Entschuldigung des Papstes: Notwendig aber nicht ausreichend

urn:newsml:dpa.com:20090101:100314-11-10781Er hat es also getan. Die Entschuldigung des Papstes bei den von Missbrauchsopfern war notwendig. Die Geste des Papstes ist erfreulich, und hebt sich ab von jenen, die vom “Geschwätz des Augenblicks” sprachen. Aber diese Geste kann keinen Schlusspunkt darstellen. Diese Entschuldigung ist nicht ausreichend.

Die Fragen nach der Verantwortung der Kirche für den Missbrauch selbst und für die anschließende Vertuschung hat Benedikt gar nicht gestellt und auch keine Antworten dazu gegeben. Es fehlt immernoch eine klare Stellungnahme zur Übernahme von Verantwortung für das, was geschehen ist und die Einsicht, dass Entschuldigung und Entschädigung zusammengehören. Vielmehr flüchtet er sich in Selbstverständlichkeiten, wenn er sagt, dass alles getan werden muss, um die Kinder zukünftig zu schützen.

Die Opfer der Vergangenheit stehen daneben und warten immer noch auf  Hilfe und Genugtuung.

Eckiger Tisch

16 comments

Wenn Sie einen Verein gründen würden, der in seiner Satzung vorsieht, dass nur Männer Vorstand dieses Vereins werden können, könnte kein deutsches Finanzamt diesem Verein die Gemeinnützigkeit und die damit verbundenen Steuerbefreiungen gewähren.

Die Katholische Kirche wird aber fraglos weiter subventioniert, ihr werden keine Fragen gestellt, die ein privater Verein dem Finanzamt beantworten muss, weil sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Obwohl sie nach ihrem Kirchenrecht Menschenrechtsverletzungen begeht, erhält sie (u.a. aufgrund des 1933 geschlossenen Reichskonkordats) pro Jahr vom deutschen Staat Subventionen in Milliardenhöhe.

M.E. kann man diese Herren nur zur Vernunft bringen, indem man Ihnen den Geldhahn abdreht, ganz unabhängig davon, dass es für alle Steuerzahler eine Zumutung ist, diese Zustände in der katholischen auch noch zwangsweise über ihre Einkommensteuerzahlungen finanzieren zu müssen.

Hoffentlich werden dazu jetzt einmal die richtigen politischen und rechtlichen Fragen gestellt:

Als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche fordern prominente deutsche Katholikinnen in der Frankfurter Rundschau (Samstagausgabe) umfassende Reformen und die volle Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche, die Zulassung zum Diakonen- und Priesteramt eingeschlossen. Die Dominikaner-Nonne Jordana Schmidt, Ex-Sprecherin des “Worts zum Sonntag” in der ARD, bezeichnete die “klerikale Hierarchie, das Bild vom Priester als dem unantastbaren heiligen Mann, das Fehlen von Foren für kritischen Dialog” als “günstiges System” für sexuellen Missbrauch. “Wären in der Kirche von Anfang an auch Frauen führend tätig gewesen, wäre die Kirche eine andere: nicht so machtbewusst, nicht so ehrpusselig.”….. Die frühere Vizepräsidentin des Zentralkomitees (ZdK), Magdalena Bogner, sagte der Frankfurter Rundschau, der “römische Patriarchalismus” wirke auf viele Frauen “abschreckend bis abstoßend”. Die Zeit sei reif für Veränderungen, so die langjährige Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) .

Und wenn ich in meiner Firma, die Hälfte der potentiellen Mitarbeiter von vorneherein ausschliessen würde und dem Rest ein Sexualleben verbiete, dann hätte ich Probleme geeignetes Personal zu finden..

Wenn ich einen Verein gründen würde, der satzungsgemäss Frauen so behandeln würde wie die Kirche, dann würde ich wegen Diskriminierung niemals die Zulassung bekommen…

“It was meant to be the document that put a lid on the clerical sex abuse scandals that have swept the Roman Catholic world. But instead of quelling fury from within and without the church, the Vatican stoked the anger of liberal Catholics and women’s groups by including a provision in its revised decree that made the “attempted ordination” of women one of the gravest crimes in ecclesiastical law.

The change put the “offence” on a par with the sex abuse of minors.

Terry Sanderson, president of the National Secular Society, called the document “one of the most insulting and misogynistic pronouncements that the Vatican has made for a very long time. Why any self-respecting woman would want to remain part of an organisation that regards their full and equal participation as a ‘grave sin’ is a mystery to me.”

http://www.guardian.co.uk/world/2010/jul/15/vatican-declares-womens-ordination-grave-crime

Missbrauchsnotruf-Betreuerin
Gedächtnis der gequälten Seelen

“B. kämpft gegen die Institution Kirche, die Betroffene mit dürren Worten abspeist und den Missbrauchsskandal “aussitzen will”, sagt sie.

Sie kämpft gegen diese Kirche, weil sie “ihre Kirche” retten will. Als junge Frau hatte sie geschworen, auszutreten, sollte Josef Ratzinger, dieser Konservative, je Papst werden. Am Tag des Konklaves saß sie fassungslos vor dem Fernseher, “Habemus Papam”, sagte Kurienkardinal Jorge Arturo Medina Estevez.

Und B. dachte: “Um Himmels Willen, nicht Ratzi-Fatzi! Meine Kirche hat mich so enttäuscht.”

Mit ihrem Vorhaben musste sie trotzdem brechen, wenn auch sehr ungern, denn B. ist eine stolze Frau. Es war die Wahl zwischen Elend und Ohnmacht. Sie hat sich für das Elend entschieden: “Wenn ich austrete, kann ich ihm ja gar nicht mehr ans Bein pinkeln.” Sie blieb.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,706107,00.html

Meine Meinung: Vielleicht sollte man die Frage, ob der Staat diese “Kirche” mit ihrem selbstgestrickten Kirchenstrafrecht noch finanziell unterstützen kann einmal nach weltlichem Recht bis zum Europäischen Gerichtshof rechtlich klären lassen, anstatt zwischen Elend, Ohnmacht und Ekel zu schwanken.

Selbstverständlich kann niemand, dem die Menschenrechte etwas bedeuten, -ob Mann oder Frau – dieser “Kirche” noch angehören. Wieso kann der Staat diese aus dieser “Kirche” ausgetretenen Bürger dann weiterhin zwingen, diese “Kirche” noch zu finanzieren?

Obwohl die Jesuiten hier zu gut weg kommen.
Mertes und Dartmann sind doch nur die Fassade.
Unter Auschluss der Öffentlichkeit hat Ex-AKO-Rektor Schneider
bereits die Opfer seines Patron Stüpers mit Klageandrohung bedacht.
Der jetzige Schulleiter, der Geschäftsführer der Stiftung und der nette Seelsorger an den die Opfer sich vertraulich wenden sollen, tauchen als Zeugen auf.
Und wer hat wohl die Anwälte bezahlt?

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