FORUM

Diese Seite soll Gelegenheit zum Austausch von Erlebnisberichten, Meinungen, Kommentaren,  etc. geben, die sich nicht konkret auf einen der Artikel beziehen (Kommentare zu einzelnen Artikeln bitte direkt dort hinterlegen).

44 Antworten zu “FORUM”

  1. zilky sagt:

    Liebe Ex-Canisianer,

    ich habe Ihren offenen Brief als Reaktion auf die Erklärung und das
    Schreiben von Wolfgang Statt gelesen und bin entsetzt. Ich hatte von
    dessen Geständnis und Entschuldigung in den Medien gehört und gelesen und war entrüstet. Über seine zugegebenen Taten natürlich, aber noch mehr darüber, wie er damit umgeht und um Vergebung von Christen unter Christen mahnt. Aber dieser Brief an die Betroffenen ist echt die Krönung.

    Ich arbeite für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Kanadas, Canadian Broadcasting Corporation (CBC). Ich wende mich an Sie, weil ich in diesem und anderen Blogs gelesen habe, dass die Übergriffe durch Patres am Canisius Kolleg zwar damals nicht in den Medien publik gemacht wurden, aber durchaus Gesprächsthema unter den Schülern waren. Wir möchten darüber berichten und Menschen zu Wort kommen lassen, die diesen Vertrauensbruch erlebt und körperliche und seelische Gewalt erfahren haben und bitte Sie deshalb sehr höflich um ein kurzes Interview, das im Rahmen eines insgesamt sechsminütigen Beitrags in Kanada ausgestrahlt werden soll.

    In dem Beitrag soll es aber nicht primär um die immer noch
    schmerzlichen Erfahrungen en detail gehen, sondern wir interessieren
    uns auch für die Meinung der ehemaligen Schüler zum Umgang der
    Kircheninstitutionen und -oberen (inkl. der Schulverwaltung) mit den
    straffällig gewordenen Geistlichen. Weshalb haben Täter und Betroffene
    so lange geschwiegen? Weshalb konnte und wollte die Kirche und der
    Orden diese Taten so lange decken? Ist die Aufarbeitung, die jetzt
    medienwirksam und nicht ganz unfreiwillig angerollt ist, nach Meinung der Geschädigten ernst gemeint, wirksam und angemessen? Was erwarten die einstigen Canisius-Schüler bzw. Absolventen anderer Jesuiten- oder anderer Schulen? Wie gehen sie mit der Erinnerung um? Welche Rolle spielt die Kirche heute in ihrem Leben? In diese Richtung werden die Fragen gehen.

    Korrespondentin und CBC Crew kommen nächste Woche aus Kanada nach Deutschland, sind höchstwahrscheinlich zwischen dem 21. und 23. März 2010 in Berlin und Hamburg. Das Interview nähme insgesamt
    höchstens eine halbe Stunde in Anspruch. Wenn gewünscht, würden wir die Identität des Interviewpartners nicht preisgeben, Gesicht und Stimme verfälschen.

    Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns freundlicherweise die
    Gelegenheit geben würden, mit Ihnen zu sprechen. Wir sind ein wirklich
    nettes, seriöses und höchst diskretes kleines Team. Der Beitrag
    wird nur in Kanada ausgestrahlt, CBC kann in Deutschland nicht
    empfangen werden. Wenn wir das Interview zudem auf Englisch aufnehmen könnten, wäre das perfekt – das ist aber keine Bedingung.

    Ich bin immer zu erreichen unter 0172-32 84 772 und per E-Mail:
    sylke.schumann@snafu.de.

    Vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung vorab.
    Mit besten Grüßen,

    Sylke Schumann
    für CBC – Radio Canada
    Mobil: 0172-32 84 772
    E-Mail: sylke.schumann@snafu.de.

  2. otto von corvin sagt:

    Kapitel 18

    Wahre Größe im Reich der Himmel – Warnung vor Verführung zur Sünde – Gleichnis vom verlorenen Schaf

    1

    Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größte im Himmelreich?

    2

    Jesus rief ein Kind zu sich und stellte das mitten unter sie

    3

    und sprach: Wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. {Matthäus.19,14}

    19,14
    Aber Jesus sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.

    4

    Wer nun sich selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich.

    5

    Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. {Matthäus.10,40}

    10,40

    Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

    6

    Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist. {Lukas.17,1)

    17,1

    Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht Ärgernisse kommen;

    weh aber dem, durch welchen sie kommen!

    “Wer aber ärgerte dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist.” {Lukas.17,1)

  3. Marco sagt:

    hi I am a survivor of sexual assault by a Jesuit Priest here in Australia . I was sadistically assaulted on school grounds during school hours at the age of 11. I am coming to Europe to protest at eh Popes visit to the UK. After I will be traveling to Germany where I hope to meet other survivors. If any of survivors or their families have the time to discuss the position of survivors in Germany please let me know by email.

  4. Jürgen Hildebrandt sagt:

    Eine entschädigung halte ich hier für angebracht un zwar in der Höhe von mindestens 120,000€.

    Immerhin handelt es sich hier um ein Elittendes Unrecht das nicht wieder gut zu machen ist.
    Allenfals nur eine Anerkennung und die erstattung von wirtschaftlichen Schaden sprich Rentenbeiträgen usw.
    Mußte schon mit 13 Jahren bauernarbeiten machen was ich immer Eckellig empfand

    Stallmisten usw.

    Folter ist das was mich an den Heimen errinnert.

    J. Hildebrandt

  5. Ein Betroffener sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin (20.09.2010)habe ich den Sprecher des ETs Matthias Katsch zu den Entschädigungszahlungen gehört – und es ist mir wichtig, dass er diese Nachricht liest:

    Bei dem Thema ‘Entschädigungszahlungen’ sollte in der Kommunikation darauf größten Wert gelegt werden, dass sich der nun anbahnende finanzielle Schaden für die Jesuiten, also die Höhe der Entschädigungszahlungen, aus den Taten der Jesuiten selbst und der gültigen Gesetzgebung ergibt!

    Die Forderung der Opfer ist eigtl. die Abwehr, dass man nun erneut die Täter verschont, und erneut den Opfern den von den Tätern angerichteten Schaden aufbürdet, wenn man auf lächerlichen 5.000 EUR eingeht, und nun größeres Augenmerk auf die finanzielle Situation der Täter legt, als auf die juristischen Konsequenzen ihrer Taten, die sich nun mal aus dem schweren Missbrauch ergeben.

    Erst die ‘dreckige’ Tatsache, dass Verbrecher nicht auf der Anklagebank sitzen mussten und auch nicht sitzen werden, und so über Jahre hinweg massenhaft Verbrechen ausführen konnten, führt dazu, dass nun ersten die Zahlen sich aufsummieren, und zweitens eine nachdrückliche Forderung zu gerechter Behandlung seitens der Opfer gemahnt und gefordert werden muss.

    Man sollte klarmachen, dass die Normalsituation der aufgeklärte Einzelfall darstellt, bei dem jeder einzelne Täter sich für jede Tat verantworten hätte müssen und auch die Konsequenzen tragen hätte müssen: Verurteilung, Haft, und Entschädigungen/Schmerzensgeld usw.

    Nicht weil die Opfer fordern, sondern weil die Täter sich ihrer Verantwortung stellen müssen/wollen/sollen, müssen auch die Konsequenzen von ihnen getragen werden.

    Und es hieße dem Bock zum Gärtner machen, oder den Verurteilten zum Richter, wenn nun die Täter ihr eigenes Strafmass bestimmen, noch dazu allein auf die finanzielle vorgegebene Belastbarkeit ausgerichtet, und nicht an der schwere der Taten.

    Ich denke, es ist wichtig, dass man sich und den Menschen immer wieder vor Augen hält, dass die Forderungen des Eckigen Tisches zu der Höhe der ‘Entschädigungs’zahlungen in erster Linie eine Forderung nach Verantwortungsübernahme der begangenen Verbrechen sein soll, und zunächst einmal ganz, wie bei einer normalen Verurteilung, und dass der sich aufsummierte Schaden durch die Verbrechen der Jesuiten verursacht wurde, und die Opfer nicht bereit sind, ein weiteres Mahl die Verantwortung oder die Last für die Konsequenzen der Verbrecher abzunehmen.

