Was die Betroffenen sexuellen Missbrauchs jetzt von der Kirche in Deutschland erwarten…

Aufarbeitung, Hilfe, Genugtuung – auch vier Jahre nachdem wir begonnen haben, über den erlittenen sexuellen Missbrauch in unserer Kindheit zu sprechen, sind diese Forderungen aus dem Frühjahr 2010 noch aktuell. Der Reflex der Selbst- und Ruferhaltung der Kirche ist unverändert und blockiert eine wirksame, d.h. für alle (auch die Institution und die Gläubigen) hilfreiche Aufarbeitung.

Konkret fordern wir von den Bischöfen und Ordensoberen in Deutschland, endlich aktiv auf die Betroffenen sexuellen Missbrauchs  in ihrem Verantwortungsbereich zuzugehen und die Gesprächsblockade, die faktisch seit 2010 herrscht, zu beenden. Ängstliches Schweigen einerseits und Wut auf der anderen Seite bringen uns nicht weiter.

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Eckiger Tisch

50 comments

Nein, Angelika, wenn die da rein gehen, sind die bereits n icht in Ordnung.Dass Priester dem System die Schuld geben an ihren Macken, ist weit verbreitet..Ich könnte ein Buch schreiben über Berufungsgeschichten. An erster Stelle ist Berufung die Angst vor Beziehungen. An 2. Stelle sucht man sich ein Ordensleben aus, wenn man viel Auswahl zum Ausweichen haben muss. Das Streben nach dem Höheren und der MIssionseifer. Wer zum Schweigen gebracht werden soll, wird Bischof.All die herrlichen ewig gültigen Sakramente dienen der Kontrolle und Machtausübung. Kirchengeschichte zeigt, wie so manches entstanden ist aus dem Grund. Jeder noch so verkommene Priester kann gültige Sakramente spenden.Aber geschieden und wiederverheiratet darf sie nicht empfangen wegen der Entweihung.Größenwahn ist das. Auf einmal sind die Worte wichtig..das ist im Mittelalter entstanden. Ihre Ironie erkennt man, wenn man Sie kennt, Madamm Oetken.Es gibt keine Kirche und keine Glaubensgemeinschaft in der soviel unterwandert wird wie in der katholischen. Man bleibt und unterwandert. Alles hintenrum.Und hinternrum ist auch die sogenannte Bewältigung des kirchlichen Mißbrauchs. Und der neue vielgelobte Papst ändert genau das, was er ändern muss. Mehr nicht. Die Frauen bleiben auf der Strecke. Auch wenn Frauen oder überhaupt Laien in hohe Ämter kommen, haben sie immer einen Geweihten vor der Nase. Es gibt Gesalbte und es gibt Angesachmierte.Bis ins Schlafzimmer hinein macht auch dieser Papst Vorschriften. Und zwar unter der Gürtellinie. Amen.

Angelika Oetken

@XYZ,

die Taktik: wird laufend angepasst. Mein Beitrag oben über Herrn Ackermann war z.B. ironisch angelegt. Das ist auch ein Teil einer Taktik. Ironie ist sozusagen gehauchte Pöbelei ;-)

Zeit und Energie verpulvert nur, wer davon ausgeht, dass innerhalb des Führungskaders der RKK irgendjemand irgendwann zu einer veränderten moralischen Einstellung kommt. Das wird nicht geschehen. Denn um dort zu landen, braucht man eine ganz bestimmte Mentalität. Und die Orientierung an den üblichen moralischen Normen wäre da ein Karrierehindernis. Nicht umsonst gibt es für den Priesternachwuchs ein wichtiges Ausbildungsziel, nämlich die ontologische Umdeutung. Oder einfach ausgedrückt: was wir beide in moralischer Hinsicht richtig fänden, würde ein Priester u. U. als falsch einschätzen. Nach seiner Schulung wohl gemerkt.

Wie sagte vor einiger Zeit ein recht lebenserfahrener Priester zu mir: “wenn die da reingehen, sind die noch ganz in Ordnung”. Er meinte natürlich die Priesteranwärter und ihr Seminar.

Und meiner Ansicht nach erfordert das sachliche, aber harte Verhandlungen.

Im Volksmund: “keine Gefangenen”.

Wir werden sehen.

MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Wenn Sie die Hintergründe verstehen, werden Sie sich vielleicht eine andere Taktik aussuchen. Im Januar feiern wir 5 Jähriges. Fünf Jahre Hinhalterei, nichts Kapieren, sich fotografieren und filmen lassen bei Buchübergabe, Sitzungen und Katholikentagen.Beim Bücherschreiben über Opfer, Selbstmitleid, und wie gerne man doch..wenn man nur..aber es geht leider nicht und nun laßt uns ein neues Ablenkungsmanöver starten. Gnädig öffentlich mit den Opfern reden, die ihre ganze Zeit und Energie verpulvern…von dem Selbstwertgefühl welches Priester haben, kann eine ganze Kompanie leben.Von der Dummheit auch.

