Vor vier Jahren – am 28. Januar 2010 – wurden die Missbrauchsfälle bekannt …

… was machen heute eigentlich die Täter von damals?

WOLFGANG STATT
(früher: „Pater Wolfgang Statt SJ“, auch bekannt als: „Padre Volfi“ oder „Joaquin Statt“)

WAS IM JANUAR 2010 BEKANNT WURDE
Wolfgang Statt hat seit den 1960er Jahren mehr als dreißig Jahre lang in Deutschland, Spanien und Chile nach eigenen Angaben „mehrere hundert“ Kinder und Jugendliche missbraucht.

Im Februar 2010 hatte sich Statt zunächst in der deutschen Presse mit Interviews  und Statements in eigener Sache zu Wort gemeldet und seinen Umzug nach Deutschland angekündigt. Am 9. Februar 2010 dementierte der Sprecher des deutschen Jesuitenordens in Chile (aber nicht in Deutschland) mit einer Pressemitteilung in spanischer Sprache, dass es in Deutschland Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Statt gebe. Statt nahm dann von seiner geplanten Übersiedlung nach Deutschland Abstand und hat sich seitdem nicht mehr öffentlich geäußert.

Wolfgang Statt bezieht seit Februar 2010 eine Pension von seinem letzten Arbeitgeber, dem katholischen „Kolpingwerk Deutschland“ mit Sitz in Köln, in dessen Auftrag er als Lateinamerika-Beauftragter über viele Jahre den Kontinent bereiste. Das Kolpingwerk hat stets erklärt, von der die Vergangenheit des Ex-Paters nichts zu wissen, während der Jesuitenorden versicherte, man habe das Kolpingwerk informiert.

STAND JANUAR 2014
Wolfgang Statt nennt sich heute „Joaquin Statt“, er hat sich einen langen Bart wachsen lassen und lebt unbehelligt mit seiner Familie in der chilenischen Stadt Arica.

Fazit: Weder die katholische Kirche noch der Jesuitenorden haben Wolfgang Statt bis heute für seine Taten zur Verantwortung gezogen.

*****

PETER RIEDEL
(früher: „Pater Peter Riedel SJ“, „Pfarrer Peter Riedel“)

WAS IM JANUAR 2010 BEKANNT WURDE
Als Jesuitenpater hat Riedel über viele Jahre hinweg Kinder und Jugendliche missbraucht. Wie viele Betroffene es gibt, wissen wir nicht. Der Orden hat seit dreieinhalb Jahren keine aktuellen Zahlen mehr vorgelegt, wie viele Betroffene sich gemeldet haben. Die Missbrauchsbeauftragte des Ordens Ursula Raue hatte im Mai 2010 von 41 Betroffenen des Missbrauchs durch Riedel (Pseudonym: „Pater Anton“) berichtet. Tatsächlich ist von mindestens 100 Betroffenen auszugehen, wie auch Pater Klaus Mertes zuletzt im Dezember 2013 in einem Interview mit dem NDR erklärte.

Riedel missbrauchte zunächst etwa zehn Jahre lang als Leiter der Jugendarbeit am Berliner Canisius-Kolleg Dutzende von Jungen. Nachdem Jugendliche 1982 in einem Brief an den Orden auf ihre Not aufmerksam gemacht hatten, wurde Riedel stillschweigend nach Göttingen versetzt. Dort arbeitete Riedel wieder mit Jugendlichen. Nach erneuten Missbrauchsvorwürfen auch dort verließ er den Jesuitenorden und betreute dann als Pfarrer nacheinander Gemeinden in Hildesheim, Wolfsburg und Hannover. Nachdem es auch an diesen Orten zu Missbrauchsfällen gekommen war, wurde er schließlich 2003 vorzeitig, aber in Ehren pensioniert. Riedel lebt seitdem in Berlin in einer Wohnung im bürgerlichen Stadtteil Lichterfelde. Über Riedel gibt es außerdem Hinweise auf den sexuellen Missbrauch von Frauen in Mexiko und in Südamerika, wo er auch nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle zeitweilig untertauchte.

STAND JANUAR 2014
Im Januar 2014 wurde durch Recherche einer engagierten Journalistin bekannt, dass ein geheimes „Kirchengericht“ bereits Ende 2013 Peter Riedel „bestraft“ hat: Er darf das Priesteramt nicht mehr ausüben und muss 4.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Verhandelt wurde lediglich ein einziger Fall des Missbrauchs (an einem Mädchen) aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer im Bistum Hildesheim. Riedels zahlreichen Missbrauchstaten am Canisius-Kolleg waren nicht Gegenstand des Verfahrens. Das „Urteil“ wurde vom Bistum bislang nicht veröffentlicht. Die Betroffenen des Missbrauchs von Peter Riedel wurden über das Verfahren sowie über das Ergebnis nicht informiert.

Fazit: Mit diesem Urteilsspruch zu einem Einzelfall ist für die katholische Kirche die Aufarbeitung der Missbrauchstaten von Peter Riedel offenbar abgeschlossen.

*****

Das ist der Stand der Dinge vier Jahre nach der Bekanntmachung der Missbrauchsfälle durch Betroffene: Den Tätern geht es gut. Die Kirche fühlt sich als Vorreiter bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs. Und die Opfer können sehen, wo sie bleiben.

25 Gedanken zu „Vor vier Jahren – am 28. Januar 2010 – wurden die Missbrauchsfälle bekannt …

  1. Dass die Verantwortlichen leugnen, ignorieren, ausweichen und mehr oder minder offen, die Missbrauchsopfer zu diffamieren bzw. gezielt zu demütigen versuchen ist doch üblich. In Institutionen wie der RKK genauso wie in Familien. Dass Täterinnen und Täter nahezu ungebremst Kinder missbrauchen können, ist eigentlich üblich.