    Daraus ergibt sich meiner Meinung nach, dass zunächst immer erst einmal ein Entschädigungsbetrag stehen muss, der zu den Verbrechen in dem Masstab steht, wie er bei einer normalen Verurteilung festgestellt werden würde, und die Lats, wie dieser Betrag für die Verbrecher zu schultern sei, eigtl. nicht mehr die Opfer angeht, sondern das Problem der Täter bleiben sollte, und erst in einem zweiten Schritt zu Debatte stehen dürfte – und auf keinen Fall beides so vermengt werden dürfte, wie ja auch beim Missbrauch ständig die Verantwortung auf das Opfer übertragen wird.

    Das wäre mir wichtig, wenn dies in der Öffentlichkeit immer klar herausgestellt werden würde. Vielen Dank!

  6. Michael Lehmann sagt:

    @ein betroffener, die Täter hatten ein Armutsgelübte gegenüber dem Orden abgegeben und der Orden und die Struktutren des Ordens haben dafür gesorgt dass die Verbrechen nicht rechtzeitig aufgedeckt und bestraft werden konnten und dass weitere Verbrechen überhaupt erst geschehen konnten..

  7. Bernd Leding sagt:

    Als 12 jähriger Junge mußte ich in einer Einrichtung der Herz-Jesu-Priester eine schreckliche Zeit erleben.Ich wurde über einen Zeitraum von einem Jahr schwerst sexuell mißbraucht,einhergehend mit massiver körperlicher gewalt.Daraus resultiert,daß ich heute arbeitsunfähig,schwerbehindert bin und an vielen Beeinträchtigungen wie Depressionen,Alpträumen,Angst-und Panikattacken etc.leide.Seit vielen Jahren bin ich deswegen in psychotherapeutischer Behandlung.
    Ich wollte lange Zeit von einer finanz.Entschädigung nichts wissen.Wollte”aus meinem Leid kein Kapital schlagen”.Das erlebte ist nicht wiedergutzumachen aber es wäre eine Anerkennung.Ich hoffe,daß es zu einer gute Regelung kommt,und die Orden zu Ihrer Verantwortung stehen.

  8. schon vergessen sagt:

    warum soll es fuer Kapuziner billiger kommen , als fuer Jesuiten? Und warum soll es in deutschland preiswerter werden als in Irland

  9. Hallo Bernd

    Meine “Erfahrungen” stammen zwar nicht aus einem Jesuiten-Kolleg, sondern aus einer anderen Einrichtung, geführt von “Dienerinnen Gottes”.
    Aber da sehe ich sehr deutlich Paralellen:

    Das “Schlechte Gewissen”, die “Todsünde” uns an unserem eigenen Schicksal auch noch bereichern zu wollen ist uns damals von den Täterschaften vorzüglichst eingeimpft (eingeprügelt) worden.

    Ich verlange daher:

    1) Die “En-schädigung” (?) muß in jedem Falle die heutigen als auch *insbesondere* die zukünftigen Tatfolgen abdecken.
    2) Die Verantwortung für die Folgen einer hohen Entschädigungssumme hat alleine die Täterschaft zu verantworten.

    zu 1) Die Folgen werden mit zunehmenden Alter massiver. Nachzulesen z.B. beim Runden Tisch Heimerziehung:

    http://www.rundertisch-heimerziehung.de/infostelle.htm : “Da bin ich heute krank von”
    http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_dabinichheutekrankvon.pdf

    Die Spätfolgen der missbrauchten Schutzbefohlenen des Jesuitenordens unterscheiden sich m.E. nicht sonderlich von denen anderer Heimkinder. Trauma ist nunmal Trauma.
    Lediglich die Prognose kann *vieleicht* etwas günstiger Ausfallen *wenn* vorher sehr positive Erfahrungen im Elternhaus erfolgt waren.
    Einen Unterschied zwischen sexuellem Missbrauch und Missbrauch durch Prügel oder Demütigung sehe nicht so sehr, alleine schon da beides i.a.R. immer Hand in Hand geht

    zu 2) Ich zitiere mal einige Kommentare die ich bei einigen Zeitungen abgab:

    Der eingetretene und irreversible “Schaden”, einzig durch die Täter verursacht, ist ein Leben lang mit stärksten Einschränkungen verbunden. Daher ist eine Einmalzahlung niemals eine “Entschädigung”.
    Daß die Heimträger massiv drohen daß unsereins leer ausgeht wenn wir uns nicht deren Forderungen beugen ist nichts Neues, das wurde uns schon in der Heimzeit eingeprügelt.
    Überzogen sind die Forderungen beileibe nicht.
    Und machbar sind diese auch, da die Täterorganisationen über genug Kapital und Besitz verfügen.
    Siehe Ausland

    Folgende immer wiederkehrende “Argumentation” der Täterseite:

    “Diese z.T. caritativ tätigen Institutionen sind oft gar nicht finanzstark genug, um solche Lasten schultern zu können. Und häufig sind die Täter (und deren Helfershelfer sowie die vielen Mitwisser und Wegschauer) gar nicht mehr im Amt oder gar nicht mehr am Leben. Die Zeche zahlen dann andere, möglicherweise sogar Bedürftige, denen diese Organisationen dann nicht mehr helfen kann, denn Geld kann man bekanntlich nur einmal ausgeben. Wollen Sie das?”
    “wenn wir zu hohe Forderungen stellen dann müssen wegen uns carritative Einrichtungen geschlossen werden”.

    -> Das wirkt in 2-facher Hinsicht besonders subtil, da wir Betroffene genau wissen was es bedeutet hilflos (und ohnmächtig) dazustehen, und solcherart (damaliges) Erlebniss niemanden wünschen und erst recht nicht Verursacher dafür sein wollen.

    Meine Argumentation dagegen:

    Nun aber “drohen” die Täterorganisationen ihren eigenen Opfern mit einer sozialen Verantwortung welche die Täter – und nicht die Opfer – zu tragen haben !
    Die Opfervertreter verlangen zu keinem Zeitpunkt das Soziale Einrichtungen geschlossen werden sollen.
    Es gibt genug andere “Einrichtungen” im In- und Ausland welche durchaus geschlossen werden könnten.
    Wenn heutzutage ein Täter sich an seinem Opfer vergreift so wird dieser verurteilt und hat die Folgen zu tragen.
    Wenn der Täter Unternehmer ist und aufgrund der Tatfolgen das Unternehmen aufgelöst werden muß um dem Opfer z.B. Therapien und Erwerbsunfähigkeitsrente aufgrund der Tatfolgen zu zahlen so darf dies niemals gegen Arbeitsplatzverluste von Mitarbeitern aufgewogen werden !
    Oder etwa doch ?
    Oder gilt das nur dann wenn es sich um soziale Einrichtungen handelt ?

    NEIN !
    NIEMALS !

    Ich nehme für mich lieber ein Pleitegehen der Institutionen und damit notfalls auch ein Leerausgehen in Kauf als daß ich solcherart Grundgesetzwidrige Argumentation zulasse.
    Niemals wieder lasse ich mich nochmals zu einem Menschen 2-ter Klasse, oder mit den damaligen Worten: “unwerten Lebens” abstempeln.
    Niemals !

  10. prof.dr.gernot lucas sagt:

    und noch einmal : bitte, vergesst die ehefrauen und kinder nicht, die erheblichen schaden genommen haben durch die “geschädigten missbrauchsopfer der jesuiten”. prof.dr.gernot lucas aloisiuskolleg 1950 – 1958

  11. Michael Lehmann sagt:

    das geheimniss heisst: sell and lease back! da können die herrschaften aller coleur ihrr latifundien zu geld machen und ihre institutionen trotzdem weiterbetreiben, so diese denn wirklich wichtig sind..und..SAUBER!

  12. Arnd Herrmann sagt:

    Und wo meldet sich man nun, wenn man zu der Gruppe der Stellaner waehrend der Zeit von Pastor Stueper gehoert hat?

  13. Ein Weihnachtsmärchen…

    Es begab sich aber zu irgendeiner Zeit, dass ich auf der Straße überfallen wurde und außer den mir dabei zugefügten Verletzungen (Vergewaltigung, Baseballschläger über den Kopf gezogen) und den nicht unbeträchtlichen materiellen Verlusten (Tasche mit hohem Bargeldbeitrag geklaut, außerdem mein ganzer Schmuck und die wertvolle Uhr) noch erhebliche Spätschäden physischer und psychischer Art erlitt.

