Diskussionsbeitrag: “Symbolische Genugtuung”

Laut Berliner Zeitung hat der Rektor des Canisius-Kollegs Pater Klaus Mertes am Wochenende davon gesprochen, er sei für eine “symbolischen Genugtuung”, “wie bei den NS-Zwangsarbeitern” – übersetzt heißt das wohl: erschreckend wenig Geld aber viel Symbolik.

In seinem Diskussionsbeitrag macht sich Rudolf Jekel Gedanken über Genugtuung, Sühne und Geld und berechnet, wie viel jeder Jesuit im Monat spenden müsste, um den Missbrauchsopfern in Deutschland, eine Zahlung auf diesem Niveau zu leisten.

Hier der Beitrag: Wie viel Buße darf’s denn sein?

Eckiger Tisch

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Zumindest den Missbrauchsopfern des Aloisiuskollegs gegenüber sollte der Papst persönlich seine Betroffenheit mitteilen. Immerhin ist er jahrelang dort zur gleichen Zeit verkehrt während zwei leitende Jesuitenpater die zu den schlimmsten Missbrauchern der Jesuitengeschichte zählen dort ihr Unwesen trieben. Beide liegen auf dem Grusel-Friedhof des Aloisiuskollegs gemeinsam mit Pater Stüper begraben. Nochmals, hier hat der Papst mehr als Anlass sich zu äussern!

(Michael, wir haben am 10. April 1959 zusammen in St. Blasien angefangen, gerade 10 Jahre alt geworden. Uns gegenüber standen die Psychopathen Dratzel S.J., Gleißner S.J., der Päderast Eberl S.J. und andere. Mehr kann ich hier nicht schreiben.)

Der Orden lenkt mit seiner Verzichtsstory ab. Er ist eine reiche Körperschaft. Kolleg St. Blasien hat großen Waldbesitz. St. Michael in München ist ein kleines Stadtviertel. Keine der Schulen muss Not leiden, keiner der heutigen Schüler für Vergangenes mitbüßen, kein heutiger Jesuit auf sein Gehalt oder was auch immer verzichten. Wenn der Orden sich seiner Verantwortung wirklich stellen will, muß er bereit sein, dieses Vermögen, auch wenn es in Gesellschaften gebunden ist, einzubringen.

Willi Kramer
(alles Gute, Michael)

Und man dachte schon, dass Odenwald-Dohnanyi mit seinem Porsche-Vergleich an Geschmackslosigkeit nicht mehr zu unterbieten gewesen sei, doch jetzt kommen die Jesuiten mit ihrem NS-Zwangsarbeiter-Vergleich für ihre eigenen Missbrauchsopfer! Eine erstaunliche Entgleisung des bisher so vernünftig agierenden Klaus Mertes. Was mag wohl dazu geführt haben, nachdem er zuerst von Sühne, die wehtun muss, gesprochen hatte?

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