    Gründe dafür gibt es viele. Über die wurde schon so oft berichtet, dass niemand mehr behaupten kann, er oder sie wisse über sexuellen Missbrauch nicht Bescheid.

    Und warum sollten ausgerechnet semipolitische, wegen ihres ausbeuterischen Umgangs mit MitarbeiterInnen aber für die Sozialversicherungen bzw. die Administration sehr wertvolle Institutionen wie die beiden großen christlichen Kirchen hier anders ticken als alle anderen?

    Immerhin sind die Kirchen nach dem Staat der zweitgrößte Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Gerechte Löhne, staatliches Arbeitsrecht in kirchlichen Einrichtungen? Herrgott bewahre…

    Lichtblick – für Opfer und alle Menschen, die unsere Gesellschaft nicht als Selbstbedienungsladen ansehen: die Hinweise auf organisierte Missbrauchskriminalität, u.a in Kinderheimen unter christlicher Trägerschaft.

    Kommt gar nicht gut, wenn über sowas berichtet wird. Erst recht nicht, wenn man gerade mit dem Staat über Gelder für seine Einrichtungen verhandelt. Oder auf Betteltour ist….

    Vielleicht geschehen ja demnächst noch Wunder. Es gibt garantiert einen Heiligen für sowas. „St. Flötenspieler“ oder so… möglicherweise hilft es ihn um Unterstützung zu bitten…

    Ich bin schon sowas von gespannt…

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  2. Ja, Frau Oetken und andere hier: man hat Wichtigeres zu tun, zum Beispiel Bücher über die Opfer zu schreiben, wo man sich dann amüsiert-amüsant äussert über jesuitische Untugenden. Man bekommt erklärt, dass der Orden(und die Kirche sowieso) heterogen ist. Das heißt auf Deutsch: das Problem ist unlösbar, so gerne wir es auch lösen würden.Nach unseren Kirchen- bzw Ordensbedingungen, versteht sich. Ich erlebe im Jubiläumsjahr 4 der Mißbrauchsdebatte ein Abflauen. Die RKK wandert bzw wird geschubst von einem Skandal zum anderen, wie sollen die denn…neben den Skandalen gibt es den Papstrücktritt, der die Glaubensgrundlagen erschüttert(verstehen Sie nicht, Frau Oetken?), dann ist der neue Papst Jesuit und jetzt ruhen wir uns erstmal darauf aus. Dann ist die 200 Jahrfeier des Ordens, dann…stehen die Mißbrauchsfälle eigentlich im Jahrbuch der Jesuiten 2014? Wir sehen weiterhin die kirchliche Fürsorge für Herrn Tebartz. Sicher ist Riedel 1995 s c h o n aus dem Orden ausgetreten, aber hat man die nachfolgenden Arbeitgeber gewarnt? Beten wir doch eine Novene…ist im Moment modern, Frau Oetken.Der Papst hat gesagt, die Kirche macht sich lächerlich. Mh.

  3. @XYZ,

    ich bin zutiefst protestantisch sozialisiert, insofern betrachte ich speziell den Umgang des Jesuitenordens mit dem Aufdecken der organisierten Pädokriminalität innerhalb seiner eigenen Reihen wie eine Ethnologin einen bislang unbekannten Volksstamm auf den Andamanen ;-)

    Im Ernst: bei Herrn Borglio bewundere ich die exzellente PR. Inwieweit sie auf seinem Mist gewachsen oder Produkt seines Mitarbeiterstabes ist, sei dahin gestellt. Allein die Nummer mit dem uralten weißen R4… oder dieser kleine Junge südamerikanischer Herkunft, der sich während einer Veranstaltung einfach auf seinen Stuhl setzte. Großartig.

    Die Bücher: Sie meinen vermutlich „Unheilige Macht“ und „Verlorenes Vertrauen“. In beiden geht es eigentlich um Homosexualität im Verhältnis zur Ordenszugehörigkeit. Die dargestellte Sichtweise ist so, wie man es den Jesuiten nachsagt: zutiefst egozentrisch. Der rhetorische Ansatz schrammt an Sophisterei entlang.

    Aber: das Kirchenvolk will offenbar betrogen sein. Sogar Opfer der Katholischen Kirche glauben daran, dass Papa Franz es schon richten wird.

    Ich nicht. Die Firma RKK hat sowohl den Kontakt zur Basis, als auch die Loyalität der Mitarbeiter schon lange verloren.

    Allerdings setze ich auf weitere Enthüllungswellen. Die Dinge zu Tage fördern werden, die 2009, vor „Canisius“ kaum jemand geglaubt hätte. Und ich bin fest davon überzeugt, dass die Öffentlichkeit der RKK-Administration keine zweite Chance geben wird.