    Bei der Gerichtsverhandlung – die Täter sind eindeutig identifiziert und obendrein geständig – beschlossen diese, sowohl Richter als auch Staatsanwalt selber zu bestimmen, mich als Geschädigte aber ohne Anwalt zu lassen bzw. gleich ganz aus dem Gerichtssaal auszuschließen.

    Nach vielen Wochen, Monaten, ja – Jahren kam dann endlich der letzte Tag vor Gericht. Wie immer hatte der Angeklagte das letzte Wort.

    Angeklagter: Och nö, eigentlich möchte ich lieber nichts bezahlen… Und der Alten geht es doch eigentlich ganz gut finanziell – was will die denn?

    Richter: Stimmt. Und soviel Geld haben Sie auch garnicht, lieber Herr Täter. Entschuldigen Sie sich doch einfach ein bisschen. Vielleicht legen Sie sich mal kurz auf den Bauch? Nein, nicht vor Ihrem Opfer, das tut nun wirklich nicht Not…

    Wie gut, dass dies nur ein Märchen ist…

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,732875,00.html
    http://www.online-presseportal.com/newsticker/spiegel-keine-generelle-entschaedigung-fuer-ehemalige-heimkinder-11830/

  14. Michael Lehmann sagt:

    Klar ein Märchen, sowas ist doch in einem Rechtsstaat gar nicht möglich!
    Pfui Deibel, ihr verlogenes Pack am Runden Tisch!

  15. Cornelius sagt:

    Vielen Dank, dass es dieses Forum gibt. Seit Monaten lese eure Beitraege, das macht mir Mut! (ich selbst bin Missbrauchsopfer, aber meine Geschichte ist nur indirekt mit dem Ako verbunden).
    Ich habe versucht, den Missbrauchskandal am Ako bei der deutschen wikipedia Seite zu aktualisieren und ehrlicher zu machen. Meine fairen und mit Quellenangaben versehenen Aenderungen werden allerdings immer rueckgaengig gemacht – hat einer von euch Kontakt zu wikipedia oder kann sich da einschalten? Mir geht es um faire Darstellung und klare Informationen: An Transparenz scheint es den Jesuiten ja nicht zu unbediengt liegen..

  16. J. Hildebrandt sagt:

    Rundertisch.

    Die bekannt machung der Zahlen vom Runden Tisch ist ein Skandal.
    Teilt man die hundertmilionen durch 800000 Opfer ergibt dies eine Zahlung von rund 140€. Und das solls geqwesen sein? Für was hat mann sich bei der Infostelle entblöst? Nur damit die Wissenschaft futter für Ihre Arbeit hat.

    Fühle mich erneut gedemütigt und Ausgenutzt von diesem Deutschen Staat. Komme innerlich nicht mehr zu Ruhe weil mich diese Unverschämtheit mit der mann abgespeist werden soll aufwühlt und mich Betrogen fühle. Wenn ich das gewust hätte wie mann mit uns Opfern verfahren wollte hätte ich mich nicht so entblösen brauchen sonndern mich nur melden zu brauchen und das wars dann.

    Das Erlebte in den 2 Heimen geht mir heute noch sehr nach. Und hat einen großen einfluß auf mein leben. Wenn ich was erreichen möchte holt mich immer die Vergangenheit wieder ein und es wirt aus der Sache nichts. Grund: mir wurde eine Berufsausbildung ver weigert mit dem Worten: Das kannst Du ja sowieso nicht. Statt dess ist man nur auf gutwill anderer angewisen. Wenn die nicht wollen was in der Regel immer der Fall war wurde aus meinen Ansinnen nichts weil ich selber nicht an die Sache heran kam ohne andere.

    Nun steht man da auf Deutsch gesagt ohne Hemd und ohne Hösschen. Nämlich mit nichts.

    Hinzu kommt dann noch die Folter die man erleiden mußte. Hier möchte ich nicht weiter drauf ein gehen da sich diese Folter nicht unterscheiden von Heim zu Heim die Schmerzen sind über all gleich.

    Wie kann mann es möglich machen den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an zu rufen? Nur der kann dies unrecht als Menschenrechtsverletzung an erkennen.
    Nur so wären dann alle Verjährungen hinfällig und mann kan an die Täter rangehen.

    Wer kann hier zu angaben machen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort
    J. H.

  17. Michael Lehmann sagt:

    Danke J.H., dies scheint der nä. Schritt zu sein!

  18. Wie schon an anderer Stelle gesagt, die Empfehlung des runden Tisches ist für sich natürlich ein Skandal, liegt im Vergleich zu anderen Opfergruppen aber weit über dem dt. Durchschnitt.

    z.B. Opfer und Hinterbliebene von Asbestose, Schwermetallvergiftungen und Arzneimittelschäden haben bis vor wenigen Jahren meist diese Entschädigung bekommen: 0 Euro.
    Dazu durften sie die Gerichtskosten tragen.

    Erst in den letzten Jahren, wo bis zu 90% der Asbestose Opfer bereits verstorben sind, bzw. bei Vergiftungen und Arzneimittelschäden die meisten Ansprüche verjährt sind, werden geringfügige Entschädigungen von 1000-3000 Euro gezahlt, die noch nicht mal die zusätzlichen Kosten decken, denn viele Behandlungen mussten ja privat “liquidiert” werden.

    In keinem anderen Industrieland – m.A. von ÖST – sind dermaßen niedrige Schmerzensgelder gezahlt worden. Meist auch gar keine, selbst wenn entsprechende Fachgutachten vorlagen. Bundeseigene Behörden haben dann eigene “neutrale Gutachter” aufgefahren, die vorher jahrelang im Dienst der angeklagten Pharmariesen standen.

    Deshalb auch meine Kritik, daß ich D nicht für einen Rechtsstaat halte.

    Mich wundert ehrlich gesagt auch, weshalb so viele Opferinitiativen, wie ja auch der eckige Tisch, hier höhere Summen erwartet haben.

    Die Chronik der Opferverhöhnung, die sich durch die Jahrzehnte der BRD zieht, ist doch nur allzu bekannt.

    Auch diese Opfergruppen haben natürlich versucht den eur. Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, ohne Erfolg.
    Formaljuristisch ist dies ja auch völlig logisch, was verjährt ist ist verjährt. Rückwirkend die Verjährung aufzuheben verbietet das Grundgesetz.

    Ein Verfahren vor dem Eur. GH für Menschenrechte kostet ein paar Tausend Euro, weniger wegen der Gebühren, sondern weil der Prozess für den Anwalt sehr viel Papierkrieg und Arbeit bedeutet, dann bei den Terminen auch die Anreise, usw.

    Ein seriöser Anwalt wird von einem solchen Verfahren abraten, da es absolut chancenlos ist.

  19. Petra sagt:

    Ein aktueller Mißbrauchs-Skandal bleibt in Deutschland fast unbemerkt:

    In vielen “Apostolischen Schulen” der Legionäre Christi wurden nachweislich minderjährige Kinder und Jugendliche mißbraucht. Das geben Ordensleitung und Vatikan zu. Selbst Rom hat den konservativen Orden wegen seiner missbrauchsbegünstigenden Machtstrukturen massiv kritisiert und in einigen amerikanischen Bistümern ist er sogar verboten. Der Vatikan fordert, dass der Orden sich ändert, was offenkundig noch nicht geschehen ist, verfolgt man die Verlautbarungen.

    In Deutschland wurde in der Eifel eine solche Apostolische Schule aber 2008 neu eröffnet, in der die Minderjährigen abgeschottet von der Außenwelt in einem Internat von den Patres erzogen werden.

