Eckiger Tisch – ein Jahr danach

Von Matthias Katsch

Persönliche Bilanz

Die Katastrophe, die über uns hereinbrach als wir Kinder waren, Jungen, Schüler an einer Einrichtung der katholischen Kirche, hat uns tief verletzt, hat mich tief verletzt.  Wir wurden allein gelassen.  Die Taten schienen uns unbegreiflich, doch sie geschahen nicht isoliert, sondern im Rahmen einer Institution, die – wie wir nun wissen − in der Folge alles daran setzte, die Täter zu schützen. Die Taten sollten nicht bekanntwerden, nicht als Verbrechen benannt  werden. Sie wurden beschwiegen. Und wir Kinder hatten keine Sprache dafür.

Wie ein Gift, das man nicht abführen kann, kapselten wir die Tat zusammen mit unserer Scham und unserer Wut in uns ein. Dieses Giftdepot schlummerte viele Jahre unentdeckt in uns. Wir zeigten Symptome, wir ließen uns behandeln, aber wir stießen nicht zum Grund vor, sondern blieben an der Oberfläche. Kein Therapeut oder Arzt fragte nach dem Offensichtlichen. Denn wir waren Männer geworden. Und Männer sind keine Opfer sexueller Gewalt. Auch wenn sie mal kleine Jungen waren.

Vor über einem Jahr  haben wir unter Schmerzen begonnen, dieses Gift in uns freizulegen und zu entsorgen. Wir haben begonnen den Folgen nachzuspüren, unsere Biographien neu zu lesen, unsere Beziehungen zu ordnen. Das fordert viel Kraft und Energie. Es tut weh, es strengt enorm an: wir schliefen monatelang schlecht, wir träumten und in unseren Träumen begegneten uns die Schatten der Vergangenheit. Wir mussten Gespräche führen, Therapien aufnehmen. Wir sind mit unserer Kraft am Ende. Was wir jetzt noch an Energie mobilisieren können, das stecken wir in den Neuanfang.

Auch deshalb ist es so still geworden von uns in den letzten Wochen. Zugleich sind wir immer noch empört darüber, wie unsere Dialogangebote missachtet wurden, und unsere Forderungen nach Hilfe und Genugtuung stattdessen mit symbolischen Anerkennungsgesten beantwortet werden.

Der Kern des Skandals 2010

Wir haben angefangen zu sprechen. Damit haben wir in diesen 14 Monaten viel zur einer breiten Diskussion und Auseinandersetzung über sexuelle Gewalt und Missbrauch beigetragen. Vieles wurde gesellschaftlich angestoßen und aufgedeckt. Doch zugleich wurde der Ausgangspunkt des Skandals dabei immer weniger kenntlich: Eine der angesehensten Institutionen der Welt hat über fünf, sechs Jahrzehnte − soweit noch Zeitzeugen leben − in systematischer Weise Fälle sexueller Gewalt in ihren Einrichtungen verdeckt, und dafür gesorgt, dass den Opfern nicht geholfen wurde. Stattdessen wurden die Täter geschützt und bis in die Gegenwart hinein die Sorge um das Ansehen der Institution über die Hilfe für die Opfer gestellt.

Die Aufarbeitung dieser dunklen Vergangenheit geschah auch keineswegs aus der Institution heraus, wie der stetig wiederkehrende Hinweis auf den Brief des Rektors des Berliner Canisius Kollegs an Altschüler seiner Schule vom Januar 2010 suggeriert, der gemeinhin als Ausgangspunkt für die mediale Berichterstattung gilt.

Vielmehr waren es die Opfer selbst, die die Enthüllung angestoßen haben, indem sie zu sprechen begannen. Übrigens genauso wie im Falle der Odenwaldschule, wo bereits 1991 Schüler versucht hatten, den Vorhang wegzuziehen, aber damals am mangelnden Aufklärungswillen der Schulträger und der medialen Öffentlichkeit gescheitert waren.

Den Unterschied zum Canisius Kolleg 2010 war, dass die Verantwortlichen angesichts der Massivität der Vorwürfe sich nun tatsächlich zur Offenheit entschlossen. „Wir glauben euch“ – das war der entscheidende Satz. Was dann folgte war eine Welle der Enthüllungen – von den einen als Tsunami erlebt, von den anderen als befreiende Woge begrüßt, die all den Unrat, die Unwahrheit hinweg schwemmte. Jedenfalls speiste sich diese Flut aus der Entschlossenheit der Betroffenen, zu sprechen.