    Nur Geduld. Auch wenn es schwer fällt.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  4. Liebe Frau Oetken, treffend beschrieben.Das Thema Homosexualität unter Priestern ist d e r Grund, weshalb der Pflichtzölibat nicht abgeschafft wird und Frauen nicht an den Altar dürfen. Diesbezüglich hat auch der weltverändernde Papst Franziskus die Bremse. Welt verändern und Stop, was Frauen angeht.Passt das zusammen?Papst Benedikt war rundum passend. Bei ihm wußte man, woran man war. Der neue Papst erwartet die Veränderung von seinen Katholiken. Er spricht meist den Klerus an und der Klerus denkt, er spricht die Basis an. Lateinamerikas Uhren ticken sehr viel anders. Wenn er nun umjubelt wird dafür, dass er sich nicht hermetisch abgeriegelt, bejubeln läßt, zeigt das, wie hierarchisch-monastisch die RKK meist war. Papst Johannes der 23. ging doch auch schon in die Bergogliorichtung und nach ihm kam blitzschnell zweimal die große Rolle rückwärts.Was mich anstinkt, wie abfällig über ausgetretene Jesuitenmitbrüder geredet wird, sobald sie draussen sind.Sind sie im Orden, schweigt der Kavalier. Man wußte damals schon,..,konnte aber leider nicht…. Was denken Sie denn, warum Ordensleute und auch Weltpriester so zugedonnert sind mit Arbeit? Jeder für sich, Gott für uns alle.Überall mit einem halben Fuß drin sein, für nichts richtig Zeit haben und erst recht keine Zeit zum Nachdenken haben. Ich denke, der Jesuitenorden geht in eine bedenkliche Richtung. Man schaue sich die HP an. Was der arme, gutaussehende Pater Polten(?) leisten muss für die Berufungspastoral.Die Sprüche neben seinem Foto zeigen: Jesuit, Jesuit und nochmal Jesuit. Plus natürlich die Novenen dafür.Und 2015 gibt es wieder ein Berufungsjahr.Pater Lombardi sj wollte doch leugnen, dass Benedikt knapp 400 Pädo Priester entlassen hat. Ob die nun den Rücktritt eingereicht haben,erfahren wir nicht. Nun muss er es zugeben und das wird nicht das Letzte sein, was er zugeben muss.Was ich Ihnen noch sagen wollte, Frau Oetken: wissen Sie, wie man auf immer einen Priester loswird? Man sagt, guten Tag, Herr Pfarrer, ich bin Mißbrauchsopfer. Er blickt verlegen auf den Boden, sagt, ach so und verschwindet auf ewig aus Ihrem Dunstkreis.

  5. @XYZ,

    kann es sein, dass wir jetzt schon wieder – unabsichtlich natürlich – vor allem über die Täter(institutionen) diskutieren?

    Eigentümlich oder?

    Was Priester, Nonnen, Ordensleute angeht: in Europa sind die Zeiten vorbei in denen ein Kirchenamt für Unterprivilegierte die einzige Chance bot, sich zu bilden, gleichzeitig zu ernähren und sozial aufzusteigen.

    Sprich: jedes Mitglied der kirchlichen Administration muss es selbst mit seinem Gewissen vereinbaren (können), ob es das, was die Kirchenführer einleiten selbst mit verantworten kann oder nicht.

    In solchen Situationen, wie sie die Offenlegung des institutionellen Missbrauchs darstellen, gibt es drei Möglichkeiten:

    – an Verbesserungen und Veränderungen mitarbeiten (auch um den Preis persönlicher Nachteile)
    – weggucken (dann aber alles mehr oder minder aktiv mittragen)
    – die Institution verlassen

    Das muss jede/r für sich entscheiden. Auch Zivilcourage hat ihren Preis.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  6. Die Täter sind öffentlich und Herr Katsch kommt in den Medien auch immer wieder vor.Sehen Sie sich in der RKK um, wer ist hier in unserem Land Priester und Ordensmensch? Polen, Afrikaner, Inder, Spanier und so weiter. Lateinamerika kommt durch den Papst nach Europa. In der lateinamerikanischen und indischen und afrikanischen Welt ist Kirche, besonders für Frauen, die Möglichkeit, ein halbwegs gebildetes Leben zu führen.Weg-Gehen ist für einige aus dem Klerus die Methode, für andere ist es eine, zu bleiben. Und von innen zu verändern. Jeder nach seinen Fahigkeiten. Ich selber brauche immer wieder Abstand zu den Dingen.

  7. @XYZ,

    aus einem – hoffentlich- gesunden Abstand heraus betrachtet, kann ich zur Strategie der Führungsfiguren innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche nur sagen: ihr kommt euch wohl ziemlich clever vor.

    Man(n) betitelt sein Vorgehen mit „Kirchen leisten weitere Hilfen für Opfer“ http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/news/page_news.php?id=24452 und lässt dabei ein kleines, aber wesentliches Detail unerwähnt: die vom EHS vorgeschlagenen Sachleistungen werden lediglich Empfehlungen entsprechen. Sie sind schlichtweg für die Kirchen unverbindlich.

    Nicht nur das: das System Hilfefonds (EHS-FSM) wird vom Bund finanziert. Und damit auch die Stellen, die über die Anträge entscheiden.

    Es wäre so, als ob Schering einen Medikamentenskandal zu verantworten hätte, nach langem Sträuben und Winden die Zeitungen „Schering übernimmt wieder einmal Verantwortung“ titeln ließe und in Wirklichkeit lediglich ein Papier unterzeichnet hat, indem es sich dazu bekennt, den Geschädigten „freiwillige“ Hilfen zu gewähren. Die ganze Abwicklung aber dem Bundesgesundheitsministerium übertragen würde….

    Soll ja alles schon mal vorgekommen sein… Prinzip „Man-kennt-sich“… :(

    „Vertrauen-aufbauen“ (das Kerngeschäft der Kirchen) funktioniert aber anders….

    Mein Fazit: denen geht es (wieder?) zu gut.