    In Wikipedia gibt es dazu zahleiche Links mit seriösen Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Legion%C3%A4re_Christi

    Auch eine NDR Radiosendung berichtet dazu detailiert: http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5055802

    Die Deutsche Bischofskonferenz schweigt dazu aber bis heute (Dezember 2010) unter http://www.dbk.de gibt es zum Orden keinen Eintrag, wenn man die Suchfunktion nutzt und im offiziellen katholischen Portal http://www.katholisch.de wird lediglich zum Orden verlinkt. Der Missbrauchsbeauftragte der DBK Bischof Ackermann hat noch nicht ein Wort in der Öffentlichkeit über diese akute Missbrauchsgefahr verloren. Eltern, die ihre Kinder in der Eifel unterbringen, wissen zum Teil nicht in wessen Hände sie ihre Kinder geben. Die Kritik an der deutschen Kirche wird immer lauter:
    http://www.rp-online.de/public/comments/index/aktuelles/panorama/deutschland/946680

    Während der Papst eine Reinigung des Ordens fordert und die gefährlichen Machtstrukturen kritisiert, sagt der vor Ort zuständige Bischof Kardinal Meisner genau das Gegenteil: „Ich sage nicht ‚Werdet gut‘, sondern ‚Bleibt gut!‘“ http://www.regnumchristi.org/deutsch/articulos/articulo.phtml?se=364&ca=119&te=782&id=31357

    Seit Monaten wird diskutiert wie deutsche Behörden (Jugendamt Euskirchen und Schulbehörde Köln) so eine nachgewiesene Gefahr zulassen können: http://www.orden-online.de/news/2009/01/07/die-apostolische-schule-der-legionaere-christi-in-bad-muenstereifel/ Auf dieser Seite heißt es, es wurden jetzt auch die Fraktionen in Köln und im NRW-Landtag informiert, außerdem Kinderschutzverbände und Medien.

    Aber die Politik bleibt bislang untätig oder schmückt sich sogar öffentlich mit dem weltweit in Verruf gekommenen Orden:

    Die ehemalige Familienministerin von der Layen versteht sich mit dem Laienzweig des Ordens Regnum Christi in Sachen Familienpolitik: http://www.schoenstatt.de/news2004/06juni/4t0648de-d—katholikentag-ulm18forum-frau.htm

    Bei der CDU im NRW-Landtag gehen die Legionäre ein und aus: http://cdu-rbk.de/index.php?ka=1&ska=1&idx=25024

    Die deutsche Öffentlichkeit und die deutsche Kirche machen offensichtlich die Augen zu. Und die Medien berichten lieber über den durch den Orden ins Stocken geratenen Seligsprechungsprozess von Papst Johannes Paul II: http://www.fr-online.de/politik/eine-unselige-verbindung/-/1472596/4748524/-/view/asFirstTeaser/-/index.html

    Der Orden versteht sich als Elite der katholischen Kirche. Das macht ihn so anfällig für Missbrauch. So sagte eine Missbrauchsopfer:
    “Man hatte uns gelehrt, dass wir anders waren als die anderen, und welches Kind, welcher Mensch übersteht es unbeschadet, wenn er merkt, dass er fortwährend bewundert wird? Was waren wir doch für Teufelskerle, wir in unserem Paradies hinter goldenen Gittern.” aus: „die Wurzeln des Missbrauchs“: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71892486.html
    Dieses Zitat eines Schülers der Odenwaldschule passt bei den Legionären Christi haargenau: Sie werden als katholische Elite erzogen, getrennt von anderen unterrichtet, tragen sogar in Deutschland Schuluniform, müssen bis zur Priesterweihe viel länger studieren als in anderen Orden oder Bistümern usw. und jetzt wurden im Dezember 61 von ihnen vom Kurienkardinal und Delegaten, der den Orden eigentlich reformieren soll, höchst persönlich in Rom zu Pristern geweiht. Diese Elitenbildung macht den Orden unter anderem so gefährlich.

    Und auch Bischof Ackermann beschreibt allgemein die Gefahr, die für die Apostolische Schule in Bad Münstereifel uneingeschränkt gilt:
    “Aber in bestimmten Institutionen, in einzelnen Schulen oder Internaten, haben Strukturen dazu beigetragen, dass der Missbrauch, den Einzelne verübten, über längere Zeit möglich war. Wir haben gelernt: Da wo Einrichtungen abgeschlossen sind von der Außenwelt, ob in der Kirche, im Sport oder auch in der Familie, ist die Gefahr von Missbrauch besonders groß.”
    Quelle: Interview des Bischofs vom 21.12.2010: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-TV-Es-geht-um-Anerkennung-erlittenen-Leids;art806,2635704

    Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über die Legionäre aber als sei das ein ganz normaler Orden. Keine Spur von Kritik und kein Wort zum Missbrauchsthema: http://www.ksta.de/html/artikel/1230850613573.shtml Die regionalen Medien wollen es sich offensichtlich nicht mit der Kölner Kirche verderben.

    Nun frage ich mich wann Kirche, Politik und Medien auch in Deutschland aktiv werden. In anderen Länder (Mexiko, Spanien etc.) wäre das heute so nicht mehr möglich.

    Hier besteht dringender Handlungsbedarf, damit nicht auch in Deutschland Kinder in diesem Orden missbraucht werden…

  20. Michael Lehmann sagt:

    Liebe Petra,

    der erste Schritt ist getan!

    Du hast alles hervorragend dokumentiert und hier öffentlich gemacht. Jeder der mit dem Thema befasst ist, muss eigentlich diese Seite hier lesen.

    Keiner der Zuständigen wird in irgendeiner hoffentlich für Opfer besseren Zukunft sich mehr mit dem Lieblingsspruch der in Deutschland Verantwortlichen und Machtausübenden herausreden können:

    ´Das haben wir doch alles nicht wissen können!´

    Dies Spiel ist aus!

  21. Michael Lehmann sagt:

    Ich kann hier auch noch ein paar Namen hinterherschicken:
    Merkel, Ackermann, Zollitsch, Meissner, Vollmer, von der Leyen, Schröder,
    von Mazier, Bergmann, Be Sixteen!, Schavan, von Guttenberg (SIE), Theissen, Apostel, alle Mitglieder der tollen Runden Tische, der Bischhofskonferenz, des Parlaments und der Länderparlamente, sowie die Schulaufsichtsämter und Jugendämter.. Und dann noch die Staatsanwaltschaften usw.

  22. Petra sagt:

    Lieber Michael,

    vielen Dank für Deine nette Rückmeldung. Das macht Hoffnung, wenn ich auch immer noch etwas skeptisch bleibe. Schließlich sind alle Informationen seit Monaten im Netz nachzulesen. Allerdings waren die Zusammenhänge bisher noch nicht so zusammengefasst und nicht auf einer so gut im Internet platzierten Seite. So weit ich das absehen kann wird “Eckiger Tisch” ja im Netz sehr gut verlinkt.

    Aber vermutlich wird in der Eifel erst etwas passieren, wenn dieser Skandal um die Apostolische Schule in Bad Münstereifel auch in den Presseagenturen gemeldet wird. Und das ist noch nicht der Fall. Die holen sich ihre Meldungen ja meist nicht aus dem Internet, oder? Dazu müßte wahrscheinlich eine Partei eine (kleine oder große) Anfrage im Parlament starten. Oder ein Opfer- bzw. Kinderschutzverband müsste dazu eine Pressemeldung veröffentlichen. Eine Möglichkeit wäre auch die verantwortlichen Behörden zu verklagen, weiss aber nicht ob das erfolgreich sein dürfte. Die verstecken sich ja hinter einzelnen Paragrafen statt dem Geist unserer Rechtsordnung mit seinen Grundrechten gerecht zu werden.

    Nun hoffe ich, dass sich diese Informationen weitertragen und die Verantwortlichen damit auch bald konfrontiert werden.

    Unter dem genannten Link bei “Orden-Online” sind Fragen zusammengefasst, die man an alle Verantwortlichen richten sollte:

    “Nun stellen sich diesbezüglich einige höchst brisante Fragen:

    1.) Verschließen die Deutsche Kirche und die deutsche Öffentlichkeit die Augen vor diesem Problem in der Eifel?
    2.) Ist die Deutsche Bischofskonferenz so beschäftigt mit der Aufarbeitung der früheren Mißbrauchsfälle, dass sie diese konkrete Gefahr ignoriert, während der Kölner Kardinal seine schützende Hand über diese Ordensstrukturen hält?
    3.) Wenn Bischof Ackermann sagt, dass die Kirche diesbezüglich gelernt hat, warum zieht sie dann keine Konsequenzen, wenn sich eine derart konkrete und von Rom bestätigte Gefahr in Deutschland entwickelt hat?
    4.) Was brauchen die Genehmigungsbehörden (Jugendamt Euskirchen und Schulverwaltung Köln) noch um tätig zu werden?
    5.) Bedarf es erst nachweislich auch mißbrauchter Kinder in der deutschen Apostolischen Schule in Bad Münstereifel, bis etwas gegen diese erwiesene Gefahr unternommen wird? (Eine Mailantwort der Schulbehörde geht in diese Richtung.)

