TV: Leutheusser-Schnarrenberger und Ackermann bei “beckmann”

beck-mannJustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Bischof Stephan Ackermann und Margarita Kaufmann, Direktorin der Odenwaldschule und andere Gäste diskutierten am Montag, 26. April in der ARD-Talksendung beckmann über das “Tabuthema Missbrauch: Die Mauer des Schweigens bricht” (ARD-Mediathek).

Eine normale biologische Reaktion?” Reinhard Mohr kommentiert die zeitweilig kaum erträgliche Diskussion im Spiegel: “Verloren in der Verharmlosung”

Eckiger Tisch

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Spiegel Online vom 27.04.2010
Missbrauchsdebatte bei “Beckmann” Verloren in der Verharmlosung
von Reinhard Mohr
Eine normale biologische Reaktion? Ein menschliches Problem? Die Runde aus Geistlichen, Opfern und Politikern bei “Beckmann” sollte das Thema Missbrauch von Schutzbefohlenen diskutieren. Die Debatte nahm befremdliche Züge an – Klartext sprach schließlich der Moderator selbst.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,691402,00.html

Süddeutsche Zeitung vom 27.04.2010
TV-Kritik Beckmann von Matthias Drobinski
Sechs Wirklichkeiten zur sexuellen Gewalt
Wenn ein Bischof die Opferzahlen nicht kennt:
Beobachtungen einer Talkrunde bei Beckmann in der ARD
“…Sechs Menschen in ihren sechs Wirklichkeiten, die sechs Mal verschieden wahrnehmen, was es bedeutet, wenn Erwachsene sich Kinder gefügig machen, Grenzen überschreiten, sie im Innersten verletzen, dort, wo die Narben bleiben.Das war wohl der wahre Sinn der Sendung: zu zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis diese Gewalt wirklich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sein wird.”

http://www.sueddeutsche.de/medien/335/506515/text/

Frankfurter Rundschau vom 27.04.2010
TV-Kritik “Beckmann” Es war Verrat von Natalie Soondrum

“…Im Gegenteil Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, packte wieder den alten katholischen Zopf aus, als Beckmann kritisierte, das Internat Benediktiner Abtei Ettal, mauere schon wieder. Wenn alle immer so auf einen eindreschen würden, dann verschließe man sich eben der Diskussion. Da waren sich aber die Übrigen am Tisch einig, dass man doch gerade erst anfange, endlich zu reden. Da könne von “genug haben” keine Rede sein….”

http://www.fr-online.de/top_news/2587013_TV-Kritik-Beckmann-Es-war-Verrat.html

Die Sendung war, wie immer möchte man sagen, journalistisch schwach. Weil der Moderator halt kein Journalist ist. Stattdessen werden fast beliebig Beiträge abgefragt.
Ich war schon bedient als in der Vorstellungsrunde “Grinsekater” Wolf ins Bild kam. Solche Leute sind doch in dem kirchlichen System von Gewalt, Scheinheiligkeit und Missbrauch groß geworden. Was sollen die jetzt schon anderes sagen, als “auf der Alm da gibts a Sünd” und “Priester sind auch nur Menschen” und “Und im übrigen: haben wir euch alle lieb”.
Aber Moderator Beckmann will ja bestimmt irgendwann mal eine Sendung mit “meinem Freund” Notger machen, zu was auch immer für einem Thema. Also nichts mit Nachhaken.
Und Herr Kirchhof hat vorgeführt, wie die Anpassung an den Täter das Opfer deformiert.
Wie es innerhalb der Organisation Kath. Kirche wirklich läuft, hat gestern David Becker in der FR enthüllt. Würde sich die Kleriker-Dikatatur ernsthaft mit der sexualisierten Gewalt in ihren Anstalten auseinandersetzen, dann müßten sie sich ja selbst reformieren. Das ist nun aber das letzte was zu erwarten ist.

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