Ursula Raue beendet Tätigkeit als Missbrauchsbeauftragte

Mit einem kurzen Schreiben an Betroffene hat die bisherige Missbrauchsbeauftragte Ursula Raue nach sieben Jahren ihre Arbeit beendet.

Thema des Briefes ist vor allem die Frage, was mit den bei Ihr lagernden Unterlagen insbesondere Briefen von Betroffenen geschehen soll.
Alternativ schlägt sie die Übergabe an eine bzw. einen ihrer beiden Nachfolger vor oder die weitere Verwahrung bei ihr. Sie verweist dabei auf das Berufsrecht der Rechtsanwälte mit seinen Aufbewahrungsfristen für Mandantenunterlagen von 10 Jahren.

Hierbei wird ein generelles Problem bei dem Konstrukt “Missbrauchsbeauftragte/r” erneut deutlich: Wer ist ihr Mandant? Die oder der Betroffene sexueller Gewalt in einer Einrichtung oder doch vielmehr die Einrichtung, die beauftragt und bezahlt? Wie der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung in seinem Bilanzbericht forderte, muss die Frage des Umgangs mit den Briefen, Zeugnissen und Unterlagen von Betroffenen, die sich nach 2010 zu tausenden an die verschiedenen Anlaufstellen des Bundes und der Institutionen gewandt haben, endlich gesetzlich geregelt werden. Eine Regelung könnte in Anlehung an das Archivrecht des Bundes bzw. nach dem Vorbild des Umgangs mit den Stasiunterlagen erfolgen, wobei für die Übergabe etwa an das Bundesarchiv die EInwilligung der Betroffenen einzuholen wäre.

Die Schaffung einer klaren Lösung ist jedenfalls dringend notwendig, denn fünf Jahre sind seitdem bereits vergangen. Es drohen sonst wichtigen Belege für eine nachhaltige Aufarbeitung und Forschung zur sexuellen Gewalt in in der Zukunft verloren zu gehen.

Eine generelle Auseinandersetzung mit der Arbeit von U. Raue findet sich im Bonner Generalanzeiger

Der ECKIGE TISCH hatte 2010 und 2011 deutliche Kritik an Ihrer Arbeit geübt. Der Jesuitenorden hielt dessen ungeachtet an seiner Beauftragten fest.

Eckiger Tisch

14 comments

Angelika Oetken

@XYZ,

um Missverständnissen vorzubeugen: ich habe nicht vor, darauf zu warten, dass irgendwelche Kleriker zu besseren Menschen als andere werden.

Aus meiner Sicht umgibt die gar nichts Besonderes. Sie sind letztlich genauso wie alle anderen. Das mit der “Aura” und dem “Besonderen” sind alles Projektionen, die sie in anderen erzeugen.

“Spökenkiekerei” hätte meine Oma das genannt ;-)

Ich möchte dazu beitragen, dass systematische Missbrauchskriminalität aufgeklärt, gesühnt und geahndet wird.

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

liebe frau oetken..sie warten auf den polnischen kardinal? der bleibt im vati kan. stichwort fürsorge. was denken sie, wie es mit einem laientheologen aussähe? stichwort keine fürsorge.,geweiht ist nun mal geweiht,sie werden es sicher bald begreifen..eine unsichtbare aura umgibt sie und macht sie unantastbarer als siegfried.je sektenhafter, desto empfänglicher, da können sie jetzt schon mal ihr wissen erweitern..der wunsch, zu den guten zu gehören, ist bei sektenmentalität enorm. dann auf einmal das wissen, ich gehöre ja zu den guten..das ist da auch enorm. und den rest kennen sie..je mehr sich jemand abschottet, desto einfacher…geschieht drangsal. im heiligen zorn, oder mißbrauch, oder..pädagogische unterweisung.wenn sie lange genug die kritiker von sich fernhalten, atmen sie bald die reine luft des ich bin was besseres, ich darf alles.

Angelika Oetken

“Nä, Frau Oetken. Wenn Sie die Unterschiede zwischen den Kirchen und “Sekten” herausfinden wollen, müssen Sie viel lesen. ”

@XYZ,

ich komme gern bei Gelegenheit in dieser Frage auf Sie zu. Wenn ich darf.

Die Unterscheidung könnte wichtig sein, wenn es um die Frage geht, welche christlichen Sekten bzw. christlichen Gruppierungen besonders empfänglich für organisiert-ritualisierten Kindesmissbrauch sind.

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Nä, Frau Oetken. Wenn Sie die Unterschiede zwischen den Kirchen und “Sekten” herausfinden wollen, müssen Sie viel lesen. Die Moral ist ein Kapitel. Da frage ich dann aber immer, ob die Moral der aufgeklärten Welt die bessere ist..ich interessiere mich für die enormen theologischen Unterschiede, die Verhalten zur Folge haben. Ein Gottgeweihter, Stellvertreter Gottes läßt sich von niemandem etwas sagen, nur von Gott.Oder vom Papst. Der Ordensobere kann ihn bedrängen, mehr nicht.. Mit Gott hat er nen Pakt geschlossen.Tebartz hat gezeigt, was Sache ist. Sie werden im Januar 5 jährige Gedenkstunde abhalten können und in der RKK kaum noch jemanden finden, der weiß, worum es geht.Frau Käßmann kann zurücktreten, ein geweihtes Pfäfflein nicht..da geht eine Riesenleier los, bei so einem Pfäfflein.

Angelika Oetken

sie müssen die katholen rauslassen, wenn sie von kirchen reden, weil die anderen kirchen zugänglich sind

@XYZ,

“die anderen Kirchen”- wer? “zugänglich”: wofür?

Die EKD können Sie bestimmt nicht meinen. Die haben im Grunde die gleiche Struktur und Einstellung. Mit dem Unterschied, dass auch Frauen spirituelle und Führungsämter inne haben.

Was die Un-Echtheit des öffentlich geäußerten Verantwortungsgefühls angeht: identisch. Die Haltung der Evangelen zu “Sex” ist sogar teilweise noch prutteliger als die von vielen RKK-Angehörigen. Calvinistischer Einfluss.

http://www.missbrauch-in-ahrensburg.de/

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Angelika Oetken

verbinden mit kirche tut sie der mißbrauch, wie mich.

@XYZ,

nicht direkt. Ich bin kein Kirchenopfer. Sondern Betroffene von Missbrauch im familiären Umfeld.

Mit einigen von Klerikern sexuell ausgebeuteten Betroffenen verbindet mich das gemeinsame Engagement im Themenfeld.

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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