Veranstaltungshinweis: Buchlesung und Diskussion am 23. Januar, in Bad Godesberg

Fünf Jahre nach Ausbruch des Skandals. Erstmals treten der AKO-Rektor und der Betroffenensprecher gemeinsam öffentlich auf.

unheiliger bergDer Mann ist über 60. Gutsituiert. Mit Familie. Und doch kann er nicht anders, als sich endlich seinen Gespenstern zu stellen. „Immer wieder will mich der große schwarze Pater in seinem Zimmer haben. Es liegt irgendwo am Ende eines Flures im Aloisiuskolleg (AKO)“, schreibt der Mann im 2014 erschienenen Sammelband „Unheiliger Berg“. Wenn der Mann daraus liest, bricht ihm die Stimme. Jetzt also, Jahrzehnte später, legt er den Missbrauch endlich offen. „Und jetzt hat meine Frau erkennen müssen, warum die ganze Familie so unter mir hat leiden müssen.“

Der Mann ist einer der 13 Betroffenen, die sich im Buch erstmals an die Öffentlichkeit wenden. Der bundesweite Missbrauchsskandal hat auch das AKO Anfang 2010 in eine tiefe Krise gerissen. Es wurde für sechs Jahrzehnte strafrechtlich relevanter Machtmissbrauch nachgewiesen. Das Buch spiegelt erstmals, wo genau die Aufklärung steht. Und das vor dem Hintergrund der Debatte um pornographische Kinderfotos im Fall Sebastian Edathy. Denn auch am AKO wurden von einem Ex-Schulleiter kistenweise Posing-Fotos von kleinen Schülern geschossen.
Wir wollen fragen:

Gibt es endlich einen Dialog zwischen Kolleg und Betroffenen, genau fünf Jahre danach?
Woran leiden die Betroffenen noch immer?
Welche Konsequenzen wurden am AKO gezogen?
Mit der Herausgeberin Ebba Hagenberg-Miliu und dem Publikum diskutieren als Mitautoren:
Heiko Schnitzler, Sprecher Betroffenengruppe Eckiger Tisch Bonn
Pater Johannes Siebner, Rektor des Aloisiuskollegs seit 2011

Auch weitere Mitautoren bzw. Betroffene stellen sich den Fragen.

Mehr Infos auch auf der Webseite zum Buch: http://unheiliger-berg.jimdo.com/
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Ort: Parkbuchhandlung Bonn-Bad Godesberg, Koblenzer Straße 57
Termin: Freitag 23.01.2015, 19.30
Unkostenbeitrag: 5€

Reservierung: 0228 352191
Ebba Hagenberg-Miliu (Hrsg.), Unheiliger Berg. Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Kohlhammer Verlag 2014.

Eckiger Tisch

24 comments

Zwei themenrelevante Artikel in
Der Spiegel 5/2015
Hier die Schlagzeilen:

(1)

Leitartikel
Papst Franziskus redet viel, aber bewegt wenig

Der Mann der vielen Worte

Papst Franziskus amüsiert die Welt
Aber hilft das seiner von Krisen geschüttelten Kirche?

(2)

Religion: Katholiken und Protestanten
haben die Missbrauchsskandale nur halbherzig aufgearbeitet

Täter hinter den Tätern

Religion

Kirchen und Bundesregierung wollen schärfer gegen
sexuellen Missbrauch vorgehen

Doch immer wieder klagen Opfer, dass Bischöfe sich
mehr um den Ruf der Kirche sorgen als um sie

Missbrauchsfälle am Kolleg

Ako-Rektor diskutiert mit Betroffenen über die Aufarbeitung

“……… Es brodelt in ihm. Mit versteinerter Miene sitzt Gernot Lucas (76) in der Godesberger Parkbuchhandlung im Publikum. Der weißhaarige Kölner sieht mit Vollbart und Pferdeschwanz nicht wie der emeritierte Architekturprofessor aus, der er ist……….”

……….
“Das bin ich”, sagt Gernot Lucas vernehmlich in die Runde. Später, als Ako-Rektor Pater Johannes Siebner spricht, knurrt er: “Der quatscht nur drum herum.”

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bad-godesberg/Ako-Rektor-diskutiert-mit-Betroffenen-ueber-die-Aufarbeitung-article1546588.html#plx553128714

Angelika Oetken

So wie Pater Ludger Stüper SJ, der Chefmissbraucher am Aloisiuskolleg nicht “nur” fotografiert hat, sondern die Fotos Teil seiner systematischen Übergriffigkeit waren, steckt auch hinter dem Fall des Sebastian Edathy mehr
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schwere-kinderpornographie-vorwuerfe-gegen-sebastian-edathy-13383642.html

Das zeigt wieder einmal, wie ernst man alle Anzeichen nehmen sollte und dass gesunde Skepsis fahrlässiges Vertrauen ersetzen muss, wenn wir Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung schützen wollen.

Angelika Oetken

@Unterwegs,

der Fall des Sebastian von Portugal ist absolut bezeichnend und es Wert aufgearbeitet und öffentlich gemacht zu werden.