Angelika Oetken

@XYZ,

was die Mentalitäten von Kirchenfürsten und ihren Getreuen angeht, muss und will ich gar nichts verstehen.

Mit Glaubensdingen habe ich sowieso nicht viel im Sinn.

Aber ich habe was dagegen, wenn man Kriminelle gewähren lässt. Besonders Kindesmissbraucher. Aber auch Wirtschaftskriminelle.

Beides in dieser Organisation reichlich vertreten. Und offenbar häufig auch in Personalunion.

MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Liebe Angelika Oetken, einzelne Bischöfe abzustellen und zusätzlich im Laienbereich einzelne zu verdonnern, sich mit dem Thema zu befassen, ist d i e Methode, das Ganze auflaufen zu lassen. Das fromme Volk bedauert und die Opfer sind die Täter, die e n d l i c h Ruhe geben sollen. Trick 17.Was die erwachsene Selbständigkeit der Bischöfe angeht, da wäre ich mir nicht so sicher.Es werden die gewählt, die sich als linientreu und untertänig erwiesen haben. So war es bisher. Der neue Papst will sich mit den meisten Katholiken nicht streiten und wählt rechts und links und spricht rechts und links heilig. Eh dass in den Bischöflichen Konferenzen mal Selbstdenkende Herren an die Macht kommen,wird eine Menge Wasser den Rhein und den Tiber und so weiter hinunterfließen müssen.Werfen Sie einen Blick in die Kirchengeschichte: therapieresistenter als katholische Kirche ist nichts. Aus dem Grund hat sie sich 2000 Jahre gehalten. Ellenbogen, Vitamin B und Unterwürfigkeit. Werfen Sie einen Blick in die Liste derer, denen das Amt oder die Lehrbefugnis entzogen wurde, dann verstehen Sie.

Angelika Oetken

@XYZ,

mich stört das nicht. Aber ich frage mich, ob das den Herrn Ackermann nicht wurmt. Dass ihn seine Kollegen nicht nur den schwarzen Peter zugeheimst haben, die sich im Laufe der Zeit als wahre “A-Karte” herausstellte, sondern ihn jetzt quasi der Lächerlichkeit preisgeben.
Ansonsten ist Stefan Ackermann ein längst erwachsener Mann. Der seine Lebensentscheidungen auch selbst verantworten muss. Niemand zwingt ihn, das Ganze mitzutragen.

Grundsätzlich ist mir die RKK vollkommen egal. Was aber nicht heißt, dass ich mich damit einverstanden erkläre, dass der Führungskader dieser Organisation die Allgemeinheit und vor allem seine Opfer für die eigenen vorsätzlichen Unterlassungen bezahlen lässt.

MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

Da haben Sie ein Problem angesprochen, das mich auch stört. Einer wird abgestellt und der Rest der Hoheiten widmet sich interessanteren Dingen.Ist in den Orden ebenso. In der Kirche gibt es dermaßen viel zu berichtigen und abzuschaffen, das wird Äonen dauern.Man ist Weltkirche mit ausserordentlich viel Ablenkung.Was allerdings auf Radio Vatikan Nachrichten zu lesen ist von Ackermann, dass die Täter auch Menschen sind(aha, wenn es ihnen an den Kragen geht, vorher waren sie Monster), das riecht schon wieder nach Zurückfahren. Was im Radio Varikan Blog öfters zu lesen ist, nach Aussichtslosigkeit. Viereinhalb Jahre sind es, nicht vier.

Angelika Oetken

Die Vorschläge sind hervorragend.

Und ich finde, Herr Ackermann, der derzeitige Missbrauchsbeauftragte der DBK hat Verstärkung verdient.

Es ist doch eigentlich sehr unfair von seinen Kollegen (63 an der Zahl?) ihn ein solch brisantes, komplexes und belastendes Amt allein ausführen zu lassen. Wo er doch sowieso eigentlich als Bischof eines nicht unbedeutenden Bistums genug um die Ohren hat.

Abgesehen davon gibt es innerhalb des Verantwortungsbereiches der Römisch-Katholischen Kirche mehrere Haupttatorte: Heime, Gemeinden, Schulen und Internate. Das kann doch nicht eine Person allein stemmen.

Man stelle sich nur einmal vor, die Medien berichten demnächst mal über einen höheren Kirchenfunktionär, der selbst Täter ist. Und womöglich noch eine besonders üble Art von Kindesmissbrauch verübt hat.

Nicht auszudenken. Da steht dann der Herr Ackermann wieder allein vor der Kamera und muss sich den unangenehmen Fragen der Journalisten und dem Zorn der Öffentlichkeit stellen.

Oder springen ihm dann Kollegen bei? Wer würde das tun? Der Herr Voderholzer zum Beispiel fällt ja aus. Der ist ja fortan viel auf Reisen. Nach Rom. Probleme lösen in der Glaubenskongregation. Oder wer von denen kennt sich in der Thematik gut aus? Herr Marx ist ja neulich befördert worden. Der kommt wohl nicht mehr in Frage.

VG aus Berlin-Köpenick sendet
Angelika Oetken

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