Zwiespältiges Fazit

Achtzehn Monate später ist das Fazit aus Sicht von Betroffenen dennoch bitter. Der Prozess der Aufklärung ist zwar in die Breite gegangen und hat viele Bereiche erfasst und in den Blick geholte: Einrichtungen und Institutionen vor allem der katholischen Kirche, weltliche Schulen und Internate, Sportvereine, Behindertenheime, und das weite Feld des Missbrauchs im familiären Nahbereich. Aber zugleich schien uns die Analyse an der Oberfläche zu bleiben und nicht in die Tiefe zu gehen.

Viele Parallelwelten konnten aufgehellt werden. Andere sind kaum gestreift worden. Es wird nach wie vor relativiert und kleingeredet. Wir sind weit davon entfernt, den Schutz vor sexueller Gewalt in Institutionen zu einem fundamentalen Anliegen zu machen, das sich in den Strukturen und Verfahren dieser Einrichtungen niederschlägt.

Für den Bereich der katholischen Kirche heißt das zum Beispiel:

  • Die fehlende Transparenz in kirchlichen Einrichtungen, die das Blackbox−Verhalten von Institutionen begünstigt und unterstützt, besteht fort.
  • Über die Gefährdungen einer solchen Parallelwelt, die den Kindern im Falle eines Missbrauchsgeschehens keinen Ausweg läßt − weil nicht sein kann, was nicht sein darf − darüber wird nicht diskutiert.
  • Die problematische Position des Priesters als über alle Kritik erhabener „Vater“, dessen Stellung umso unumschränkter erscheint, je mehr er dem Ideal charismatischer Führung nahekommt −  dies wird nicht aufgearbeitet.
  • Auch über die Verheerungen der verdrängten und diskriminierten Sexualität wird möglichst nicht gesprochen, stattdessen auf die Gefährdungen durch vermeintliche oder tatsächliche Auswüchse der sexuellen Befreiung in der säkularer Gesellschaft hingewiesen, womit man sich dann gleich wieder selbst bestätigt, dass eine Diskussion gar nicht nötig ist.

Ein großes Missverständnis herrscht bei manchen Verantwortlichen in der Kirche auch immer noch über das Verhältnis von Missbrauch in Institutionen und Familien.  Im Einzelfall in der Familie missbraucht ein Täter ein Kind oder einige Kinder viele Male, in den kirchlichen Institutionen gelang es den Tätern  viele Kinder über viele Jahre hinweg zu missbrauchen. Dennoch wird immer noch die These von den Einzeltätern vertreten, um zu begründen, dass systemische Fragen gar nicht gestellt werden müssen. Doch es ist kein Zufall, sondern traurige Regelmäßigkeit, dass weltweit in Einrichtungen der katholischen Kirche Serientäter auftraten, die dutzende und hunderte von Kindern missbraucht haben, während aus anderen Institutionen tatsächlich vor allem Einzelfälle bekannt werden.

Dennoch wird immer noch in apologetischer Absicht argumentiert, dass ja absolut gesehen die meisten Missbrauchsfälle im familiären Nahraum vorkommen  – als ob dies die Fälle in den Institutionen irgendwie verringern würde. Jedoch: wir fangen ja gerade erst an, wahrzunehmen, wie viele Fälle von Missbrauch in Institutionen es gab und schlimmstenfalls immer noch gibt. Am Ende könnten sich die bisherigen Annahmen, die von weit über 90 Prozent der Fälle in familiären Nahbereich ausgingen, genauso als falsch erweisen, wie der Mythos, dass weit überwiegend Mädchen Opfer werden von sexueller Gewalt werden. Denn im letzten Jahr haben wir als gesellschaftliche Neuigkeit wahrgenommen, dass Jungen in erhebliche Zahl Opfer von sexueller Gewalt werden− gerade in Institutionen. Die Tabuzonen haben wir dabei noch nicht einmal in den Blick genommen: geschlossene Heime, Krankeneinrichtungen und Jugendgefängnisse.

Wie auch immer: gerade Kinder und Jugendliche, die in ihrem familiären Umfeld zu Opfern werden, sind darauf angewiesen, dass die Institutionen, in denen sie sich außerhalb der Familie bewegen, auf die Signale der Kinder achten. Das kann im Kindergarten oder in der Schule sein.

