Zwischen Tür und Angel…

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otto von corvin

1 FRFR 2,12

(FRATER Freytag schönredender, vertischender (sic!) Theologe? – ROFL)

Der Glaube, den “Jesus” erzeugen wollte, obwohl dem Armen und Unterdrückten Heil verheißend, verletzte die Interessen der herrschenden Klasse.

Auf ihre Mithilfe konnte Jesus nicht rechnen,

und durch Wunder waren sie nicht zum Glauben zu bringen;

denn die Wissenden und Eingeweihten wußten, was sie von Wundern zu halten hatten.

Die Heilsamkeit des Glaubens für das Volk, den “Jesus” predigte, konnte sie nicht bewegen, ihn zu unterstützen, selbst wenn sie ihn einsahen;

ihr Egoismus veranlaßte sie vielmehr,
diesen Glauben womöglich im Keim zu unterdrücken und dessen Urheber zu vernichten.

Die heutigen Hohenpriester und Pharisäer handeln ebenso wie die unter den Juden in jener Zeit.

“Jesus” mußte sich also gänzlich auf das Volk stützen.

Er verfuhr dabei auf durchaus praktische, ich möchte sagen mathematische Weise, die zwar keinen augenblicklichen, aber einen sicheren Erfolg haben mußte.

Er wählte sich als “Jünger” zwölf Leute aus dem Volk, welchen er durch Beobachtung seines Handelns und seines reinen Wandelns persönliche Liebe und Anhänglichkeit und unbegrenztes Vertrauen einzuflößen verstand,

woraus der feste Glaube an alles,
was er sagte und verhieß, in ihnen erzeugt wurde.

Wenn jeder von diesen Jüngern auf ähnliche Weise verfuhr und dieses System fortgesetzt wurde, so mußte sich die Zahl der Gläubigen

nach einer bestimmten Progression

vermehren.

Diese Jünger sahen die Wunder “Jesu”; sie “glaubten” an ihn

und deshalb an seine Verheißung und lebten nach seiner Vorschrift.

Seine Lehre war einfach,
daß “Jesus” es nicht für nötig hielt,
sie niederzuschreiben;

er vertraute dem lebendigen Worte der “Jünger”,
in deren Herzen er diese Lehre niederlegte.

Derselbe Weg, den “Jesus” zur Ausbreitung seiner Lehre einschlug,
hatte sich schon sechs Jahrhunderte vor dem Auftreten “”Jesu als praktisch bewährt;

Buddha, der Reformator der indischen Religion, hatte ihn angewandt.

Der Erfolg war derselbe und, wie wir jetzt beurteilen können, sogar in seinen Ausartungen und deren Folgen.

Europäer, welche zum erstenmal in einen modernen buddhistischen Tempel in China treten, sind erstaunt über die Ähnlichkeit, die sie überall in den Gebräuchen mit denen der römischen Kirche finden.

Die Buddhisten haben ihre Rosenkränze, Reliquien und Klöster so gut wie die römischen Katholiken.

Buddha war jedoch der Sohn eines Königs, “Jesus” der Sohn eines Handwerkers, und diese Verschiedenheit bedingte schon eine Verschiedenheit der Handlungsweise. Während dem Prinzen ein tugendhaftes Leben genügte, den Brahminen gegenüber seiner revolutionären, den Kastenunterschied aufhebenden Lehre Erfolg zu sichern, musste der unter den Juden als Prophet auftretende Handwerkerssohn außerdem “Wunder” tun und, damit “die Prophezeiungen der Propheten erfüllt würden”, für seine Lehre

sterben.

Wir sind es gewohnt, wenn wir an Jesus denken,

ihn uns mit der Glorie vorzustellen,

mit der ihn der Erfolg und neunzehn Jahrhunderte bekleideten;

allein wenn er auch die Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen,
das heißt der Juden und der in ihrem Lande befindlichen Römer,
erregte,
so war er doch vom Volke sehr bald vergessen,
und sein Andenken lebte nur in dem sehr beschränkten Kreise seiner Jünger und deren Anhänger.

Philo, der ungefähr zwanzig Jahre nach dem Tode Jesu starb, erwähnt ihn gar nicht.

Josephus, der einige Jahre später geboren wurde und sein Geschichtswerk in den letzten Jahren des ersten Jahrhunderts schrieb, erwähnt ganz beiläufig mit wenigen Worten seine Hinrichtung;

allein die Zahl der Anhänger seiner Lehre war noch so gering und unbedeutend,

daß dieser Geschichtsschreiber,
der alle Sekten aufzählt,
die zu seiner Zeit bestanden,
die Christen gar nicht mitnennt.

Erst in den Schriften späterer Jahrhunderte wird “Jesus” als der Stifter der christlichen Religion genannt.

Alles, was wir von “Jesus” wissen,

wissen wir durch die Schriften seiner Jünger,

die aus der Erinnerung aufzeichneten,

was sich das Volk von der Jugend Jesu erzählte
und was sie mit ihm erlebt und er bei dieser oder jener Gelegenheit gesagt hatte.

Diese Jünger waren Leute aus dem Volk,
ohne besondere Bildung und Talent,
die “Jesus” liebten, ihm alles glaubten, ihn aber nur sehr unvollkommen verstanden und von seiner Seelengröße keinen Begriff hatten.

Die Evangelien wurden viele Jahre nach dem Tode “Jesu niedergeschrieben, und selbst das
des Matthäus, welches das älteste ist,
entstand erst etwa vierzehn Jahre danach.

Es ist daher sehr begreiflich, daß die Reden Christi nicht so wiederholt werden konnten,
wie er sie sprach,
sondern meist in der Weise wiedergegeben wurden,
wie sie von den Jüngern verstanden wurden.

Die natürliche Folge davon ist,
daß die verschiedenen Erzählungen nicht nur voneinander abweichen, sondern auch Irrtümer
und Widersinnigkeiten
enthalten,

welche späterhin
zu den wahnwitzigsten Auslegungen und Folgerungen
Veranlassung gaben,

wovon wir im Verlaufe dieses Werkes zahlreiche Beispiele finden.

ROFL

Ja, wo würde ein modernes, in Konkurrenz stehendes, Unternehmen heutzutage hin kommen, das die Hälfte (die weibliche) der Bewerber für die Führungsposten von vorneherein ausschliesst. Ausserdem noch noch alle diejenigen die sich vorstellen können öffentlich in einer legalen sexuell motivierten Beziehung zu leben?

Ach so, dahin wo die Kirche sich heute gerade befindet!?

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