    Ja, hier handelt es sich nicht nur um einen kirchlichen Skandal. Hier geht es auch um einen Behördenskandal in Deutschland, konkret in Nordrhein-Westfalen.”

    Diesen Fragen und der Einschätzung kann ich mich nur anschließen.

    Und wem die Fakten noch nicht genügen: Eine vorläufige Zusammenfassung zum weltweiten Mißbrauch in dem Orden gibt es hier, mit zehn weiterführenden Links. Das meiste wird selbst vom Vatikan bestätigt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche#Legion.C3.A4re_Christi

    Es geht hier aktuell und ganz akut um den Schutz minderjähriger Kinder und Jugendlicher und ich hoffe dass etwas passiert bevor es zu spät ist!

  23. @ Michael: Wer oder was ist “Be Sixteen” ? Konnte da selbst im Internet nichts plausibles finden.

    @ Petra: “In vielen “Apostolischen Schulen” der Legionäre Christi wurden nachweislich minderjährige Kinder und Jugendliche mißbraucht.”

    Ja, aber z.B. auch bei den Zeugen Jehovas, die ja nun nicht zur kath. Kirche gehören, sowie bei vielen evangelikalen Strömungen in den USA.

    Kein Außenstehender kann doch beurteilen, ob aktuell auch noch / wieder Kinder und Jugendliche dort missbraucht werden.

    Wäre dies so, könnte ja jemand Strafanzeige stellen, dann würde die Presse auch darüber berichten.

    Man kann aber einen Orden nicht vor einer Tat anklagen, oder weil in der Vergangenheit etliche Straftaten begangen worden sind.

    Es sei denn, man würde ihn als “kriminelle Vereinigung” einstufen.

    Wenn der Papst diesen Orden kritisiert, dann wohl eher deshalb, weil er eine weitere Abspaltung, bzw. größere Unabhängigkeit befürchtet.

    z.B. sind schon in den 70er Jahren etliche Missbrauchsfälle in der kath. Kirche Italiens, Portugals und Spaniens bekannt geworden.

    Wer mal Zeitungsarchive durchforstet, der wird feststellen, daß dieses Thema in Wellen immer wieder auftauchte, bereits seit Anfang der 70er.

    Will sagen, es gibt doch schon seit Jahrzehnten kein Informationsdefizit, sondern ein Handlungsdefizit.

    Mich hat u.a. auch geärgert, daß viele Vertreter der kath. Kirche in den Medien so taten, als wären sie Anfang 2010 aus allen Wolken gefallen.

    “Massenhafter Missbrauch bei UNS ? Gott bewahre ! “, gleichzeitig haben sie aber bei konkreten Nachfragen, die Antworten mußte man ihnen buchstäblich aus der Nase ziehen, einen Fall nach dem anderen eingeräumt. ” Ja, da war mal was, da haben wir Herrn X dann von A nach B versetzt, man konnte ja nicht ahnen….. “, usw.

    Auch jeder nicht persönlich Betroffene, der dies in den Medien im fast abgelaufenen Jahr verfolgt hat, muß sich doch von den meisten Kirchenvertretern verschaukelt fühlen.

    Darunter sind sicher auch solche, die sich ernsthaft um Aufklärung und Präventionsarbeit bemühen.

  24. Petra sagt:

    @Caroline Kaiser

    Leider ist das was bei den Legionäre vor sich geht nicht vergleichbar mit Einzelfällen in anderen Orden. Der Gründer, der des Missbrauchs überführt wurde, hat diesen Orden 64 Jahre lang geleitet und ein Machtsystem etabliert, das selbst vom Heiligen Stuhl kritisiert wird. Der Papst fordert wörtlich eine “Reinigung”, die aber noch nicht umgesetzt ist. Noch vor wenigen Tagen gab es vom Vatikan einen Aufruf, dass sich die Legionäre erneuern müßten: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=448113

    Rom gibt zu, dass es einen Personenkult um diesen pädophilen Kriminellen gibt, der bis in jüngste Zeit anhält: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=446536
    http://www.kna.de/webnews/kwn09/20101214-BD-1545.32QO-1.html

    Die Schätzungen gehen von 20-100 Missbrauchsopfern durch den Gründer Maciel aus. Die Dunkelziffer ist bekanntlich oft höher. Problematisch ist dabei aber vor allem, dass diejenigen Ordensmitglieder, die den Missbrauch angezeigt haben den Orden verlassen haben, aber die Gefahr viel größer ist die von denen ausgeht, die mißbraucht wurden und im Orden verblieben sind. Die Forschung ist sich schließlich einig, dass gerade männliche Missbrauchsopfer, die im Missbrauchsmilieu bleiben, gefährdet sind selbst zu Tätern zu werden.

    Gravierend ist auch, dass die Ordensleitung behauptet von den Machenschaften ihres Gründers nichts mitbekommen zu haben und das obwohl die Vorwürfe seit Jahrzehnten öffentlich bekannt sind.

    Bei den Legionären Christi handelt es sich nicht um Einzelfälle sondern um ein strukturelles Problem, da ein missbrauchbegünstigendes Machtsystem über Jahrzehnte etabliert wurde. Und das wurde nicht von irgendjemand so einschätzt sondern vom obersten “Dienstherrn” des Ordens, vom Heiligen Stuhl selbst:
    http://www.vatican.va/resources/resources_comunicato-legionari-cristo-2010_ge.html

  25. Michael Lehmann sagt:

    ´Be sixteen´ B16 oder Benedikt der XVI Nomen est Omen!
    Auch der `Papst´ genannt, ehemaliger Ratzinger..

  26. Michael Lehmann sagt:

    Be Sixteen.., Erfinder der Delictis Graviborus, (Meldepflicht nach innen, Schweigepflicht nach aussen) in seiner früheren Eigenschaft als Leiter der Kongregation, ehemalige Inquisition, hat alles gewusst, war selber am ALoisisuskolleg nah genug dran, sein Bruder hat auch zugegeben solange geschlagen zu haben wie dies gesetzlich nur möglich war bei den Domspatzen, hat heute die totale Macht, ein Wort von IHM und die Opfer auf der ganzen Welt würden vernünftig entschädigt, so das sie den Rest ihres Lebens zumindest in materieller Hinsicht Sorgenfrei wären…

  27. Petra sagt:

    @ Jugendamt Euskirchen und Schulbehörde Köln

    Als staatliche Behörden sind Sie dem Grundgesetz verpflichtet. Ihre Aufgabe ist es Kinder und Jugendliche zu schützen und Kindeswohlgefährdung aktiv abzuwehren. Wie das konkret umzusetzen ist wird unter anderem in § 8a SGB VIII geregelt:

    „(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abzuschätzen….“ Nun empfehle ich den zuständigen Behördenmitarbeitern und der Leitung diese Abwägung gerichtsfest in den Akten festzuhalten. Schließlich steht hier die strafrechtlich relevante Garantenpflicht nach § 13 StGB (Begehen durch Unterlassen) im Raum.

    Die zu berücksichtigenden Fakten sind:

    Die minderjährigen Kinder und Jugendlichen werden in der Apostolischen Schule in Bad Münstereifel auf den Priesterberuf und ein zölibatäres Leben hin erzogen. Solche „Kleinen Seminare“ bzw. „Knabenseminare“ wurden in Deutschland sowohl von den Bistümern als auch von den hier ansässigen Orden abgeschafft. Schließlich sind die Kinder noch zu jung, um eine solch weitreichende Entscheidung treffen zu können. In Deutschland müssen Seminaristen sinnvollerweise volljährig sein, um in ein Seminar eintreten zu dürfen. Die Legionäre Christi haben 2008 mit Genehmigung Ihrer Behörden in Deutschland diesen Grundsatz aufgehoben. Nach Kirchenrecht müssen Männer und Frauen beim Ordenseintritt volljährig sein. Da es sich bei den Kindern und Jugendlichen in den Apostolischen Schulen aber um keinen kirchenrechtlichen Status handelt, wird diese sinnvolle Regelung umgangen. Faktisch leben die Minderjährigen aber im Orden und das strenger als in anderen Orden die Postulanten, Novizen und Ordensmitglieder.

