Was ist Aufarbeitung?

Beim Hearing „Unabhängige Aufarbeitung – Verantwortung von Politik und Gesellschaft“ am 30. April in Berlin diskutierten Betroffene sowie weitere Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft über die Notwendigkeit einer unabhängigen Aufarbeitung und über mögliche Instrumente für deren Umsetzung. Dabei wurde die Notwendigkeit einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des vielfachen sexuellen Missbrauchs in Institutionen und Familien deutlich.

In einem Beitrag versucht der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die diese Veranstaltung entwickelt hat,   zu klären, was Aufarbeitung sei.

Hier der Text zum Download:  130513_Denkfigur_und_Text:

Der Text von Matthias Katsch steht auf der Webseite des UBSKM ebenso zum Download bereit , wie die Beiträge des irischen Richters Sean Ryan und des Erziehungswissenschaftlers Micha Brumlik sowie das Grusswort des Bundespräsidenten.

http://beauftragter-missbrauch.de/course/view.php?id=182

 

 

Eckiger Tisch

1 comment

Angelika Oetken

Ja, was ist Aufarbeitung? Wurde auf dem Hearing sehr schön dargestellt.

Die Frage, was eine Institution von Aufarbeitung hat, wurde aber noch nicht hinreichend geklärt. Ist aber wichtig. Ohne intrinsische Motivation ist so eine Sache nicht zu stemmen. Dafür kostet sie zu viel Ressourcen. Und jeder Beteiligte muss auch ganz private Ängste, Trigger und Erfahrungen aufarbeiten.

Letztlich sollten die für die RKK Verantwortlichen den Opfer doch dankbar sein, dass die auf einen krassen, ihre Institution und deren guten Ruf gefährdenden Zustand hingewiesen haben.

Es sollten also keine Gottesdienste statt finden, in denen um Vergebung gebeten wird. Sondern Messen, in denen den Opfern gedankt wird.

Das Gegenteil ist der Fall.

Ich frage mich, woran das liegen könnte.

Meine Ideen:

– die RKK hat schlechte Berater
– der RKK-Führungskader hat gar keine Berater
– die Führungskräfte sind selbst in die Begleit- und Beschaffungskriminalität verwickelt
– sie gehen davon aus, dass sie für die Taten bzw. für die Bearbeitung der Folgen der Verbrechen keine Verantwortung tragen
– sie haben schon resigniert, meinen dass da eh nichts zu machen ist
– sie haben Deutschland aufgegeben und seilen sich mit ihren Getreuen nach Rom ab
– sie sind nicht bereit, auf die Vorteile, die sich aus der Missbrauchskriminalität für sie ergeben zu verzichten
– sie leben in einer Traumwelt
– sie hoffen, dass sie die Sache aussitzen können
– sie sind selbst leugnende Opfer und wehren das Thema ab, weil sie sich davon bedroht fühlen

Mehr fällt mir auf die Schnelle dazu nicht ein.

VG
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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