Wie sich die Jesuiten mit dem Offenen Brief auseinandersetzen

ich war ein täterDIE ZEIT berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (22. April 2010) unter der Überschrift »Ich war ein Täter!« darüber, wie die Jesuiten auf ihrer Klausurtagung nach Ostern über den Offenen Brief (»An die Jesuiten in Deutschland«) beraten haben:

»Wir müssen aufpassen, dass wir nicht als Jesuiten wieder die tollen Hechte sein wollen«, mahnt Pater Bernd, »jetzt eben als die Musterschüler des Missbrauchs.«

Eckiger Tisch

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otto von corvin

ZUR ERINNERUNG: Aufklärung – mit ein bisschen jesuitisch – aber II

(SCHNEIDERS Rücktrittsschreiben wurde in Rekordzeit von der AKO-Homepage entfernt, noch schneller als der Rücktritts des Päderasten-Doyens der belgischen RKK-Bischöfe vom Heiligen Stuhl angenommen worden ist:

“Keine Kenntnisse von Vorwürfen, die sich gegen
derzeit
aktive
Jesuiten
oder
Mitarbeiter …
am Aloisiuskolleg (7.2.10!)

Verehrte Eltern unserer Schülerinnen und Schüler,
liebe Schülerinnen und Schüler, 7.2.10

verehrte Ehemalige und Freunde des Aloisiuskollegs, 7.2.10,

im Zusammenhang mit den Enthüllungen von sexuellem Missbrauch an Jugendlichen durch Jesuiten an verschiedenen Orten und Institutionen unseres Ordens ist seit einigen Tagen

auch

das Aloisiuskolleg

in den Blick der medialen Aufmerksamkeit

gelangt.

Inzwischen gibt es massive Vorwürfe sexuellen Missbrauchs, die sich gegen einen Pater richten, der

in den 50er Jahren und 60er Jahren

am Aloisiuskolleg

gearbeitet

hat

und
1972
verstorben ist.

Auch

wurden Anschuldigungen gegen einen weiteren Pater bekannt,

der bis 2007 am Aloisiuskolleg tätig war.

Diese Vorwürfe reichen von Verletzung des Schamgefühls
bis hin zu sexuellen Übergriffen.

Seit etlichen Jahren hatte es Gerüchte über diesen Pater gegeben.

Besonders im
Zusammenhang mit dem Erscheinen des Buches

„Sacro Pop“ (2004)

sind Vorwürfe bekannt

geworden.

Das Buch beinhaltet u.a. mehrere Schilderungen von Missachtung der Intimsphäre und sexuellen Übergriffen.

In einer

ersten

Bewertung sah der Orden

damals

keinen Anlass,

den Inhalt des Buches zum

Gegenstand einer

Voruntersuchung
gemäß den Leitlinien „Zum
Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Ordensleute“ der Vereinigung
Deutscher Ordensoberer (2003)
zu machen.

Eine Neubewertung durch die Rechtsanwältin Frau Raue, Ansprechpartnerin für Opfer sexuellen Missbrauchs, führte 2007 zu einem Mediationsverfahren zwischen dem beschuldigten Pater und einem Altschüler, der in dem obengenannten Buch vom Autor als
Betroffener geschildert wird.

Das

Mediationsverfahren wurde im selben Jahr

einverständlich

abgeschlossen.

Über das Ergebnis wurde

auf Wunsch des betroffenen Altschülers

Vertraulichkeit vereinbart.

Der Pater war bis 2007 im Aloisiuskolleg tätig und lebt seit Anfang 2009 in einem Pflegeheim.

Wir haben keine Kenntnisse von Vorwürfen, die sich gegen derzeit aktive Jesuiten oder Mitarbeiter am Aloisiuskolleg richten.

Auch wenn
in den letzten Jahrzehnten
und besonders
nach dem Mediationsverfahren
die Sensibilität für die Fragen des Schutzes von sexueller
Integrität unserer Schülerinnen und Schüler
deutlich gewachsen ist, müssen wir uns dennoch
den
Vorwurf
gefallen
lassen,
die Aufklärung in der Vergangenheit

nicht offensiv und mutig
genug

betrieben zu haben.

Wir bedauern dies zutiefst.

Nachdem nun neue Vorwürfe aufgetaucht sind,

gehen
wir
allen
Sachverhalten
konsequent

nach.

Sie werden von uns sorgfältig erfasst,
zur weiteren Aufklärung an Frau Raue

und –
soweit strafrechtlich relevant –

von ihr

auch
an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Wir verurteilen Vorfälle dieser Art aufs Schärfste
und sichern allen Betroffenen Hilfe bei der
Aufarbeitung zu.

Unseren Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern möchten wir sagen:
Diese Ereignisse haben nichts
mit den derzeit aktiven
Jesuiten,
Lehrern und
Erziehern zu tun.

Wir in unserem Kolleg dürfen einander
weiterhin Vertrauen schenken.

Nicht wegzuschauen
und nichts zu verschweigen,
sind aber

mehr denn je

große

Herausforderungen

für das gesamte
Kolleg wie für jeden Einzelnen.