    Selbst unabhängig von den Missbrauchsstrukturen des Ordens liegt hier eine Kindeswohlgefährdung vor. Die Kinder und Jugendlichen werden schließlich von anderen Kindern und Jugendlichen abgeschottet. Selbst in den naturwissenschaftlichen Unterrichtsstunden im benachbarten katholischen Gymnasium heben sich die Schüler durch ihre Schuluniform ab und werden auch hier nicht gemeinsam mit anderen unterrichtet. Die Jungen sind selbst in den Ferien kaum zuhause und haben kaum Kontakt mit anderen Gleichaltrigen, insbesondere nicht mit gleichaltrigen Mädchen. Diese sektenartige Abschottung fernab von der Gesellschaft und der eigenen Familie ist für die Identitätsbildung und die psychosoziale und psychosexuelle Entwicklung der Kinder und Jugendlichen schädlich. Alleine diese Fakten stellen eine Kindeswohlgefährdung dar.

    Die gesamte Problematik ist offenkundig und Sie müssen diese Fakten in Ihre Abwägung mit einbeziehen. Hierbei ist es völlig unerheblich, ob es sich bei dem Orden um eine kriminelle Vereinigung handelt. Die Gefährdungen, die zusätzlich von den bekannten und nachgewiesenen Machtstrukturen der Organisation ausgehen und eine überdurchschnittlich erhöhte Missbrauchsgefahr darstellen, sind schließlich offenkundig. Der oberste Dienstherr der Organisation, der Heilige Stuhl, hat die zentralen Fakten öffentlich zugegeben. Fakten und seriöse Quellen sind zur Genüge bekannt (s. Links oben).

    Den Behördenmitarbeitern möchte ich keine unlauteren Absichten unterstellen. Vielleicht sind sie ja sogar dankbar für Argumentationshilfen und Unterstützung von außen. Es ist ja auch nicht einfach, wenn ein mächtiges Erzbistum die Situation vielleicht anders darstellt, da sich ja der Kardinal persönlich um die Legionäre Christi kümmert.

    Wer möchte kann sich ja auch selbst an die zuständigen Behörden (Jugendamt und Schulbehörde) wenden und diese Fragen abklären lassen:
    http://www.kreis-euskirchen.de
    http://www.bezreg-koeln.nrw.de

    Das Copyright für alle oben stehenden Argumente gebe ich gerne frei.

    Vielleicht ist noch Zeit zu Handeln bevor es zu spät ist…

  28. Michael Lehmann sagt:

    Na also, die Wellen weiten sich aus, schon wieder mal ein Haufen Leute, die später nicht sagen können: ´Das konnten wir ja alles gar nicht ahnen..´

    http://www.orden-online.de/news/2009/01/07/die-apostolische-schule-der-legionaere-christi-in-bad-muenstereifel/#comment-5303

  29. Danke für die Infos.

    Das System selbst ist ja immer identisch, Abschottung, Personenkult, Schläge, sex. Missbrauch. Nach außen hin verkauft man sich als Heiland und Heilsbringer, kritisiert dann angebliche “moralische Verwerfungen”, wie z.B. zuviel Nacktheit in Illustrierten, während man selbst Kinder schlägt und missbraucht. Da man ja selbst gottähnlich oder zumindest direkter “Angestellter” Gottes ist, ist dies dann wohl moralisch unbedenklicher ? Der Gründer des Ordens war ein Krimineller und hat diesen Orden ebenso geführt, die Frage ist nur, wie sieht es momentan aus ?

    @ Petra: “Schließlich sind die Kinder noch zu jung, um eine solch weitreichende Entscheidung treffen zu können.”

    Kinder sicher, aber ab 14 ist man ja in D Jugendlicher und auch strafmündig. Also ich wußte schon mit 12, daß ich um alle Religionen einen großen Bogen mache.

    Wie gesagt, ein solches System wie im Orden begünstigt sicher Missbrauch, heißt aber noch nicht, daß deshalb automatisch momentan Missbrauchstaten begangen werden. Dafür fehlen mir einfach Indizien, die hier ein sofortiges Eingreifen der Behörde rechtfertigen würde.

    Auch auf privaten und konfessionslosen Internaten, z.B. reinen Jungen- oder Mädchenschulen, gibts ja diese Strukturen.

  30. Petra sagt:

    @Caroline Kaiser: Genau das ist ja das Problem, dass es offensichtlich eine weit verbreitete Auffassung ist, es müsse in einer speziellen Einrichtung erst nachweislich Missbrauch begangen worden sein, bis man Kindern tatsächlich helfen kann. Das ist nach deutschem Recht aber nicht notwendig. Im Gegenteil, denn Kindeswohlgefährdung bedeutet eine Einschätzung der Gefahrenlage also eine Einschätzung für die Zukunft, die nicht an vergangenen Missbrauchsfällen in einer speziellen Einrichtung festgemacht werden muss, sondern durch Einschätzung des Gesamtzusammenhangs der Gefährdungslage. Will man wirksam und präventiv Kinderschutz betreiben, muss es also andere Kriterien geben als der vollzogene Missbrauch in einem bestimmten Haus. Sonst würden wir uns bei diesem Thema immer nur mit der Vergangenheit befassen und nicht auch mit der wichtigen Frage: Wie kann Missbrauch in der Zukunft verhindert werden? Und wenn eine Gefährdungseinschätzung auch für andere Einrichtungen gilt, muss das jeweilige Jugend- und Schulamt eben nicht nur bei den Legionären Christi sondern auch in den anderen Einrichtungen tätig werden. Es geht also um den staatlichen Schutzauftrag von Behörden, denn wenn der Staatsanwalt anklagt ist es für Prävention meist zu spät.

    Auf der oben verlinkten Seite von Orden-Online.de wurde ein Beispiel benannt, wodurch deutlich wird, dass bei diesem Thema in Deutschland offensichtlich mit unterschiedlichem Maß gemessen wird:

    Da heißt es sinngemäß, dass einem Moscheeverein von deutschen Behörden sicherlich nicht erlaubt würde, Kinder abgeschottet von der Gesellschaft zu Geistlichen zu erziehen. In Deutschland ist es aber möglich, dass ein fundamentalistischer Orden, trotz nachgewiesener Missbrauchsstrukturen von Behörden eine Lehrerlaubnis erhält und Kinder zu Priestern erzieht.

    Bis 2008 hatte es jedenfalls ein Knabenseminar in Deutschland nicht mehr gegeben: Wieder einmal eine Rolle rückwärts…

  31. Annemarie sagt:

    wenn es mal nur knaben wären..auch frauen wurden zu übungszwecken mißbraucht. 1 kor 13 steht doch, dass man das darf als sj, oder? unverbindlich mal seine bedürfnisse auslassen und sich dann wieder höheren dingen widmen. jesuiten konnten immer schon gut reden. die macht des wortes. ich habe meinem schänder neulich nach jahren die meinung gegeigt, er wollte alles bagatellisieren. hat ihm aber nichts geholfen. während eines beichtgesprächs ging er mir massiv an die wäsche..und rechtfertigte das mit 1 kor 13.geheiratet hat er und fand nach kurzer zeit seine frau kalt im bett und hat sich wieder an mich rangemacht. ohne erfolg..wenn wir auf den tag warten wollen, an dem jesuiten irgendetwas einsehen..die wollen nur ihren arsch retten..die fernsehsendung über den ach so intelligenten pater mertes zeigt doch, was denen wichtig ist.die mißbrauchsbeauftragten sind kalt und wollen einem ihre lösungen aufzwingen.ich habe im kirchendienst gearbeitet ende der 70 er und hatte nicht nur jesuiten am hals im wahren sinne des wortes. ordensleute scheinen besondes anfällig zu sein. dominikaner, franziskaner..-

  32. anna.rixen sagt:

    Mein Bruder war bis 1972 auf dem Ako, ich selbst habe auf dem Päda 1985 Abi gemacht. Natürlich kannte ich Ako-Schüler, natürlich auch die Patres, deren unfassbare Taten nach so vielen Jahren ans Licht kommen. Wenn ich die Forenbeiträge lese, wird mir übel angesichts der Vorfälle. Ich bewundere die Offenheit, mit der in diesem Forum über die Verletzungen berichtet wird und wünsche den Betroffenen viel Mut und hoffentlich auch Hilfe.

  33. Johannes Schumacher sagt:

    Missbrauchs-Entschädigung: Franz Sales Haus Essen und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK)

    Ab 5.000 Euro pro Opfer durch die DBK oder der Gerichtsweg

    (News4Press.com)

    Die katholische Kirche hat ein Angebot zur Entschädigung für Missbrauchsopfer vorgelegt. Betroffene zeigen sich über den Vorstoß der Bischofskonferenz empört.