Institutionen, die selbst achtsam und transparent sind, sind am ehesten geeignet Vertrauen zu wecken, Anlaufstelle zu sein, und Unterstützung anzubieten, gerade für Kinder und Jugendliche, die möglicherweise in ihrem Nahfeld Opfer werden. Aufmerksamkeit für die Signale, die Kinder aussenden, denen Gewalt angetan wird, verlangt sensibilisierte Institution, die sich mit ihren eigenen Gefährdungen auseinandergesetzt haben. Zur wirksamen Prävention gehört daher die aktive Auseinandersetzung mit dem institutionellen Versagen der Vergangenheit.

Was wir brauchen, was wir fordern

Seit dem wir angefangen haben in der Öffentlichkeit über das zu sprechen, was uns von Priestern und Verantwortlichen der Katholischen Kirche angetan wurde, fordern wir stets drei Dinge:  Aufklärung, Hilfe und Genugtuung. Daran hat sich auch nach über 14 Monaten nichts geändert.

Für das was geschehen ist, gibt es keine Wiedergutmachung. Zum einen weil die Tat nicht ungeschehen gemacht werden kann, aber vor allem, weil die Zeit, die seit dem vergangen ist, nicht zurückgedreht werden kann. Das heißt aber nicht, dass im Umkehrschluss keinerlei Entschädigung zu zahlen wäre. Eine Anerkennungsleistung – Anerkennung wofür? – schafft keine Genugtuung sondern setzt neue Empörung

Daneben geht es aber auch um eine Haltung des Zuhörens und des Respekts. Um die Frage: was würde euch helfen? – die nie gestellt wurde, in der Vergangenheit nicht, und auch jetzt nicht. Also müssen wir weiterhin fordern. Um uns Gehör zu verschaffen, müssen wir die Öffentlichkeit einsetzen. Es ist das sicher keine neue Erfahrung für eine Betroffenengruppe, aber es ist erstaunlich, wie diese Mechanismen sich stets wiederholen.

Dialog und Diskurs über die Vergangenheit zu sprechen ist nicht einfach. Von den Vertretern der Kirche ist dieser Tage oft zu hören, wie sehr sie sich jetzt der Zukunft zuwenden wollen. Aber die Opfer leben leider mit den Schatten der Vergangenheit weiter. Zur Bewältigung gehört aber das offene Wort dazu. Wir haben die Treffen am Eckigen Tisch als befreiend erlebt. Leider gibt es bis heute kein Forum, in dem sich kirchliche Missbrauchsopfer und Vertreter der Kirchenleitung begegnen.

Man spricht allenfalls über den Missbrauch und das Leiden der Institution als mit den Betroffenen. Auch vom anstehenden Papstbesuch sind bisher keine Signale des Dialogs bekannt.

Was wir also (immer noch) fordern:

Aufklärung

Unabhängige Dokumentation der Vergangenheit, Aufarbeitung und institutionelle Reformen, die einer Wiederholung vorbeugen: das gehört zusammen.  Bisher gibt es dazu erst Ansätze,. Nach dem Blick in die Breite fehlt jetzt die Tiefe.

Dazu gehört auch die Schaffung einer nationalen Beauftragten, ähnlich dem Datenschutzbeauftragten. Eine solche Stelle sollte auch den zahlreichen Selbsthilfegruppen und −einrichtungen als Ansprechpartner im politischen Raum dienen. Diese/er unabhängige Bundesbeauftragte soll sowohl für die Vergangenheitsbewältigung als auch für die Prävention Impulse geben, als Anlaufstelle fungieren und wie ein weithin sichtbarer Leuchtturm die Bereitschaft in die Gesellschaft,  sich diesem schwierigen Thema zu stellen, aussenden, um so den Opfern von gestern und heute zu signalisieren: Wir sind für euch da!

Hilfe

Wir schlagen die Einrichtung einer Art Opfer−Genesungswerk vor, das Betroffenen von sexueller Gewalt bei der Bewältigung des Traumas Unterstützung gewährt, Hilfen vermittelt, sowie jenseits und in Ergänzung der etablierten Hilfesystem, Coaching und Begleitung anbietet bei der Lebensbewältigung. Dieses Werk sollte co−finanziert werden von den Institutionen, in denen Kinder nicht ausreichend geschützt waren und Täter zu lange gedeckt wurden. Darüber hinaus sollten Bund und Länder sich zu einer ausreichenden Finanzierung und Ausstattung von Selbsthilfeeinrichtungen und Initiativen bekennen.

Genugtuung

Eine angemessene Entschädigung, die sich daran orientiert, was den Opfer nützt und hilft und nicht daran, was sich die Institution der Täter leisten will, ist nach wie vor geboten.