Wir bitten Sie alle, insbesondere alle früheren und jetzigen Schülerinnen und Schüler,

soweit
es ihnen möglich ist,

zur

Aufklärung

beizutragen.

Dazu kann sich jeder an die

Vertrauensperson seiner Wahl

oder auch direkt an

Frau Raue

wenden.

Ich bin beschämt über die Vorfälle

und bitte – persönlich, als Jesuit und als Rektor des
Kollegs – alle Opfer um Verzeihung.

Pater Theo Schneider SJ
Rektor des Aloisiuskollegs
Bad Godesberg, 7. Februar 2010
Kontaktadresse: Frau Ursula Raue, Beauftragte des Jesuitenordens für Missbrauchsfälle,

otto von corvin

PFLEGESTUFE 3 – Aufklärung à la Jesuiten

(Und Schneider betont: “So entspricht es nach wie vor der Absprache mit der Ordensleitung.”)

PFLEGESTUFE 3

(Wie wärs mit einem Kollektiv-Briefchen an Pater Stüper, Jungs, bevor der “Pflege”stufe 3 erreicht – cc: Frau Raue und – ;-) BCC: die Jesuiten nach Vierzehn(!)heiligen

Der Bonner Generalanzeiger berichtete am 21. 4.
(http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=726967):
“Bad Godesberg. Pater Theo Schneider, der wegen des Missbrauchsskandals Anfang Februar zurückgetretene Rektor des Aloisiuskollegs (Ako), wird sich nun doch nicht öffentlich erklären. Wie der General-Anzeiger vom Kolleg erfuhr, muss Schneider zwar in den vergangenen Wochen an einem entsprechenden Text gearbeitet haben.
Theo Schneider, ehemaliger Schulleiter am Aloisiuskolleg, steht in der Kritik.

Auf GA-Anfrage teilt der von Betroffenen der Mitwisserschaft verdächtigte Jesuit nun aber mit, dass er sich “mit allen öffentlichen Erklärungen zurückhalte”. Mit seinem Rückzug habe er dem Arbeitsstab am Ako nach außen und innen freie Hand geben wollen, die Aufklärungsarbeit unbelastet auszuführen, sagt Schneider.

Er selbst habe so viele Jahre mit dem wegen sexuellen Missbrauchs verdächtigten 82-jährigen Ako-Pater zusammengearbeitet,

“dass alles, was ich getan oder geraten hätte, immer vom Zweifel belastet gewesen wäre, dies auch zur eigenen Rechtfertigung und im eigenen Interesse zu tun”,

schreibt Schneider dem GA.

Äußere er sich nun, würde er die vorhandenen Vorwürfe in ihrem Wahrheitsgehalt bewerten und diskutieren. Das sei aber allein die Aufgabe der Missbrauchsbeauftragten der Jesuiten und der Staatsanwaltschaft.

Und Schneider betont: “So entspricht es nach wie vor der Absprache mit der Ordensleitung.”
Damit wird der Mann, der dem Ako über Jahrzehnte als Erzieher, Internatsleiter und Rektor Kontur gegeben hat, auch zahlreiche ihm eng Verbundene enttäuschen. Wenn Schneider doch nur endlich Klartext reden würde, haben dem GA gegenüber viele Leser und in einem Interview auch die Ako-Schülersprecher geäußert.

[…]

Und selbst die derzeitige Ako-Leitung betonte Anfang März die “Dringlichkeit, dass Pater Schneider sich sobald wie möglich zur Verantwortung in seiner Leitungs- und Aufsichtsfunktion öffentlich äußert”. Auch die Anfrage des GA beim Orden, mit dem 82-jährigen Angeklagten, zu sprechen, ist abgelehnt worden.

Der Pater werde von seinen Ordensbrüdern regelmäßig im Pflegeheim besucht, erklärt der kommissarische Ako-Rektor Pater Ulrich Rabe. “Sein Gesundheitszustand ist aber so angegriffen, dass es nach meiner Einschätzung keinen Sinn für Sie hat, Kontakt aufzunehmen”, so Rabe.

Die Demenzerkrankung des 82-Jährigen sei fortgeschritten, so dass “weder die Erinnerung noch klare Äußerungen von ihm erbracht werden können”. Der Mann habe Pflegestufe zwei.”
Artikel: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=726967

– ROFL –

Das ist ja hanebüchen: Gerade ist Mixa abgetreten, da kommt durch die Hintertür von Klausurtagung und ZEIT wieder die 68er-Ausrede hineinspaziert. Nun soll “die Zone der Unsicherheit” nach Ende des autoritären Führungstils all die Verbrechen ermöglicht oder zumindest begünstigt haben.

Und warum ist das Verhalten von Klaus Mertes bereits ein Indiz für “Exzellenz im Guten” bei den Jesuiten? Verbrechen anzuzeigen und aufzudecken sollte etwas Selbstverständliches sein.

Zum Schluss wird die Angst vor einer Auseinandersetzung mit den Opfern noch als demütiges Verhalten geadelt.

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