    Meine Überzeugung: manche Leute müssen mehrfach auf dem Podex landen, bis sie kapieren, dass sie bei Glatteis nicht hüpfen sollten… die Gefahr, sich den Schädel zu zerdeppern steigt dabei aber linear an…

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  8. @ Frau XYZ „Ob die nun den Rücktritt eingereicht haben,erfahren wir nicht.“

    Doch, wenn man sucht – wurde nur in westeuropäischen Medien nicht erwähnt

    „Auf der Grundlage von Angaben in dem veröffentlichten Band “ Activity of the Holy See, “ gab es 2011 laut Msg. Scicluna 135 Priester , die freiwillig ihre Entlassung aus dem Priesteramt beantragt hatten und 125, für die die Enthebung aus dem Priesterstand als eine Strafe verhängt wurde…Für 2012 waren die Zahlen 67 freiwillige Kündigungen und 57 Fälle, in denen Laizisation verhängt wurde…“
    Original:
    http://ncronline.org/blogs/ncr-today/retraction-vat-now-confirms-almost-400-priests-defrocked-sex-abuse

  9. Liebe Frau Oetken, anhand der von den Medien aufgedeckten Skandale überall sehen Sie, wie ähnlich sich alle Vereine von ADAC über Politiker bis Kirche sind.Was muss man tun,um an die Macht zu kommen? Reichlich neben sich stehen. Macht, Gefühlskälte und Rausch werden von einer bestimmten weltanschaulichen Gruppe als die Inkarnation, die Dreifaltigkeit des Bösen bezeichnet. Der Böse sieht gut aus, wirkt intelligent und vor allen Dingen vernünftig.Und er ist reich. Nur wer lange genug neben sich steht, Frauen wie Männer, kommt ganz nach oben. Die anderen werden verwurstet für diese hohen Ziele und merken es nicht. Brot und Spiele. Eher Spiele.Was Sie schreiben, stimmt. Ohne die Medien, die leider auch schon mal nur an die Trinität des Bösen denken, an ihre Auflagenzahlen, wüßten wir nichts.Auf den Podex fallen tun die Mächtigen doch pausenlos. Mit welchem Erfolg? Sie stehen auf noch und noch und machen weiter.Die Frage ist, ob die Opfer weitermachen.

  10. @XYZ,

    die Einteilung in „Gut“ und „Böse“ halte ich erstmal für eine rein theoretische. Weil sie im Alltag so schwierig ist, haben wir Menschen ja soziale Regeln und Gesetze entwickelt. Die sich so wie die menschlichen Realitäten ständig ändern, aber naturgemäß der Lebenswirklichkeit immer ein wenig hinterherhinken müssen.
    Problematisch wird es aber, wenn bestimmte Gruppen in der Gesellschaft für sich beanspruchen, diese Regeln ständig übertreten zu dürfen oder sogar in ihrem Sinne zu verändern. Falls es sich um marginale Gruppierungen handelt, mag das ohne Belang sein. Kritisch ist es aber, wenn diese Seilschaften einflussreich und damit mächtig sind. Wie es z.B. – noch – auf den Führungsstab der Katholischen Kirche zutrifft.

    Letztes Jahr habe ich auf einer Veranstaltung in Trier, die anlässlich der Deutschen Bischofskonferenz statt fand gelernt, dass es für dieses Phänomen sogar einen Fachbegriff gibt. Er heißt „ontologische Umgestaltung“, einem Prozess dem junge Priesteranwärter im Zuge ihrer Ausbildung unterzogen werden. Das bedeutet allgemeingültige gesellschaftliche Werte werden im Sinne der Katholischen Kirche umdefiniert. Praktisch: Verhaltensweisen und Einstellungen, die in der übrigen Gesellschaft negativ bewertet werden, soll der zukünftige Kleriker so lange als positiv betrachten, wie sie der Institution nützen, der er angehört bzw. angehören möchte.

    Quelle: http://www.regensburg-digital.de/bischof-rudolf-und-sein-fragwurdiger-berater/14062013/#comment-46566

    Dazu in einem folgenden Beitrag ein – natürlich fiktives! – Beispiel.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  11. MÄRCHENSTUNDE

    Mal angenommen, ein katholischer Orden, der sich der gesellschaftlichen Einflussnahme zwecks Bildungsangeboten verschrieben hat, möchte junge bzw. jung gebliebene Männer akquirieren, die gleichzeitig ergeben, begabt und effizient sind.

    Welche Zielgruppe kommt in Frage?

    Männer, die so kompetent sind, dass sie auch in anderen Gefügen einen Platz finden, die ihren Bedürfnissen entsprechen? Wohl kaum. Aber vielleicht welche, die lebensgeschichtlich verletzt sind. Ohne dass ihnen das bewusst ist. Die aber eine innere Unruhe, das starke Bedürfnis nach Anerkennung und Struktur verspüren. Evtl. weil sie die Söhne traumatisierter, psychisch kranker Mütter (Eltern?) sind. Begabt, aber emotional bedürftig.

    Es gibt ja verschiedene Orden, gemein ist ihnen allen, dass die Mitglieder ihre Einkünfte und ihren Besitz kollektivieren, auf sexuelle Aktivitäten verzichten und sich der Hierarchie innerhalb der Institution so weit als möglich unterwerfen. Zumindestens theoretisch und nach außen hin.

    Anspruchsvolle Regeln. Insofern entwickelt sich wie überall wo Theorie und Lebenswirklichkeit all zu sehr voneinander abweichen eine Zweigleisigkeit, „man-tut-so-als-ob“… dann „darf“ man alles. Hauptsache man(n) sorgt dafür, dass es nicht all zu offenbar wird.

    Was sexuelle Aktivitäten angeht, ist das ja nicht so leicht. Es gibt wohl kaum einen Lebensbereich, in dem mehr spekuliert und getratscht wird.

    Insofern: die Ordensführung täte gut daran, Vorsorge zu treffen.

    Also verschafft sie diesen mehr oder minder jungen Männern, sofern sie heterosexuell sind, Kontakt zu Frauen, die gleichzeitig einigermaßen attraktiv, sexuell verfügbar und psychosozial kontrollierbar sein sollten. Wenn diese Ordensleute darüber hinaus auch noch alle paar Jahre den Einsatzort wechseln, dann muss es sich bei den Damen um solche handeln, die sich nicht all zu eng binden. Und für den Fall, dass sie aufmucken, darf ihr Leumund nicht all zu gut sein. Sonst finden sie womöglich noch öffentlich Gehör.
    Zudem wäre bei „normalen“ Frauen Stress vorprogrammiert. Liebeskummer, Stalking, Eifersucht… alles Phänomene, die menschlich, aber aus Sicht von Führungskräften störend sind.