Institutionen wie die katholische Kirche mit ihren Gliederungen sollen dabei nicht stellvertretend für den Täter haften, sondern für ihren eigenen Anteil. Hier liegt der Unterschied zu den familiären Opfern, da dort in der Regel nur der unmittelbare Täter Verantwortung trägt. Gemeinsam ist allerdings beiden Situationen, dass die Umwelt, und dass heißt die Gesellschaft ein Mit−Verantwortung trifft für das Wegsehen. Deshalb sollte die Gesellschaft bei diesem Ausgleich mithelfen.

Die Festlegung dieser Entschädigungsleistung für die straf− und zivilrechtlich verjährten Alt−Fälle sollte durch eine unabhängige Kommission und nicht durch die Institutionen selbst erfolgen, um somit auch eine Befriedung im Verhältnis zu den Opfern dieser Institutionen zu erreichen.

Für die Zukunft  braucht es zur Stärkung der Präventionsanstrengungen eine Haftung von Institutionen analog der Haftung von Unternehmungen im Umweltrecht.

Zum Schluss: Was wir uns vom Papst wünschen…

Im Herbst 2011 wird das Oberhaupt der katholischen Kirche Deutschland besuchen und dabei im Bundestag auftreten.  Wir wünschen uns dabei keine weiteren Entschuldigungserklärungen, sondern ein echtes Gesprächsangebot, einen Dialog von Betroffenen und Kirchenoberhaupt.

Dabei würden wir gerne einen Satz hören, den wir so bitter vermissen und den wir in den vergangenen Monaten von keinem verantwortlichen Kirchenmann hier in Deutschland gehört haben:

„Ich übernehme Verantwortung“

Denn es geht um die Verantwortung der Institution Kirche für das, was in ihr und durch sie geschehen ist: Für das Versagen, für das Nicht−Verhindern, für das Verheimlichen, für nicht durchbrochene Ketten weiterer Taten, für das Nicht− Helfen, Nicht−Kümmern um die Opfer, für das Schützen der Täter. Dafür reicht Bedauern nicht aus. „Buße genügt nicht“, haben wir in Paderborn versucht den Bischöfen zu sagen. Verantwortung übernehmen, heißt, den Betroffenen zu helfen, ihre Last zu tragen. Darüber würden wir gerne mit Benedikt XIV. sprechen.

Berlin, 08. Juli 2011

21 Gedanken zu „Eckiger Tisch – ein Jahr danach

  1. Hey Mathias,

    Ganz gut gesprochen. Ich erkenne mich in deine Geschichte so wie wahrscheinlich viele von uns !!.
    Wohin man schaut,Ierland, USA,Belgien,die Niederland, Deutschland; uberall die gleiche Reaktion der Kirche und ihre Vertreter.Sexueller Missbrauch in der Kirche ist ein Phanomen was schon lange zeit jedes Mal wieder auf die Agenda erscheint und in kurzer Zeit wieder verschwindet. Aber ich denke es ist dieses mal anders. Es verschwindet jetzt nicht mehr. Letztes Jahr erscheinen jedes mal neue Nachrichten in die Medien. Es ist nicht zu stoppen!!
    Und wir sollen uns jetzt auch nicht mehr stoppen lassen!!
    Wir mussen weiterhin an alle Turen bleiben klopfen
    Viele grussen aus Holland
    Raymond
    (Gruppe Canisius College Nijmegen )

  2. Hallo Matthias,

    ich denke, du sprichst hier stellvertretend für viele Betroffene. Ähnlich haben wir unsere Forderungen und Erwartungen schon vor geraumer Zeit formuliert. Unsere Bilanz fällt bisher ebenso aus. Daher habe ich mir erlaubt, deinen guten Artikel auf unserer Seite zu verlinken, ich hoffe, das findet deine Zustimmung.

    Lieben Gruß
    Florian

  3. Wir sollten zusammen nach Berlin ziehen! Am 22.09.2011!

    Razinger kommt – wir auch!

    Nur wenn wir wieder und wieder klarmachen – öffentlich und notorisch – dass wir uns NICHT mit einem Dummgeschwätz abspeisen lassen, wenn wir bei unseren Forderungen bleiben, uns weitere Allianzen suchen, wenn wir NICHT mehr allzeit brav, höflich, anständig sind sondern langsam mal laut werden, können wir genügend Druck aufbauen.

    Denn eines ist klar: Die angesprochenen Vertreter von Kirche und Politik haben die Empathie von Amöben und das Schamgefühl der Kastanien vom letzten Jahr!

    Also werden wir sie lehren: Empathie, Scham und – warum nicht? – das Fürchten!

