“… ein Kunst- und Hobbyfotograf”

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Ja, Frau Raue hat auch schon einmal gesagt, dass sie heute anders handeln würde.. Jedenfalls ist damals, 2007, nichts kontrolliert worden. Jedenfalls handelt es sich aber nicht um Zufallsfunde aus uralten Zeiten, wenn die Fotos schon 2007 einmal Thema waren..

Aber im oben verlinkten Interview stand doch auch:

“Nach dem Tod eines Paters im Sommer hätten sich in dessen Nachlass immer noch Fotos befunden.”

Leider ist in solchen Fällen davon auszugehen, daß immer mal wieder irgendwo Fotos auftauchen. Man müßte auch mal abklären wo die Negative geblieben sind.

Die Besitzstrafbarkeit von Posingfotos finde ich trotzdem hochproblematisch, eben aufgrund dieser Nachlass- und Zufallsfunde.

Aber davon mal abgesehen, gibt es denn eine Stellungnahme von Frau Raue, welche Art von Bildern sie aussortiert hat ? Weshalb wurde überhaupt aussortiert und nicht alles vernichtet oder gar nichts ?

So erweckt es zumindest auf mich den Anschein, man hat hier klar strafbares Material aussortiert, um die Bildersammlung dann jur. sauber zu halten. Von der dann folgenden erneuten Verschärfung des §184ers hat man dann evt. nichts (mehr) mitbekommen.

In diesem Fall hat aber kein Enkel die Bilder auf dem Dachboden gefunden, sondern ein bereits vorher wegen Mittäterschaft angezeigter und aus diesem Grund zurrückgetretener Schuleiter hat diese Bilder vom Kollegsgelände entfernt und privat untergebracht. Der Staatsanwaltschaft muss jetzt klären aus welcher Motivation und unter wessen Verantwortung und ob hier Strafvereitelung und Vertuschung vorliegt. Man kann davon ausgehen, dass die schlimmsten Bilder längst von der Hauptsammlung getrennt und eventuel vernichted sind, nachdem sie ja schon in der Verantwortung Raues 2007 einmal durchsiebt worden waren und jetzt wohl durch Schneider noch einmal.

Diese Posinglücke ist ja erst vor 2 Jahren vom Gesetzgeber geschlossen worden. Ich sehe das Verbot sehr zwiespältig.

Sicher, im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen und im Kontext kann man sich denken, daß hier vermutlich keine künstlerische Absicht dahinter stand.
Wenn jemand zu irgendetwas genötigt oder gezwungen wurde, dann ist dies ohnehin zu verurteilen, dies war aber immer schon strafbar.

Wenn jetzt allerdings jemand diese Bilder findet, z.B. auf dem Dachboden des verstorbenen Großvaters, der sich dann gleich als “Kinderpornobesitzer” strafbar macht, dann geht mir sowas einfach zu weit. Er kennt ja auch die Hintergründe gar nicht.

Die Abgrenzung zwischen legalem Nacktbild und Posing ist ja außerordentlich schwer und lässt auch sehr viel Interpretationsspielraum.
Jeder Staatsanwalt, Richter, Polizist und Gutachter beurteilt dies anders.

@Georg Bohn

-Miguel Abrantes, „Sacro Pop“ ist als Zeitdokument in
die Präsensbibliothek des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend
aufgenommen worden. Es soll der Ministerin sowie der dort angesiedelten
unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs
direkt vorgelegt werden.

-Ursula Raue hat selbst gesagt dass sie es heute wohl anders machen würde und es eine neue und auswärtige Kraft braucht um am AKO aufzuklären..

-der Provinzial hat, siehe oben, Willi Kramer, dem eckigen Tisch auf Anfrage den schlampigen Umgang mit den Schmuddelbildern verschwiegen. Wäre das bei echter Kunst nötig gewesen? Und ist Verschweigen nicht nur eine andere Form des Lügens?

Wir verstehen jetzt, warum zum Zweiten Eckigen Tisch am 18. Sept. 2010 kein Jesuitenvertreter des AKO gekommen war: Das Thema “Bilder” war zu befürchten.
Am 18.9. warf ein AKO-Überlebender/-Opfer den vor uns sitzenden Jesuiten vor, dass das Bilder-Beweismaterial auf Rat von Frau Raue 2007 vernichtet worden sei. Wie fühlt man sich da, Herr Provinzial, wenn man es seit 5 Wochen anders weiß und trotzdem schweigt? Warum informierten Sie nicht über den neuen Sachverhalt?

Eine grosse Tradition:

2004-Abrantesbuch, verhöhnt und lächerlich gemacht.
2007-Raue untersucht ersten Fall von Kindesmissbrauch, vertuscht.
2010-Man entfernt Beweismaterial und nennt die Schmuddelbilder Kunst.

6 Jahre Aufklärung und Aufarbeitung am AKO:

-Lächerlichmachen, Vertuschen und Verharmlosen!

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