    Das Anforderungsprofil für diese Frauen – leidlich attraktiv, sexuell duldsam, manipulierbar, im Zweifelsfall unglaubwürdig – trifft überdurchschnittlich häufig auf solche zu, die die Diagnose „Borderline“ bekommen.

    Wer von den Verantwortlichen also zulässt, bzw. fördert, dass sich solche psychisch lädierten weiblichen Wesen im Dunstkreis der Ordensmänner befinden – jedenfalls der heterosexuellen – hält seine Brüder bei Laune. Und das mit vergleichsweise geringen Investitionen und mit kaum nennenswertem Risiko. Muckt eine auf, bekommt sie Beschäftigung. Oder „Hilfe“. Sprich Kontrolle und „Führung“.

    Lässt sie nicht locker, setzt man sie unter Druck. Falls sie Kinder hat z.B. indem man(n) das Jugendamt einschaltet. Denn dieser Märchenorden hat ja einen guten Leumund. Betreibt Bildungsstätten, die als vorbildlich gelten, Projekte für Bedürftige. Stellt vielleicht sogar hohe kirchliche Würdenträger. Oder hat Kontakte zu psychiatrischen Gutachtern. Und Geld. Wenn es drauf ankommt und dem Orden dient.

    Und wenn sie nicht gestorben sind….

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  12. Bei der Römisch-Katholischen Kirche handelt es sich nach Einschätzung von Leuten, die es wissen müssen, um die „größte transnationale Schwulenorganisation“

    http://www.spiegel.de/panorama/interview-mit-priester-kuegler-katholische-kirche-ist-groesste-transnationale-schwulenorganisation-a-386709.html

    Was in entsprechend aufgeklärten Gefügen kein Problem ist, taugt in Bezug auf die Katholische Kirche und der von ihr nach außen hin propagierten Moral zur Generalsatire.

    MÄRCHENSTUNDE (Fortsetzung)

    Besagter fiktiver katholischer Orden hat selbstverständlich überproportional viele homosexuelle Angehörige. Und da Schwule fast überall auf der Welt auf eine lange Tradition der Geheimhaltung zurückgreifen können, ist dies das geringste Problem für die Ordensführung. So lange eben das Gebot der Vertuschung befolgt wird.
    Was ja fast überall gilt. Für den Fall, dass es sich um einen Missionsorden handelt, der entsprechend weltumspannend agiert.

    Dies Märchen ist also ziemlich kurz.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  13. Die dritte und letzte Gruppe, zu der auch besagte Herren Statt und Riedel gehören, stellt die katholische Administration vor eine große Herausforderung. Aber: wer auf eine über 1000jährige Tradition als semipolitische Organisation inkl. der dazu gehörenden Verbindungen und Vorteile zurückgreifen kann, findet auch dafür eine Lösung.

    Sie könnte – rein spekulativ natürlich – so aussehen….

    MÄRCHENSTUNDE (letzte Folge)

    Angenommen zu Ihrem Mitarbeiterstab gehört immer ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Pädokriminellen. Das hat bestimmte institutionelle und spirituelle Gründe und lange seinen Zweck erfüllt. Aber Sie müssen irgendwann feststellen, dass die Welt da draußen sich verändert hat. Missbrauchsopfer werden nicht mehr automatisch ausgegrenzt, es gibt immer weniger Menschen, die ihnen die Schuld daran zuschreiben, Opfer sexueller Misshandlung geworden zu sein. Auch verüben längst nicht mehr alle rechtzeitig Selbstmord, versterben pünktlich an Krankheiten oder verschwinden in Heilstätten.

    Ganz im Gegenteil: immer mehr Betroffene berichten was ihnen widerfahren ist. Und lassen sich dabei nicht einschüchtern. Das Ungeheuerlichste: auch Kleriker, also Ihre Brüder im Geiste und im Herzen outen sich als Missbrauchsopfer. Nur ein winziger Teil der eigentlich Betroffenen, aber: immerhin.

    Noch nicht genug: zunehmend richtet sich der Blick der Öffentlichkeit auf die Täter (und Täterinnen).
    Also kommt auch Ihre Kirchenorganisation ins Gerede. Und damit in die Kritik.

    Die Pädokriminellen in Ihren Reihen müssen also verschwinden, sobald ruchbar wird, dass sie Kinder und/oder Jugendliche missbrauchen.

    Sofern Sie einen Missionsorden leiten, der praktischerweise in Ländern arbeitet in denen Kinder wenig Möglichkeiten haben Übergriffen zu entkommen – Gratulation.

    Schicken Sie verdächtige Personen für eine Weile dorthin. Bis Sie davon ausgehen können, dass Gras über die Sache gewachsen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Missbraucherpersonal sowieso dort bleiben will ist groß. Da wo viele Kinder bedürftig und rechtlos sind, da wo der Katholizismus tiefe Wurzeln hat, vielleicht sogar Staatsdoktrin ist, lebt ihr pädokriminelles Personal wie im Paradies.

    Gibt es mehr Anwärter als Plätze, dann veranlassen Sie eine Gründung. Zum Beispiel im Zuge tief greifender politischer und sozialer Umwälzungen. Also: Auflösung des weltanschaulichen Klassenfeindes oder so was. Kommt nicht so oft vor, bietet aber allerlei Gelegenheiten.

    Überreden Sie KooperationspartnerInnen eine Stiftung oder einen Verein ins Leben zu rufen, der vorgibt Kindern und Jugendlichen in diesen augenscheinlich von Gott verlassenen Ländern zu helfen. Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, um Geld locker zu machen. Vor allem das anderer Leute.