Genauso aber wie die systematische Missbrauchskriminalität, die am Aloisuskolleg betrieben wurde.

Sie haben bereits so viel zu Sebastian, Concalves da Camara und Inigo von Loyola gesammelt. Warum stellen Sie die Problematik nicht einfach in einem Artikel zusammen. Sie werden bestimmt jemanden finden, der das veröffentlicht.

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Hallo,

in diesem Blogbeitrag geht es um die Veranstaltung in Bad Godesberg. Beiträge ohne Bezug dazu werden gelöscht.
Nachfragen, Beschwerden und Beschimpfungen bitte direkt an mich per Mail: Thomas@viertelnachvier.de

Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Thomas Weiner

http://www.eckiger-tisch.de/2015/01/20/veranstaltungshinweis-buchlesung-und-diskussion-am-23-januar-in-bad-godesberg/comment-page-1/#comment-7927

@ Frau Oetken,

es gibt Grenzen der Heuchelei, auch für Sie:

Sie firmieren offen unter der email Adresse info@ergo-oetken.de im Netz und laden offen zu Schreiben an Sie ein.

Aus dem Grund, dass beim ET eine Zensur stattfindet, hatte ich Sie heute angeschrieben, und Ihnen u.a. folgendes per email mitgeteilt:

Zitat:

„In einem der vom ET gestrichenen Texte hatte ich mich damit beschäftigt, dass Goncalves, der ein früher Jesuit war, von Ignatius von Loyola selbst nach Portugal geschickt wurde. Ich hatte gefragt, warum die historisch gebildeten heutigen Jesuiten nichts, aber auch gar nichts unternehmen, um den Fall „Goncalves da Camara“ nach Jahrhunderten noch aufzuklären.“

Die Literatur dazu, Frau Oetken, ist Ihnen aus vielen anderen Beiträgen, die ich geschrieben habe, auch schon bekannt:

König Sebastian I., der von 1568 bis 1578 der 16. König von Portugal war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_%28Portugal%29

In der englischen Version zu Sebastian of Portugal

http://en.wikipedia.org/wiki/Sebastian_of_Portugal

Ganz am Ende des englischen wikipedia Artikels findet
man unter „ References“ den Text des amerikanischen Historikers Harodl B. Johnson:

A pedopophile in the Palace: The Sexual Abuse of King Sebastian of Portugal (1554 – 1578) and Its Consequences

Dazu hatte ich die Frage gestellt:

Warum nimmt der Jesuitenorden zu diesem Text keine Stellung?
Meine schlichte Vermutung dazu ist:

„Der Mann, den Harold B. Johnson als den Kinderschänder des neunjährigen Jungen beschreibt ist, ist der „Beichtvater“ des Königssohn. Aufgrund dieser wichtigen Position bei Hofe wurde dieser
Beichtvater aus dem Kreis aller Jesuiten persönlich von Ignatius von Loyola ausgewählt.

Ignatius von Loyola selbst traf die katastrophale Fehlentscheidung, den Jesuiten Luis Goncalves da Camara als Lehrer und gleichzeitig als Beichtvater des Kindes Sebastian an den portugiesischen Königshof zu schicken.“

Warum verschwindet ein solcher Leserbeitrag beim ET?

Das ist doch hochgradig themenrelevant:

Ist der „Bericht des Pilgers“ historisch nicht haltbar, bricht ein wesentlicher Pfeiler der Jesuitenideologie zusammen.

Zu Ihrem Text oben:

„Es ist beruhigend von Ihnen zu erfahren, dass Sie sich in diesem Forum unter Ihrem Echtnamen angemeldet haben.“

Ich habe mich auf jedem Forum, auf dem ich bisher geschrieben habe, unter meinem Klarnamen angemeldet. Und das wissen Sie doch, Frau Oetken.

Zu:
„Was hält Sie davon ab, auch ihre Kommentare namentlich zu unterzeichnen?“

Die Gründe hatte ich Ihnen mitgeteilt. Iher öffentliche Frage ist daher Heuchelei.

Obwohl Sie bereits durch ein persönliches email von mir an Sie wußten, Frau Oetken, dass es mir um den Fall Sebastian von Portugal ging,
verzapfen Sie danach einen Text zur angeblichen Berechtigung der Zensur bei ET?

Dazu sage ich: Aus die Maus.

Angelika Oetken

http://unheiliger-berg.jimdo.com/aktuell/

Bin schon gespannt auf den Beitrag im WDR!

“Die Parkbuchhandlung schrieb auf facebook
Großer Andrang von Presse und Publikum in der Parkbuchhandlung. Trotz des schwierigen Themas Mißbrauch gab es eine differenzierte und vielseitge Diskussion. Vielen Dank an alle Beteiligten, insbesondere an die Initiatorin und Moderatorin Frau Hagenberg-Miliu. Die Aufnahmen des WDR sind voraussichtlich am Mittwoch Abend zu sehen.
https://www.facebook.com/parkbuchhandlung

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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