    Die Opfvertretung “Eckiger Tisch” forderte als Entschädigung zuletzt rund 80.000 Euro pro Person als Anerkennung des Leids und zur Bewältigung des beschädigten Lebens. Die katholische Kirche will jedem minderjährigen Opfer sexuellen Missbrauchs bis zu 5000 Euro Entschädigung zahlen. Bei besonders schweren Fällen auch wesentlich höhere Einzelbeträge. Zusätzlich will die Kirche bei akutem Bedarf Kosten für eine Psychotherapie oder Paarberatung übernehmen. Dieses Angebot legte die Bischofskonferenz bei den Beratungen des Runden Tischs der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin vor. Außerdem soll es einen Präventionsfonds geben, der mit 500.000 Euro ausgestattet wird. Selbsthilfeorganisationen und -Vereine gehen davon aus, dass dieser Fonds schon nach kürzester Zeit ausgeschöpft ist. Mit einer Auffüllung des Topfes wird nicht gerechnet, so dass den Opfern dann nur noch der Klageweg über die Gerichte offen steht. Die Aussichten auf schnelle Durchsetzung von Zahlungen sind erheblich besser geworden, weil die Kläger die DBK in die Pflicht nehmen sollten, um entsprechend vollstreckbare Gerichtstitel zu erwirken.

    Die katholische Kirche macht das Angebot im Alleingang, ohne Regelungen aus der Arbeit des Runden Tischs abzuwarten, die noch nicht absehbar seien. Die Kirche sehe sich in der Pflicht, eine möglichst schnelle Hilfe anzubieten. Betroffene können sich bereits vom 10. März an mit Anträgen an die “Deutsche Bichofskonferenz” wenden oder direkt an die “Heiminstitutionen” in denen sie missbraucht wurden. Diese sind angehalten die Anträge befürwortend weiterzuleiten. Eine besonders betroffene Einrichtung in NRW ist das Franz Sales Haus in Essen. Ein Mitarbeiter des Hauses berichtet, dass eigene Mittel der Entschädigung nicht bereit gestellt werden sollen. Denkbare Zahlungen könnten nur mit Personal- und Leistungskürzungen kompensiert werden.

    Auf Grund der Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz sollten sich die Opfer des Franz Sales Hauses Essen über den Bischof Franz-Josef Overbeck an die DBK wenden. In welchem Umfang das Franz Sales Haus mit der DBK und dem Bistum Essen kooperiert ist noch unklar. Dieses gilt insbesondere für den finanziellen Eigenanteil der Opferentschädigung. Das Haus betont, dass Kürzungen im Personal- und Leistungsspektrum für die derzeitigen Angestellten und BewohnerInnen nicht auszuschliessen sind, wenn eigene Geldbeträge zu leisten wären.

    Die Hilfen hätten das Ziel, “zur Heilung der Folgen sexuellen Missbrauchs” beizutragen, erklärte die Bischofskonferenz. Alle Leistungen seien freiwillig und erfolgten ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Die Entschädigung in Höhe einer Einmalzahlung in Höhe von bis zu 5000 Euro soll nach dem Angebot der Bischofskonferenz vom Täter persönlich übernommen werden. Wenn der Täter nicht mehr belangt werden kann oder nicht freiwillig zahlt, soll ersatzweise die betroffene kirchliche Stelle einspringen. Allerdings wird damit gerechnet, dass bis zur Auszahlung des Geldes über die DBK – und der Klärung der Täter-Umstände – einige Zeit vergehen kann.

    Die Bischöfe hätten keine Pauschallösung für alle Opfer gewollt, erläuterte der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann. Jeder Fall werde auf Antrag einzeln geprüft. Die Auszahlungen sollten möglichst schnell erfolgen und noch in der ersten Jahreshälfte anlaufen. Die Prüfung der Anträge soll eine Zentrale Koordinierungsstelle übernehmen.

    Das Angebot zur finanziellen Entschädigung bezieht sich auf Fälle, bei denen wegen Verjährung kein durchsetzbarer rechtlicher Anspruch mehr auf Schadensersatz und Schmerzensgeld besteht. Um anderen Opfern, bei denen die Fälle noch nicht verjährt sind, einen Rechtsweg zu ersparen, sollen außergerichtliche Einigungen angestrebt werden.

    Anträge auf Entschädigung können Personen stellen, “die geltend machen, als Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Bereich geworden zu sein”. Die Richtigkeit der Angaben ist schriftlich an Eides Staat zu erklären, weitergehende Belege oder Beweise werden laut Ackermann nicht verlangt.

    Angaben über die zu erwartende Anzahl an Anträgen kann die Bischofskonferenz noch nicht machen. Gerechnet wird mit “einigen Tausend”. Auch genaue Opferzahlen gibt es bei der Bischofskonferenz noch nicht. Dies liegt auch daran, dass einheitliche Daten aus den einzelnen Bistümern noch nicht vorliegen. Hierfür soll erst ein Raster erarbeitet werden, das auch datenschutzrechtlichen Bestimmungen genügt.

    Opfer sexuellen Missbrauchs haben sich unterdessen empört über das Entschädigungsangebot der Kirche geäußert. “Es ist schäbig, wie die reichste Kirche der Welt versucht, sich aus der Affäre zu ziehen”, sagte der Sprecher der Opfergruppe Eckiger Tisch, Matthias Katsch, der “Frankfurter Rundschau”.

    Katsch sagte, die genannte Summe von bis zu 5000 Euro sei eine “Unverschämtheit”. Es gehe offenbar nicht um die Frage, was für die Tat angemessen sei, sondern was sich die Kirche leisten wolle. “Die Täterorganisation legt selbst fest, was ihr die Angelegenheit wert ist.”

    http://www.eckiger-tisch.de/

    http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/

    http://www.franz-sales-haus.de/

    http://www.bistum-essen.de/

    http://www.dbk.de/

    freier Journalist EPF
    Johannes Schumacher
    Am Stadtrain 28a
    41849 Wassenberg
    Tel:024329335022
    johannes19520@googlemail.com

  34. @ Herr Schumacher:
    Nicht: “Ab 5.000 Euro pro Opfer durch die DBK”, sondern “BIS”.
    Wie Sie ja auch im Verlauf des Artikels richtig schreiben.

    Die Informationsflut bringt es leider aber mit sich, daß viele nur noch Überschriften lesen. Viele Zeitungen hatten auch die Überschrift
    ” katholische Kirche will Opfern 5000 Euro zahlen “, was dann ja gar nicht den Tatsachen entspricht.

    Wo ich gerade bei “nicht den Tatsachen entspricht” bin, einige ihrer Artikel über die NL entsprechen den Tatsachen auch nicht.
    In einigen Beiträgen haben Sie die Rechtslage völlig falsch dargestellt, die angeblichen Rechtslücken bei der Verfolgung von KP im Internet gibt es in den NL nicht.

  35. Bernd Leding sagt:

    Als Mißbrauchsopfer,der in seiner Jugend ein schreckliches Martyrium erleben mußte,verfolge ich die Diskussionen und Verhandlungen des Runden Tisches mit großem Interesse aber auch mit größer Sorge.Ich habe wenig Hoffnung,daß es hier zu einem guten Ergebniss kommt.Aber was will man auch verlangen bzw.erwarten wenn CDU-Ministerinnen in diesem Gremium vertreten sind.”Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”.Wollen wir uns doch nichts vormachen,von diesem Runden Tisch haben wir nichts zu erwarten!Eine Farce und große Enttäuschung!Wir Opfer erhalten eine weitere “Ohrfeige”,werden gedemütigt und bald vergessen sein.Man sieht doch an den Medien,wie schnell so ein Thema abgehakt ist.Trauriges Kapitel in Deutschland,einem der reichsten Länder der Welt.