    Sehen Sie zu, dass die Einsatzorte Ihrem umplatzierten Personal einen möglichst unbeschränkten Zugriff auf Kinder und Jugendliche ermöglichen.

    Eine breite Trägerschaft ist wichtig (Orden, Staatskirche, Laienorganisationen, befreundetet politische Initiativen, Privatpersonen). Das schützt im Falle eines Falles vor all zu neugierigen Untersuchungen.

    Und ganz wichtig: was die potentiellen Opfer angeht, sollte für jeden Geschmack etwas im Angebot sein. Vom Säugling bis zum Teenager, Jungen und Mädchen, nordische, kaukasische, mediterrane, asiatische, negroide und, und, und… Sie wissen schon.

    Prost – wollte sagen : Viel Erfolg!

    Und für den Fall, dass doch mal ein paar unpraktische Gewissensbisse Sie piesacken… ganz unten in Ihrem Schreibtisch sollten sich noch die Aufzeichnungen aus Ihrer Ausbildungszeit befinden. Irgendwas mit „Ontologie“ müsste drauf stehen. Kurz mal rein gucken. Das hilft.

    Alles Gute wünscht
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. „letzte Folge“: einmal, um Ihre Geduld nicht unnötig zu strapazieren und weil ich davon ausgehe, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Leben, bzw. die Medien Geschichten schreiben, wie keine Märchentante sie sich ausdenken könnte…

  14. @Bluebeardy,

    2011: 125 entlassene Priester
    2012: 57

    Bei gut 420 000 Priestern weltweit http://www.k-l-j.de/katholische_Kirche_Zahlen.htm entspricht das für das Jahr 2012 einer Entlassungsquote von 0,014 Prozent oder 1,4 Promille.

    Wenn Sie uns jetzt noch einigermaßen belastbare Zahlen über die Rate an Pädokriminellen unter den Priestern liefern können, wird es richtig spannend.

    Aber: so wie ich die eminenten Führungskräfte der RKK einschätze, gibt es die zwar, aber sie befinden sich in irgendeinem für uns unzugänglichen Archiv.

    War da aber nicht neulich eine Meldung, wonach in US-amerikanischen Diözesen, in jeder zweiten von den Gemeindemitgliedern Täterpriester angezeigt wurden? Sofern es sich bei denen nicht um klerikale Missbrauchstouristen handelte, wäre das doch schon mal ein Anhaltspunkt oder?

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  15. Bei den knapp 400 entlassenen Pädopriestern fragt sich noch, ob sie selber ein Laisierungsgesuch eingereicht haben, oder ob der Papst sie von sich aus vor die Kirchentür gesetzt hat. Ich möchte etwas kürzer sagen, liebe Frau Oetken, woran die Aufarbeitung in der RKK scheitert. Nicht am guten Willen, sondern an der fehlenden Beziehungsfähigkeit.Jesuiten protzen damit, dass sie alle paar Jahre versetzt werden. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht auseinandersetzen muss. Ich habe schon lange den Verdacht, dass Katholiken die Träume der Priester und Nonnen in die Tat umsetzen sollen.Über allem steht dazu, dass Gott es so will, dass die Gesetze der RKK die Gesetze Gottes sind. Also recht größenwahnsinnig das Ganze. Beziehungsfähigkeit bedeutet, sich in den Anderen hineinversetzen. Das muss man lernen. Wie kann man das, wenn man an erster Stelle im Schutz eines Ordens und einer Kirche im Grunde sich alles leisten kann?Wenn man gesagt bekommt, wie sehr einen die Weihe abhebt vom normalen Volk.Wenn die Menschen einen Priester nicht mögen, ist das sowas wie Gotteslästerung. Na, dafür mag Gott den Priester und schon ist er auf der sicheren Seite. Priester bist Du auf ewig? Das Wort entweihen kommt da auch nicht vor.Die dauerhafte theologische Überfrachtung kommt nur in der katholischen Kirche vor. Stellvertreter Christi am Altar, bei der Sakramentenspendung. In anderen christlichen Kirchen sind die Pfarrer und Pfarrerinnen Stellvertreter des Volkes. Dieser Unterschied hat genau die Folgen, die dafür sorgen, dass der Mißbrauch weder begriffen wird, noch bearbeitet.Was ich den Jesuiten -auch hier gibt es die eine oder andere Ausnahme-sagen will: solange ein Jesuit predigt, schreibt, Vorträge hält, ohne auf Feedback zu hören, ohne vorher zu fragen, w a s eigentlich wollen die Menschen hören, lesen, wird es keinen Dialog geben. Dialog braucht Zeit, haben Sie den? Wenn Sie in Beichten gelernt haben, schnell zu vergessen, was Sie gehört haben, ist das gut. Aber im normalen Austausch nicht. Beziehungen brauchen Zeit. Geben und Nehmen. Man gibt das, was der Andere braucht und nicht das, was man selber loswerden möchte.Die Mißbrauchsgeschädigten bekommen von der Kirche und den Orden Ideale als Antwort vor die Füße geworfenm. Was mich sehr geärgert hat, war der Satz im Zshg mit dem Buch Unheilige Macht: Wir müssen auf die Opfer zugehen.Wann denn? Ihr lauft vor uns weg mit 100 so gut wie einer Ausrede.Ihr schafft ja nichtmals das Stehenbleiben, wenn auch nur ein Opfer etwas von Euch will.Gespaltene Persönlichkeit nenne ich das.Oder wieder mal nur, einem Ideal nicht gerecht werden?Damit kommen Priester sehr gut klar. Auch Nonnen. Aber wir nicht so.

