L. Stüper gestorben

Ludger Stüper SJ Am Sonntag dieser Woche ist Pater Ludger Stüper gestorben. Er war vier Jahrzehnte lang am Bonner Aloisiuskolleg in Bonn tätig und verließ das Gelände erst 2008. Er starb in einem Krankenhaus, wo er nach einem Sturz stationär behandelt worden war.

Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen des jahrzehntelangen Missbrauchs von Schutzbefohlenen hat er öffentlich nie Stellung bezogen.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=764433

Eckiger Tisch

24 comments

@Django27 @Dirk finkel, im Falle dass ihr das noch nicht getan habt, schreibt doch bitte eure Erfahrungen an : julia.zinsmeister@fh-koeln.de , wie ihr wohl wisst versucht sie gerade nachzuvollziehen was am AKO abgegangen ist. Gleichzeitig macht das tapfere Schneiderlein munter weiter und spielt immer noch die Unschuld vom Lande (Eifel).

Ich war von 1959 bis 1969 interner Ako-Schüler. P. Stüper SJ habe ich als Choleriker kennengelernt, der vielleicht ein Fünftel unseres Jahrgangs ein paar Wochen / Monate vor dem Abi des Internats verwiesen hat. Zwei Jahrzehnte später traf ich ihn, als er sonntags auf der Terrasse der Stella mit P. Schneider SJ Kirschstreusel aß. Nach den üblichen Sätzen fragte er frank und frei: “Habe ich Sie damals auch rausgeschmissen?” Ich entgegnete, er hätte fast jeden rausgeworfen, also auch mich. Er wollte wissen, warum. “Haben Sie auch Drogen genommen?”, fragte er. — Ich: “Nein. Sie haben mich rausgeworfen, weil mein Zimmergenosse Schweißfüße hatte. Drogen haben wir damals nicht genommen. Unsere Droge hieß Bier, und das war legitim.” — Er wußte es besser. Schilderte, daß sogar an einer Kellertür der Stella das Wort KOKS stand. “Stellen Sie sich das mal vor, die haben sogar einen eigenen Kellerraum fürs Koksen gehabt! Aber ich habe sie alle rausgeschmissen. Alle.” — Ich wies ihn darauf hin, daß die Stella bis 1966 eine Koksheizung hatte. Und irgend jemand hätte damals mit billiger Vorstrichfarbe “Koks” an die Kokskellertür geschrieben. Das habe da also immer schon gestanden. Er hat mir kein Wort geglaubt, denn er sei der Ausmister des Augiasstalles. Wir hingegen sahen ihn als jemand, der sich absolut nicht in der Gewalt hatte. Einen Mitschüler, der stark gestottert hat, schrie er in höchster Wut an: “Stottere hier nicht so rum!” Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, schmiß er wie in Tobsucht alles zu Boden, wessen er habhaft werden konnte. Ich habe ihm damals auf der Terrasse gesagt, er sei in meinen Augen ein “Diplom-Choleriker”. Ja, das schien ihm zu gefallen, was er durch Schmunzeln und Kopfnicken zu bestätigen schien. Er der cholerische Ausmister des Stalles… Mir war nicht bekannt, daß unser Internat ein solcher Stall war. Ich meine, der Mann hat sich ja aufgeführt wie ein Berserker!

De mortuis nil nisi bonum, lernten wir beim Bevin. Also füge ich wahrheitsgemäß an, daß P. Stüper SJ mich zum Kirchstreusel eingeladen hat… Er war als Internatsleiter eine glatte Fehlbesetzung, so wie P. Schunk SJ vor ihm. Wer hat diese eklatanten Fehlbesetzungen verantwortet? Nebenbei: P. Schneider SJ hat sich an der halbstündigen Unterhaltung mit keinem Wort beteiligt. Es war also klar, wer damals das Sagen hatte…

