Bilanz ziehen – Pressegespräch am Montag, Berichte in ZDF und ARD

ET-Logo1Ein halbes Jahr ist es her, dass die Ver- öffentlichungen über die Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg begannen. Viele Betroffene haben sich seitdem zu Wort gemeldet, sich organisiert und Druck auf- gebaut auf die Verantwortlichen, die vertuscht und verschwiegen und die Opfer vergessen haben. Vieles hat sich getan, vieles ist noch nicht erreicht. Unsere Forderung sind so aktuell wie am Eckigen Tisch Ende Mai: Aufklärung, Hilfe, Genugtuung.

Der Bilanz widmet sich auch die Presse. Wir kommen dem entgegen mit einem Pressegespräch am Montag in Berlin. Zusammen mit Andrea Fischer, die kürzlich ihren Bericht vorgelegt hat, und Jürgen Lemke werden Matthias Katsch und Thomas Weiner für die Gruppe “Eckiger Tisch” zu der Frage Stellung beziehen, wie es jetzt weitergeht.

Die Sendung Mona Lisa wird am 25.7. mit dem Schwerpunkt Ettal und Odenwaldschule berichten.

Im Online-Auftritt des Magazins findet sich ein Interview mit Matthias Katsch.

Am 26.7.  ist ein Beitrag im Magazin Report aus München zu sehen.

Eckiger Tisch

6 comments

Nachdem lt. Report München (Bericht 26.07.) die Jesuiten ankündigen, man wolle nun bzgl. einer Entschädigungszahlung an die Opfer handeln und die Betroffenen zu einem Gespräch einladen, schlage ich vor, dass sich die Opfer vor diesem Gespräch untereinander über ihre Erwartungen – Forderungen bzgl. Art, Zeitpunkt und Höhe einer Entschädigungszahlung verständigen. Dies sollte so schnell wie möglich „angestoßen“ werden.

Grundlage dabei sollte m. E. der von Pater Dr. Theo Schneider SJ im Rahmen einer jüngst von ihm veranlassten Zustellung von Unterlassungserklärungen bzgl. einer Verletzung seines Persönlichkeitsrechts festgesetzte Streitwert (75.000 EUR) sein.
Wobei man vortrefflich darüber streiten kann, ob eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes (bei der der Betroffene an der Diskreditierung seiner Reputation zumindest mitgewirkt hat) gleich zu setzen ist mit Missbrauch an Kindern und Jugendlichen (die den Tätern hilflos ausgeliefert waren).

Es kann und darf nicht passieren, dass es bei dem von den Jesuiten avisierten Gespräch auf Grund von Uneinigkeit der Opfer dazu kommt, dass die Jesuiten neuerlichen Spielraum für ein weiteres Hinauszögern gewinnen. Diesen Gefallen sollten wir den Jesuiten nicht tun.

Ich schlage vor, dass wir (Opfer aller von Jesuiten geleiteten Schulen) schnellstens ein Kommunikationsnetz aufbauen, um zu einem Konsens zu kommen. Vielleicht hat der Eine oder Andere von Euch ja einen Vorschlag, wie ein solches Kommunikationsnetz aufgebaut werden kann.

Hallo,

wo finden sich denn die Presse-Reaktionen? Bin dankbar für Links!!
Weiter so, Jung!!

Die Jesuiten sagen, dass ihre Opfer ja schliesslich nicht besser gestellt sein können als die Opfer in Sportvereinen und der Odenwald-Specher meint, die wollen sich alle nen Porsche kaufen! Sozialneid schüren gegen und unter Opfer!!
Geht es eigentlich noch niederträchtiger?

Aus dem FOCUS:

´… Mehr als zwei Milliarden Euro hat die katholische Kirche dort bereits an Opfer überweisen müssen. So musste auch der Jesuitenorden in Alaska 34 Millionen Euro an 110 Menschen bezahlen, die von Geistlichen missbraucht worden waren.

Eine noch höhere Entschädigung erhielten die mehr als 500 Betroffenen von Kindesmissbrauch in Kalifornien. Die Richter verurteilten die katholische Erzdiözese Los Angeles auf Zahlung von etwa 480 Millionen Euro: Jeder Kläger bekam demnach fast eine Million Euro Schmerzensgeld….´

In der Bundesrepublik Deutschland aber hat die Kirche die Regierung,
da hört sich das so an:

´München/Berlin – Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs an Jesuitenschulen hat noch keines der Opfer eine Entschädigung bekommen.

© dpa
Die Jesuiten legen bei den Entschädigungszahlungen vorerst die Hände in den Schoß und warten eine bundesweite Lösung ab…

Lesen sie dazu auch:Missbrauch: Jesuiten geben Vertuschung zuJesuiten-Orden hat bei Missbrauch völlig versagt

…Für eine finanzielle Entschädigung warte der Orden auf eine bundesweite Lösung: “Es kann nicht sein, dass ein Opfer eines Sportvereins mehr oder weniger bekommt, als das Opfer einer kirchlichen Einrichtung“, sagte Busch. Schließlich seien auch andere Organisationen von Missbrauchsfällen betroffen…´

ohne weitere Worte!

Bilanz ist armselig!

Weiterhin nichts als Doppelstrategie: aAch aussen den zerknirschten markieren, nach innen Weiterhin Vertuschung und Bagattelisierung.

-Schneider bedroht mit wohlwollendem Verständniss der Ordensleitung Opfer, die endlich den Mut haben die Wahrheit ans Licht zu bringen mit Klage.
-Stüper wird auf dem AKO-eigenen Friedhof begraben
-Der Orden äussert Verständniss dafür, dass Schneider weiter an der Schule Nachhilfe gibt bei Gleichzeitiger Missachtung des Eckigen Tischs.
-Auf Besteben des AKO wurden den Mitgliedern des ET keine Redemöglichkeit beim Schulausschuss gegeben. (Inzwischen hat der ET sich diese Möglichkeit trotz AKO erkämpft)
-Es gibt keine konkrete Einlassung des Ordens zum Thema Genugtuung.
-Es gibt noch kein Präventionsprogramm, dass den Namen verdient hätte.

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