Erklärung zum 9. Jahrestag am 28. Januar 2019

Seit neun Jahren fordern wir nun schon Aufklärung, Hilfe und Genugtuung vom Jesuitenorden und der katholischen Kirche. Wir fordern

– Aufarbeitung der Ursachen,

– Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen, und schließlich

– eine angemessene finanzielle Entschädigung für das im Raum der Kirche durch Priester erlittene Unrecht und die anschließende Vertuschung durch die Institution.

Auch für die bis heute andauernde quälend langsame Auseinandersetzung mit den Vertretern der Kirche ist eigentlich eine Entschädigung fällig. Nicht wenige Menschen sind durch das Verhalten der Kirchenvertreter und ihre Abwehr von Verantwortung erneut verletzt worden.

Seit der Vorstellung der MHG-Studie im letzten Herbst ist eine unabhängige Aufarbeitung wahrscheinlicher geworden. Umso wichtiger wäre es, ein wirkliches Opfergenesungswerk für die Menschen ins Leben zu rufen, die unter den Folgen des in der katholischen Kirche erlittenen sexuellen Gewalt leiden und auch in Zukunft noch auf Hilfe angewiesen sein werden. Diese Verantwortung darf nicht einfach auf die staatliche Gemeinschaft abgewälzt werden.

Nachdem auch die Deutsche Bischofskonferenz anerkannt hat, dass wir es nicht mit einer Vielzahl von Einzelfällen, sondern einem Systemversagen zu tun haben, steht auch der Jesuitenorden nun in der Verantwortung, daraus die Konsequenzen zu ziehen.

Wir fordern auch weiterhin eine angemessene finanzielle Entschädigung. Gespräche mit den Betroffenen über Höhe und Modalitäten sollten umgehend beginnen und von staatlicher Seite moderiert werden.

 

Eckiger Tisch