Ich war von 1970-1975 Schüler am Ako, erst Gruppe Frau Dahmen,dann
bei Ludger Stüper,übergriffig wurde er schon an meinem ersten Tag dort. Die Stella menschenleer und Stüper als “absoluter Herrscher” ,duschen, vor Ihm , herrummturnen und das alles fein fotografiert, auch mir schießt heute noch das Adrenalin durch die Adern, wenn ich mich an diese Zeiten zurück erinnere, dennoch bleibt Ludger Stüper merkwürdig ambivalent, einerseits eikalt, jähzornig und unberechenbar, andererseits – man möge es mir verzeihen – gab es ihn auch fürsorglich, väterlich und durchaus empfindsam, wohlgemerkt alles auch pädophile Taktik,
Opfer und Umgebung zu täuschen……

christoph vehlen

Neben der natürlich verwerflichen Pädophilie-Geschichte kommt mir ein
Aspekt bezüglich der Person Stüper eindeutig zu kurz und zwar der des von ihm gegenüber einigen seiner speziellen’Freunde’ ausgeübten Psychoterrors.Der oben aufgeführte Strafenkatalog kam da mit allen möglichen phantasievollen Varianten zum Einsatz.
Ich war die gesamte Gymnanialzeit (66-75)Internatsschüler am AKO
und eins seiner ‘beliebten Opfer’.Noch heute schütte ich Adrenalin aus
wenn ich ein klapperndes Schlüsselbund auf einem Flur vor meiner Tür höre.
Auch ich bin mir noch nicht sicher ob ich ganz verziehen habe-ein weiterer Grund zum Kummer-posthum!

@ Roscoe, Drogen und Homosumpf verstehe ich jetzt nicht ganz?!
das hast du ironisch gemeint, oder?
Ich war während der gesamten 70ger Jahre da. Harte Drogen waren an der Schule null Thema, nur bei Stüper, wenn er einen Grund brauchte einen Aufstand zu veranstalten und irgend jemanden loszuwerden. Sexualität war nur ein Thema im Zusammenhang mit Stüpers Eskapaden, Fotos und und wir fanden die ganze Duscherei, dass Einsperren nackt allein und zu zweit mit Stüper im dunklen Spind irgendwie sehr unangenehm, waren aber lange zu unschuldig um es deuten zu können, bis er manche von uns dann ´erleuchtete´, was die sexualität anging. Ûber weiche Drogen wurde gemunkelt, waren aber auch nicht präsent. Ein Schüler hatte mit verschiedenen Dingen gehandelt, war aber aus speziellen Gründen Stüpers Liebling, wurde auch komischerweise nie erwischt.

Also nach meinen Informationen liegt man nicht mit ner hohen Pflegestufe Demenzkrank im Heim, wenn man sich noch Gedanken um seine Taten machen kann. Insofern würde ich grundsätzlich alles, was über Pater S. und seine Einlassungen berichtet wird, als klassische Desinformation betrachten.

Man darf nicht vergessen, dass der Mann einen extrem guten Ruf hatte, damals in den 70igern galt er als Sanierer, Retter des Ako, welches zuvor im Drogen- und Homo-Sumpf zu versinken drohte. Dagegen setzte er unbedingte Härte gegen Schüler und Erzieher. Wegen Widerworten wurde auch mein Erzieher stante pede gefeuert.
Ich denke, dieser Ruhm verschaffte ihm den nötigen Freiraum.

Oder glaubt jemand ernsthaft, dass es niemandem auffiel, dass alle Patres im dafür vorgesehenen “Turm” wohnten, nur Pater Stüper hatte sein Zimmer bei den “Kleinen” in der Stella. Das autoritäre Gehabe mit den ständig drohenden unvermittelten überharten Strafaktionen (auf der Toilette nächtigen, 8 Seiten Schiller um Mitternacht auswendig lernen etc.) schüchterte ganz nebenbei auch die potentiellen Opfer ein und machte sie gefügig.

Ich selbst hatte unverschämtes Glück, was mir damals gar nicht so vorkam. nach einem fehlgeschlagenen versuch, mit sexuell aufzuklären, wurde ich in den Altbau verbannt und hernach von dem Mann besonders hart rangenommen.

Damals habe ich die Typen noch beneidet, die zum Segeln ausrücken durften.

Jedenfalls scheint es dem Mann auf dem AKO unglaublich gut gefallen zu haben, und seinen Bossen gefiel wiederum dieses. Sonst wäre es wohl nicht möglich gewesen, den Lebensabend vor Ort verbringen zu können.
Insofern tragen meines Erachtens auch die Oberbosse Verantwortung, denn üblicherweise ziehen sich berentete Mönche doch wohl in ein spezielles Heim zurück. Kenne ich jedenfalls nicht anders.

Fazit: Alles, was jetzt aus dieser Ecke verlautbart, dient wahrscheinlich dem Zweck, alle lebenden Beteiligten in Sicherheit zu bringen.

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