  16. Frau Oetken, Ihre Märchenstunde ist wunderbar. Aus dem Leben gegriffen.Ich muss an Martin Luther denken. Wie widerwärtig hat er über Frauen geredet als Mönch. Dann kam seine Käthe und er hat sich um 180 Grad gewandelt.Es gibt Theologen, die sagen, dass die Einhaltung des Zölibats dermaßen viele Energien verschwendet bei zahlreichen Priestern, dass man von Arbeitsfähigkeit nicht mehr reden kann. Ich weiß aus Erfahrung von vielen Jahren, dass Priester, die heiraten, oft scheitern. Die Traumfrau ist nämlich nicht die, die abends mit guter Laune auf den Herrn wartet, der den ganzen Tag unterwegs war. Das machen ja nichtmals Haustiere. Abends den Prellbock spielen. Was auch nie stattfindet, dass die Kinder und die Frau das dem Ex-Priester fehlende Publikum ersetzen.Seinen Predigten zuhören. Liebe Frau Oetken, eh dass im Klerikerbereich Normalzustand eintritt, müssen Welten vergehen.Man rennt erstmal einem Ideal hinterher. Fata Morgana. Man kommt irgendwo an und ist empört. Ein weiteres Ideal heißt, so und so müssen Mißbrauchsopfer das Problem lösen.Und so rennen sie noch heute.Schwuler Priester ist etwas anderes als schwuler Laie: ein Priester muss für alle da sein. Nicht nur für seine Spezies.

  17. Bluebeardy..erfahren wir nicht, es sei denn, wir verplempern eine Menge Zeit mit Suchen . Lombardi hat es doch zuerst abgestritten.Alles fällt unter das Beichtgeheimnis.Was hat es mit Erfahren zu tun, wenn wir auf journalistische Recherche angewiesen sind? Sehen Sie sich die Priesterkarteileichen bei Facebook an. Man missioniert, Austausch geht leider nicht wegen Zeitmangel.Das ist auch bei den meisten Autoren des Buches Unheilige Macht so. Ist irgendwo auf der HP der Jesuiten ein Kontaktformular, mit dessen Hilfe man Feedback geben kann? Steht auf dieser HP irgendetwas zum nichtgeschafften Bewältigen des Mißbrauchsthemas?Man sucht und sucht und wenn man es wagt, bei dieser Maulwurfsuche etwas zu übersehen, heißt es“siehste“.Zähflüssiger Verein, diese RKK.Man ruht sich auf seinen großen Heiligen aus, während die vielen Unheiligen ja nie so richtig zu uns gehört haben.

  18. @XYZ,

    Sie schreiben:

    „Liebe Frau Oetken, eh dass im Klerikerbereich Normalzustand eintritt, müssen Welten vergehen.“

    Genau darum sollten wir bei den ganz praktischen Angelegenheiten bleiben. Zum Beispiel staatliche Untersuchungsberichte ob der organisierten Kriminalität einfordern sowie etwas, was im Alltagsleben selbstverständlich ist: angemessenen Schadenersatz und Einhalten der Absprachen.

    Wissen Sie woran mich die Verhaltensweisen der Katholischen Kirchenführer erinnern? An eine Gruppe vorpubertärer Jungen mit der Diagnose „oppositionelles Verhalten“. Zu der Problematik gibt es meterweise Literatur. U.a. von dem von mir sehr geschätzten Prof. Petermann, Uni Bremen.

    Sein therapeutischer Rat (hier mal etwas verkürzt): klare Vereinbarungen, kongruente, sofort spürbare Konsequenzen bei Überschreiten der Regeln, spezifisches Lob und erst dann nach der Ursache des störenden Verhaltens fragen. Wenn nämlich so etwas wie eine belastbare Beziehung zum minderjährigen Patienten hergestellt werden konnte. Denn was dann kommt ist heftig. Für das Kind, die Therapeuten und dessen Eltern. Fast immer kommt raus: labile, emotional überfordernde Mutter und impulsiv-gewalttätiger Vater.

    Kleriker: Mutti Maria, Papa Gott – oder doch ganz irdische Vorfahren?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  19. Das, was fromme Kreise sich unter Maria und Gott vorstellen, ist eng im Geiste und eng im Denken. Wer das übernimmt, tut mir nichtmals Leid.Der Klerus ist nur so dämlich wie die Gläubigen, die ihm das Denken und die Verantwortung überlassen.Die Welten, von denen ich rede, bestehen auch aus infantilen Frommen.Herr Pfarrer, ist das und das eine Sünde? Heiliger Vater, dürfen wir das und das?Viele Pfarrer finden sich in dieser Vordenker- und Vorglaubender Rolle toll.

  20. „Die Welten, von denen ich rede, bestehen auch aus infantilen Frommen.Herr Pfarrer, ist das und das eine Sünde?“

    @XYZ,

    meinen Sie Leute wie diesen Mann, der behauptet Priester zu sein und Meinungen wie diese hier verbreitet: http://www.kirchenlehre.com/homosex2.htm ?

    Ehrlich gesagt, schätze ich seine Polemik als Satire eines Mannes ein, der sich nur als Priester ausgibt.

    Sollte er das aber wirklich ernst meinen, dann mache mir jetzt Sorgen. Die Phantasien, die er offenbart, erscheinen mir bedenklich.

    Womit beschäftigt der sich wohl sonst noch?!?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  21. Frau Oetken mal wieder! Wenn Sie wüßten, wer alles Priester i s t! Und wer nachfolgt.Die katholische Kirche ist so groß, da findet man immer das Richtige. Aber ich bin der Meinung: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.Bei den anderen Kirchen muss man soviel selber tun und denken, Frau Oetken, wollen Sie die Menschen überfordern? Jesuiten-und das finde ich fatal und traurig-sind im Jahr 2014 rundum mit ihrer 200 Jahrfeier beschäftigt. Da kann das Volk nur mitmachen, oder gehen. Alles Liegengebliebene stört, bzw der Herrgott wird’s schon richten. Sie wissen doch: die Kirche hat so oft vor dem Untergang gestanden, aber Gott hat sie immer wieder gerettet. (Nicht verraten,Retten? Sah alles nur so aus. Untergang ist eine Sache von Definition).

