“Eine unendliche Geschichte” (journalist-Magazin / Mai 2011)
Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’
„Wächterpreis der Tagespresse 2011″ für die Berichterstattung über den Missbrauchsskandal
Sonntag, 29. Mai 2011Filmtipp: “Und wir sind nicht die Einzigen”
Donnerstag, 12. Mai 2011
Der Berliner Filmemacher Christoph Röhl hat aus seinen Interviews mit Betroffenen der Odenwaldschule den äußerst beeindruckenden Dokumentarfilm „Und wir sind nicht die Einzigen“ gemacht.
Der Film wurde am 24. Mai 2011 auf 3sat ausgestrahlt und ist jetzt in der 3sat-Mediathek online verfügbar.
Jesuiten in den USA zahlen 166 Millionen Dollar Entschädigung an 500 Betroffene
Freitag, 25. März 2011Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, haben Jesuiten im Nordwesten der USA Entschädigungszahlungen von 166 Millionen Dollar (118 Millionen Euro) zugestimmt. Das Geld soll an etwa 500 Personen gehen, die in Einrichtungen der katholischen Ordensgemeinschaft missbraucht wurden. Nach Angaben der “Seattle Times” ist es die bisher größte Summe, die eine Glaubensgemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche zahlt.
Schuld vergeben oder aushalten? – Radiofeature
Donnerstag, 17. März 2011“… und falls du fähig bist, mir diese Schuld zu vergeben, bitte ich dich darum.” (O-Ton Wolfgang S.)
Was aber, wenn die Opfer nicht vergeben wollen. Bekommen sie dann wieder den Schwarzen Peter zugeschoben?
Kann und sollte die Kirche die offene Situation der nicht vergebenen Schuld aushalten?
Diesen und weiteren Fragen geht der Theologe und Journalist Christoph Fleischmann in einem 45minütigen Radiofeature u.a. mit der Theologin Katharina von Kallenbach nach, das am 13. März 2011 auf WDR 3 und WDR 5 ausgestrahlt worden ist.
Buße allein …
Dienstag, 15. März 2011„Ein bißchen Buße“ Der Tagesspiegel vom 16. März 2011
„Wenn Bischöfe niederknien“
taz vom 16. März 2011
„Ein bißchen Buße“ Süddeutsche Zeitung vom 15.März 2011
WIR WOLLEN GEHÖRT WERDEN!
Montag, 07. März 2011Aufruf zur Demo am 14. März 2011 ab 16 Uhr auf dem Domplatz zu Paderborn
Download: Wo liegt Paderborn ?
Betroffene von sexueller Gewalt und Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche fordern seit einem Jahr immer wieder Aufklärung, Hilfe und eine angemessene Entschädigung.
Jetzt sollen die Missbrauchsbetroffenen aus den Schulen, Internaten, Pfarreien und Heimen mit einem lächerlichen Betrag für ihren Lebensschaden abgespeist werden. Das vorgesehene Verfahren ist in-transparent und schafft kein Vertrauen. Einen Dialog mit den Opfern der Kirche verweigern die Bischöfe bisher. Deshalb gehen wir nach Paderborn, wo an diesem Tag die Versammlung der deutschen Bischöfe zusammenkommt.
Wir bitten die Katholikinnen und Katholiken und alle, denen die Sorge um die Opfer Ernst ist:
- Kommt und solidarisiert euch!
- Lasst die Betroffenen nicht allein!
- Zeigt den Bischöfen, dass ihr mit dem Umgang mit den Betroffenen nicht einverstanden seid!
- Die sogenannten Schäfchen schämen sich für ihre Hirten!
- Für eine verantwortliche Haltung der Bischöfe bei der Aufarbeitung und Entschädigung der Missbrauchsopfer in der Kirche!
- Für eine umfassende gesellschaftliche Diskussion über das Versagen der Institutionen beim Schutz der Kinder!
Wir sind dankbar für die Unterstützung von allen Menschen, die deutlich machen wollen: Sexueller Missbrauch, sexualisierte Gewalt und der Umgang damit durch wichtige Institutionen wie die Kirche, geht alle an. Prävention ohne Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann nicht gelingen. Wer die Kinder schützen will muss die Institutionen verändern und darf die Opfer der Vergangenheit nicht vergessen.
Verbreitet diesen Aufruf weiter!
“Halbherzig und beschämend”
Sonntag, 06. März 2011Ein Kommentar von Claudia van Laak / Deutschlandradio
4,8 Milliarden Euro Kirchensteuer pro Jahr
Donnerstag, 03. März 2011Wie die Süddeutsche Zeitung heute meldet, sind die Einnahmen der katholischen Kirche aus der Kirchensteuer im Jahr 2010 zurückgegangen und betrugen nur noch 4,794 Milliarden Euro.