  36. Annemarie W sagt:

    Es geht bei Kirchens immer nur um Mißbrauch an Minderjährigen. Ich war damals Studentin. Man will uns vorschreiben, w i e wir die Erlebnisse zu verarbeiten haben. Und wer sich nicht ans Schema hält, ist draussen.Im Namen der Bibel grabschen, per Gehirnwäsche als verklemmt bezeichnet zu werden,das ist doch normal, was ich da gemacht habe mit dir… wenn man nicht will..vor allen Dingen kann ich mich nicht erinnern, dass je ein weltlicher Mann mich ungefragt begrabscht hätte, wie es die beiden Ordens”heiligen” damals getan haben.. der Dominikaner hat mir wenigstens einen klugen Ant-Zölibatsvortrag gehalten.Aber auch da hatte der ne Meise, der nicht mitmachte.Dieses eloquente PopenVolk war erstens nicht normal, hatte die Vorstellung, Grabschen gehört zur normalen Kommunikation und Schuldbewußtsein ist bis heute vielfach gleich null.BERND LEDING..die kapieren es nicht. Das ist das Problem.Mißbrauch ist keine Sache zwischen Opfer und Täter, die ganze Gesellschaft ist beteiligt. Das zieht Kreise, die sich keiner vorstellen kann.Man wird an allen Ecken und Enden damit konfrontiert und muss erklären..begründen, rechtfertigen..

  37. Stefan H. sagt:

    Durch zahlreiche Medienberichte bin ich auf http://www.eckiger-tisch.de aufmerksam geworden.

    Ich selber wurde in den 7oer Jahren im Alter von 10 Jahren über 2 Jahre lang zum “Mißbrauchsopfer” eines katholischen Pfarrers in Stuttgart, der wie ich erfahren habe bereits verstorben ist.

    Durch die fast tägliche Berichterstattung in den Medien im Jahr 2010 kam es bei mir zu einer wie mein Psychologe heute sagt “Retraumatisierung”.All die schlimmen Erinnerung des schweren, sexuellen Mißbrauchs waren plötzlich, und sind bis heute wieder real vorhanden.

    Ermutigt durch Schilderungen anderer Mißbrauchsopfer in den Medien, habe ich mich im März 2010 dazu entschlossen, den Bischof der Diozöse Rottenburg – Stuttgart Herrn Dr. Gebhard Fürst über den mir wiederfahrenen schweren, sexuellen Mißbrauch schriftlich zu informieren.

    Was folgte war eine schriftliche Rückantwort von Dr. Thomas Broch
    Pressesprecher/ Bischöfliche Pressestelle, worin er mir mitteilte: ” Ich möchte ihnen heute berichten, das die Komission sexueller Mißbrauch der Diozöse Rottenburg-Stuttgart sich bei ihrer Sitzung am 12. April 2010 auch mit ihrem Schreiben vom 21. März 2010 befasst hat … es steht nach ihrem Bericht für die Komission außer Frage, das sie als Kind und Jugendlicher schlimme Erfahrungen machen mussten … es wurden ihnen Dinge angetan, die geeignet sind, die Seele und das Leben eines Menschen weit in das Erwachsenenalter hinein schwer zu belasten und schädigen …”.

    Bedingt durch die eingetretene, schwere “Retraumatisierung” habe ich mich über den Kontakt des Pressesprechers Herrn Dr. Thomas Broch in der Psychologischen Beratungsstelle RAT UND TAT der Diozöse Rottenburg- Stuttgart HILFE davon versprochen (erwartet), meine schlimmen, sexuellen Mißbrauchserlebnise in meiner Kindheit, für mich selber zu verarbeiten! Seit Dezember 2010 befinde ich mich bis heute auf Anraten der Psychologischen Beratungsstelle RAT UND TAT in professioneller psychotherapeuthischen Behandlung!

    Am 27. Juni 2011 erhielt ich unaufgefordert von der Diozöse Rottenburg-Stuttgart einen Antrag auf “Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfer sexuellen Mißbrauchs zugefügt wurde”. Darin heisst es u.a.:” Ihren Antrag werden wir zunächst in der Komission sexueller Mißbrauch sorgfältig prüfen ( was bereits ja schon im April 2010 geschehen ist) und mit einer Empfehlung an Bischof Dr. Gebhard Fürst weiterleiten. Wir werden Ihren Antrag nach unserer Prüfung auch an die Zentrale Koordinierungsstelle der Deutschen Bischofskonferenz zur Kentnis weitergeben”. Und am Ende des Begleitschreibens heisst es dann noch: “Die Prüfung und das o.g. Verfahren kann noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten Sie insofern höflich um Verständnis und Geduld.”

    Inzwischen sind 3 Monate vergangen, seit ich den o.g. Antrag mit dem gewünschten Behandlungsplan meines Psychotherapeuthen eingereicht habe! Bisher keine Reaktion!

    Aus den Medien (REPORT Mainz) und hier auf dieser Seite habe ich erfahren, das der von mir geschilderte Sachverhalt leider keinen “EInzelfall” darstellt! Und es vielen Mißbrauchsopfern ähnlich, bzw. genauso ergangen ist wie mir selbst.

    Meine Frage wäre nun, ob ich mir professionelle Hilfe zur Durchetzung meiner Interessen (Entschädigung) durch einen Rechtsanwalt holen soll? Oder einfach weiter “abwarten” soll, da es sich bei der Entschädigungsleistung um eine “freiwillige Leistung” handelt?

    Ich bin gerne bereit, auch weiterhin Kontakt mit Ihnen aufzunehmen, und ggf. Informationen mit ebenfalls Betroffenen auszutauschen!

  38. Anne(Annemarie) sagt:

    das dauert länger, aber sie sollten sich mal wieder per einschreiben oder telefonat melden.jeder mensch hat sein schicksal. man kommt nicht drumherum. wenn wir anders erzogen worden wären, andere eltern gehabt hätten, hätten die täter keine chance gehabt. meine kinder lassen sich nichts gefallen.so schäbig kirche sein kann, so nette vertreter hat sie auch. diese erfahrung hat meine mißbrauchsgeschichte im grunde ausgeglichen.was mir ein jesuit angetan hat, hat ein anderer jesuit wieder ausgeglichen.

  39. Reiner Klein (Brötchen) sagt:

    Hallo zusammen…einige von Euch sind mir seit Paderborn und Berlin bekannt. Wir – ehemalige Heimkinder – aus zwei Foren, wollen am 22.11.2011 in Bochum und am 10.12.2011 vor dem LWL in Münster demonstrieren. Anlass in Bochum ist eine Preisverleihung mit 5000.- Euro dotiert an Antje Vollmer die die Verhandlungsführerin beim RTH war.
    Frage: Ihr hattet eine Menge wunderbare Schilder in Paderborn aufgestellt, könten wir die für Bochum und Münster ausleihen? Ich würde persönlich dafür haften und sie auch abholen.
    Liebe Grüße an Matthias Katsch und an den Langen.
    Brötchen

  40. Hi to all concerned,

    I am a free journalist and writer from Belgium, living in Vienna Austria.
    I would like to inform you about a new news service I have developed in order to help all those (other) victims of sexual abuse in the church to find the information with a click. This service was developed at the request of victim organizations in Belgium and Holland, in order to allow them to focus on their work with victims of sexual abuse instead of having to surf the net whole day to stay informed.
    It would be important to all of us, that you would help us spread the word and forward the link to all concerned.
    This news service, called: International clergy sexual abuse news monitor brings the news in the original languages, also in German. Any suggestions for RSS feeds to be added are welcome.
    Thank you for your help and support,
    Warmest regards,
    Roel Verschueren

    http://www.verschueren.at/International_sexual_abuse_newsmonitor.html

    also visit the literature list online since 2009 here:
    http://www.verschueren.at/literatuurlijst_seksueel_misbruik.html

  41. M.Lüttecke sagt:

    Es ist en Witz das die Kirche versucht sch mit ein paar Euro aus der Affäre zu ziehen. Wofür wurde den der Fond für geschädigte Heimkinder den eingerichtet?Warum bekommen es nicht die denen es zusteht??Auch ich bin ein Opfer ch war erst 5 Jahre und wurde über Monate im Heim mißbraucht, vergewaltigt und gedemütigt. Trotz Therapie werde ich immer ein Opfer sein auch wenn die Narben nicht zu sehen sind.Mißbrauchsopfer snd und werden nie in der Lage sein ein unbeschwertes Leben zu führen. Das ist nun einmal eine traurge Tatsache!!

  42. annemarie sagt:

    Ich würde aber Mißbrauchsopfer nicht generell in die unheilbare Ecke drängen.

  43. Reiner Klein / Brötchen sagt:

    Hi zusammen,

    wir vom Heimkinder-Forum.de planen eine erneute Heimkinder-Demo in Berlin und zwar am 07. Juni 2012.
    Seid Ihr dabei?
    Liebe Grüße
    Brötchen

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