Interview mit Johannes Siebner auf Spiegel Online

josiJohannes Siebner, ehemaliger Schüler am Canisius-Kolleg und heute Rektor an St. Blasien, hat Spiegel Online ein Interview gegeben.

Dort äußert er unter anderem die Einschätzung, dass es “zwischen den Tätern selbst […] wohl keine Verbindung oder Verabredung [gibt], jedenfalls nicht bei den Fällen am Berliner Canisius-Kolleg und bei uns in St. Blasien”.

Am Canisius-Kolleg scheint es doch Verbindungen zwischen den Tätern gegeben zu haben, so wurde wenigstens eine Jugendreise von beiden Tätern gemeinsam veranstaltet, so nutzte Wolfgang S. für seine Taten u. a.  die Räume der MC-Burg, die denn wohl Peter R. zur Verfügung gestellt hatte,  und so haben einige Geschädigte das Gefühl, von R. an S. “weitervermittelt” worden zu sein.

Interessant ist auch, dass Johannes bei der Frage nach Konsequenzen auf die Rolle der Schülermitverwaltung zu sprechen kommt (“Eine Schülermitverwaltung muss auch mitreden dürfen”), war er doch selbst damals am CK Schülervertreter.

Eckiger Tisch

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otto von corvin

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Die Hohenpriester aber und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis gegen Jesus, auf daß sie ihn töteten,

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und fanden keins.

Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen

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und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen ihn bauen.

{Johannes.2,19} 2,19

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel,

und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.{Apostelgeschichte.6,14}

6,14

Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat.

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Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du
nichts zu dem, was diese wider dich zeugen

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Aber Jesus schwieg still.

Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm:

Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. {Matthäus.27,12}

27,12

Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Ältesten, antwortete er nicht.{Johannes.10,24}

10,24
Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm:
Wie lange hältst du unsere Seele auf?

Bist du Christus, so sage es uns frei heraus.

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Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch ich sage euch: Von nun an wird’s geschehen, daß ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.

{Psalm.110,1} 110,1
Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: “Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.”

2 Korinther.13,4

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Da zerriß der Hohepriester Ratzinger seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert!

Was bedürfen wir weiteres Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. {Johannes.10,33}

Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.

Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein; wenn er den Namen lästert, so soll er sterben.

67Da spieen sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht {Jesaja.50,6}

50,6
Ich hielt meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften; mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.

68und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist’s, der dich schlug?

Sehr geehrter Pater Siebner, lieber Josi,
vielen Dank für die Gedanken, die Du dir machst, aus Sicht der Opfer und für die Opfer.

Nun sind die Opfer aber nicht irgendwelche imaginären Wesen, sondern sie sind ganz konkret mehrere Dutzend Männer, Mitte bis Ende 40, von denen du manche persönlich kennst, die in den letzten Wochen begonnen haben zu sprechen, dazu mindestens genauso viele die sich nicht äußern wollen, weil sie einen Weg gefunden haben, mit ihren Erfahrungen abzuschließen oder der angebotene Kontakt über die Missbrauchsbeauftragte dubios erscheint.

Was wollen diese konkreten Opfer? Das fragt niemand von euch. Niemand sucht das Gespräch mit uns. Es wird sich nur laufend entschuldigt. Seit Wochen. Frau Raue reist herum und nimmt Berichte von Missbrauchstaten auf. Und ihr? Was tut ihr?

Wir wollen wissen, wer von deinen Mitbrüdern wann was gewusst hat damals, warum er es vertuscht hat, was er sich dabei gedacht hat, als er Statt und Riedel versetzte, anstatt die Polizei zu rufen. Weshalb haben sie dem Täter Therapien angeboten und bezahlt und die Opfer vergessen? Damals und all die Jahre seit dem. Bis heute.

Du willst unsere Perspektive einnehmen. Dann weißt Du, wie wir uns fühlen. Voll Schmerzen, aber befreit. Weil wir nicht länger die Scham mit uns tragen, sondern ihr sie jetzt ertragen müßt. Die Täter sind weiterhin schamlos, aber wir hoffen, ich hoffe, dass ihr euch endlich schämt. Und dann auf uns zugeht.

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