehören auch die Jesuiten und andere Orden, die Schulen und Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche betreiben. Nach allem was in den letzten 10 Jahren aufgedeckt wurde, konnte das Ergebnis von den Zahlen her nicht überraschen: mindestens 1412 Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kindheit und Jugend durch Ordensgeistliche, Nonnen und Mitarbeitende der Orden sind dort bekannt. Mindestens 654 Ordensangehörige wurden danach als Täter benannt. Dazu kommen noch 58 weitere Mitarbeitende. Bitter ist, wie lange sich die Gemeinschaften Zeit ließen, bis sie diese unvollständigen Zahlen vorlegten. Denn nachgeforscht haben die wenigsten, die meisten haben einfach die Opfermeldungen zusammengetragen.

Die 11-seitige Zusammenstellung der Ergebnisse dieser “Befragung” dokumentieren wir hier:

Ergebnisse der Mitgliederbefragung der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zum Thema „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Ordensangehörige sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und zur Prävention“

Außerdem unsere Reaktion in einer Pressemitteilung:

Die Zeit des Versteckspielens ist vorbei − auch für die
katholischen Ordensgemeinschaften in Deutschland.

Außerdem dokumentieren wir die Erklärung des Vereins der Missbrauchsbetroffenen-Josephinum-Redemptoristen, eines weiteren katholischen Ordens. Mit den Freunden von MoJoRed e.V. arbeiten wir seit längerem zusammen.

Wissen sie, was sie da tun? – Ordensobernkonferenz äußert sich 10 Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals zu Schwerverbrechen von Ordensleuten in ihren Reihen

 

Eckiger Tisch