Im Jahr 2008 waren es 5,066 Milliarden Euro.
“Bitte benennen Sie Datum und Uhrzeit der Tat(en) so genau wie möglich”
Donnerstag, 03. März 2011Und so stellen sich die katholischen Bischöfe das vor:
“Merkblatt zum Antragsformular”
Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz
Eine Geste – mehr nicht
Mittwoch, 02. März 2011Ein Kommentar von Matthias Katsch
Endlich haben die Bischöfe ihr Konzept vorgelegt. Im letzten Satz der langen Presseerklärung, heißt es, es solle eine Geste sein. Mehr nicht also. Was soll man dazu sagen? Schäbig? Arrogant? Auf jeden Fall von oben herab. Eine Geste – ja, warum denn keine echte Hilfe?
Und das Vorgehen zeigt wieder einmal wie sehr die reichste Kirche der Welt – und das ist die katholische Kirche in Deutschland – von der Sorge um das Geld korrumpiert ist. Es wurde nicht gefragt: “Was wäre angemessen? Was würde den Opfern eine Kompensation bieten? Was würde als Zeichen verstanden und angenommen?” Stattdessen wird nach Gutsherren-Art verkündet, was man sich zu leisten bereit ist.
Das einzige Positive: Endlich gibt es ein Konzept der katholischen Kirche in Deutschland, wie sie sich die Entschädigung und den Umgang mit ihren Opfern vorstellt. Seit September 2010 war dies immer wieder angekündigt worden. Im benachbarten Österreich werden dagegen bereits seit Monaten Betroffene entschädigt, ebenfalls gestaffelt. Die Untergrenze liegt dort da, wo die deutschen Bischöfe aufhören wollen, die Obergrenze beträgt 25.000 Euro, mit der Möglichkeit in schweren Fällen darüber hinaus zu gehen. Grundsätzlich hat man jetzt also auch in Deutschland verstanden, dass eine Kompensation notwendig wäre. Nur die jetzt gehandelten Summen sind eine Unverschämtheit.
Ein weiteres Problem in dem heute vorgestellten Konzept: das Antragsverfahren. Die Betroffenen erwarten zurecht, dass die Abwicklung von Zahlungen ebenso wie die Beantragung von Hilfen für Therapien möglichst unabhängig von der Täter-Institution geleistet wird. Es braucht eine Clearingstelle, die das Vertrauen der Betroffenen gewinnen kann, keine Theologen-Kommission. Auch die sog. Missbrauchsbeauftragten der Institutionen können das nicht leisten, wie man gerade im Fall der Jesuiten sieht.
Das jetzt vorgestellt Konzept ist ein Vorschlag, den die Kirche dem Runden Tisch unterbreitet. Mit den Betroffenen selbst, hat noch niemand darüber gesprochen. Da gibt es noch viel zu klären. Für nicht verjährte Ansprüche wird ein Mediationsverfahren angestrebt, heißt es. Wir fordern eine Mediation für die Alt-Fälle! Jetzt liegen zwei Vorstellungen vor, also muss verhandelt und vermittelt werden.
Betroffene wie die am ECKIGEN TISCH haben eine angemessene Summe gefordert. Bei der Beurteilung der Frage, was angemessen ist, wird es Zeit, dass in Deutschland Opfer von sexuellem Missbrauch nach europäischen Standards behandelt werden. Ein fünfstelliger Betrag wie in Irland wäre angemessen. Beeinträchtigungen des Persönlichkeitsrechts durch Presseveröffentlichungen werden mit zehntausenden Euro vor Gericht geregelt, Missbrauchsopfer erhalten demgegenüber häufig nur einige tausend Euro. Hier müssen die Maßstäbe neu justiert werden.
Doch die Bischöfe haben immer noch nicht verstanden, warum sie gefordert sind: sie sollen nicht ersatzweise für die Täter leisten, wie sie das jetzt wiederum in ihrer Pressemitteilung erklären. Sie sollen für das komplizenhafte Schweigen, das jahrzehntelange Verheimlichen und Vertuschen bezahlen, mit dem die Kirche an den Opfern des sexuellen Missbrauchs in ihren Einrichtungen ein zweites Verbrechen begangen hat.
Wir werden versuchen, es ihnen zu erklären. Dazu fordern wir weiterhin, das direkte Gespräch mit den Bischöfen und werden dazu ab dem 14. März bei der Frühjahrestagung der Bischofskonferenz in Paderborn vor Ort sein. Vielleicht kommt er ja noch, der Aufstand der anständigen Katholiken, die sich schämen, für den Umgang der Kirche mit ihren Opfern, und dann stehen wir dort nicht allein.