  22. „Frau Oetken, wollen Sie die Menschen überfordern?“

    @XYZ,

    nein. Auf keinen Fall.

    Aber: wer an übersinnliche Wesen glaubt und sich zu diesem Zwecke organisiert, muss die Konsequenzen selbst verantworten. Egal ob es sich um einen Verein zur Förderung der Heinzelmännchen handelt oder um die Römisch-Katholische Kirche.

    Und die Rate der Christen in Deutschland nur noch gute 60 Prozent. D.h. ein Drittel der Menschen in unserem Land finanzieren den Christenkram mit, ohne diesen Organisationen anzugehören.

    Und wer jetzt mit den gemeinnützigen Institutionen unter der Schirmherrschaft der beiden Kirchen kommt: die liefen vermutlich ohne den entsprechenden spirituellen Wasserkopf besser.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  23. MÄRCHENSTUNDE II (natürlich alles frei erfunden und nur zur Unterhaltung hier eingestellt :)

    Ich stelle mir mal vor, ich sei Kirchenfunktionär und verfolge gemeinsam mit meinen Kollegen das Ziel, die Gruppe der Opfer möglichst schwach und klein zu halten. Denn falls heraus kommen sollte, weshalb und wozu wir die Täter unter uns gefördert und geschützt haben, wäre der Schaden unermesslich. Von ihrem korrupten Anhang ganz zu schweigen. Uns könnte sogar der Verlust unserer vielen Privilegien drohen. Und staatliche Kontrolle. Eine Gefahr, mit der sich unsere Institution, deren einzige und wichtigste Vertreter wir sind, seit Anbeginn an immer wieder auseinandersetzen musste. Und muss.

    Was könnte ich tun? Vor allem, wenn mich das möglichst wenig kosten soll und ich auf keinen Fall als Urheber von irgendwelchen diesbezüglichen Aktivitäten auffallen möchte?

    Nahe liegend wäre doch, dass ich die Bedürfnisse und Schwächen der verschiedenen katholischen Opfergruppen erforsche, dann jemandem, den ich für geeignet halte, sie aufzumischen engagiere und ihn beauftrage, dafür zu sorgen, dass diese Gruppen sich zerstreiten. Und die einzelnen Betroffenen ihr Gesicht verlieren.

    Mal angenommen, ich sammle Kunstgegenstände. So wie es viele meiner Kollegen, die es in die höhere klerikale Ebene gebracht haben auch tun.

    Ich lerne zufällig über den Kunsthandel jemanden kennen, der mir geeignet erscheint, einen bestimmten Typus Opfer nachhaltig zu beeinflussen. Und zu irritieren, indem ich ihre ganzen negativen Gefühle aktiviere. Die sie ja aus gutem Grund haben. Immerhin lassen meine Kollegen und ich sie wieder und wieder auflaufen. Und die Täter ungehemmt weiter missbrauchen.

    Und ich spreche mich mit diesem meinem zukünftigen Gehilfen insofern ab, dass wir versuchen, die Opfer dazu zu bewegen, mehr oder minder sinnlose Prozesse zu führen. Solche, bei denen zwar ein gewisses Risiko besteht, dass sie auch von den Opfern und ihrem vermeintlichen Vertreter gewonnen werden könnten. Was aber im Gegensatz zu den Gefahren, die von starken Opferinitiativen ausgehen, ein vergleichsweise geringer Mangel wäre.

    Also schicke ich meinen Gesandten los. Opfer kontaktieren. Betroffenengruppen ausspionieren, Prozesse initiieren, um sie dann gegen die Wand zu fahren.

    Damit die Kläger sich lächerlich machen und potentielle weitere Opfer, die mit dem Gedanken spielen zu klagen abgeschreckt werden.

    Ich bezahle meinen Gehilfen, indem ich ihm ein besonders großzügiges Honorar für seine eigentlichen Dienstleistungen gewähre. Das ist frei verhandelbar. Und niemand könnte daran irgendetwas deuteln.

    Ich habe sowieso für solche Geschäfte meine Mittelsmänner und -frauen. Denn gegenüber der Öffentlichkeit spielen meine Kollegen und ich die Bescheidenen. Muss ja nicht jeder alles wissen…

    Ach ja: zum Glück hat mein Gehilfe viel Erfahrung damit, wie man aus angeschlagenen Betroffenen kranke Opfer macht. „Triggern“ nennt man das wohl. Außerdem hat er noch ein paar Verbündete. Allesamt Meister in der Erzeugung von Stress. Was sich auch auf Veranstaltungen und in Foren als sehr nützlich erweist.

    Diese Leute sind ihr GELD wert. Und meine Kollegen und ich unsere Problem fast los. Denn wir gehen davon aus, dass uns in Bezug auf Menschenfischerei niemand das Wasser reichen kann….

    ENDE DER MÄRCHENSTUNDE II

    Natürlich alles unvorstellbar ;-)

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  24. Wolfgang Statt war der Jugendleiter fuer Lateinamerika fuer Kolping .. wisst ihr vom Kolping Skandal auch in Nicaragua im Kinderheim Juigalpa von Kolping das damals vom Expfarrer Dr Federico Engels gegruendet wurde . Dieser Pfarrer wurde auch angezeigt wegen Kindesmissbrauch…
    MADRE DE TODA BONDAD hiess das Kinderheim …

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