  4. Bitte weitersagen:Am 9.8.2011 um 22.45 kommt in ARD ein weiterer Film über die sexuelle Gewalt an der Odenwaldschule mit Titel „Geschlossene Gesellschaft“-ein Dokumentarfim über 90 Minuten.

  5. Ich erkenne mich auch wieder, obwohl ich nicht Canisianerin war, sondern in einem Exerzitienhaus mit einem recht distanzlosen Jesuiten zu tun hatte.Vor an die 40 Jahren.Das Bistum Aachen ist in dem Fall mitverantwortlich, denn ich habe sofort weitererzählt, was Hochwürden veranstaltet hat und wurde als Lügnerin bezeichnet. Die Beratung sieht so aus, dass man von einem zum anderen geschoben wird, das Problem ist für die Berater ein rein juristisches. Man erzähle, nenne Namen. Und? Habe ich lang und breit gemacht, und weiter?

  6. Steter Tropfen höhlt sogar den Jesuitenstein. Wie mir die Mißbrauchsklamotte geschadet hat: es gibt Menschen, die kommen als Künstler auf die Welt, andere als Philosophen. Andere religiös. Und man kann dann eigentlich im Wesentlichen nicht viel Anderes machen.In den 40 Jahren nach dem Mißbrauch durch einen Jesuiten ,der zu einer Hälfte aus massiver Gehirnwäsche bestanden hat, bin ich 3 mal aus der Kirche ausgetreten, immer auf der Suche nach einem religiösen Zuhause. Bin intolerant in höchstem Maße dem Klerus gegenüber. Aber meine Sehnsucht nach Kirche bleibt. Neben dem Mißtrauen gegenüber Priestern. Sie sind am Altar und ich denke, ist er integer? Per definitionem ist jedes Sakrament gültig, was ein egal wie schlechter Pope spendet..Auch der Gottesdienst. Wer aber sensibel ist, weiß, nichts ist gültig. In der Magie heißt es, dass ein unseriöser Magier oder Magierin den Teufel neben sich hat. Und halt im schwarzen Bereich agiert.

  7. Ich habe nach langem Zögern und Kämpfen letzte Woche meinen Antrag auf Entschädigungszahlung an das Bistum Osnabrück abgeschickt,in dem der Mißbrauch stattgefunden hat.Es ist mir unendlich schwergefallen und ich habe viele Anläufe gebraucht,meine Geschichte zu schreiben.Es war mir fast nicht möglich,das viele Furchtbare und Schreckliche zu Papier zu bringen.Ich beginne noch heute zu zittern,wenn ich daran denke.Aber es stellt sich auch eine gewisse Erleichterung dar.Gleichzeitig habe ich Angst vor der Reaktion der Kirche.

  8. Herzlichen Glückwunsch, zu deinem Mut Bernd Ledig! Die Kirche ist unsensibelund inmenschlich, dass sie Dich und andere diesem Prozedere aussetzt! (´schildern sie bitte möglichtst detailiert..´) und dann so eine lächerliche Summe auszahlt. Hebe keine Angst vorder Reaktion der Kirche!Die können Dir gar nichts mehr! Die sind haben sich schuldig gemacht und machen sich weiter schuldig! Angst haben sollen die! Vor der Wahrheit..

  9. wenn ein bistum sich verantwortlich fühlt, hat man ja glück gehabt.sobald die ansprechpartner hören, es war ein jesuit am werk, wird man abgeschoben. in der aktion ,die pater zollner sj leitet, kommen frauen als opfer nicht vor..ich habe ihn angemailt und gefragt. mal sehen..georg, die haben angst vor der wahrheit…sie h a b e n..

  10. b e r n d l i e d i g, es war doch sicher nicht nur der mißbrauch, der sie zittern läßt? das leben danach mit all seinen hindernissen, die einzig und allein aus diesem mißbrauch stammen, nicht wahr? die geschichte alleine ist doch nicht das problem, sondern erstmal die trübung der eigenen wahrnehmung, man fühlt, es ist kriminell, was der typ veranstaltet und dann kommt ne bibelstelle und du stehst als derjenige da, der nichts kapieren will. die verkaufen einem ihre scheiße als was positives, was du gestörter mensch leider nicht begreifen willst..und das leben geht weiter in diesem stil, du bist der täter, fühlst dich als opfer, giltst aber als täter…so ist es zumindest bei mir. und zuständig ist niemand. amen.

  11. bernd leding, angst vor der reaktion der kirche habe ich nicht mehr. je bescheuerter die reagieren, desto mehr reagiere ich und irgendwann klappt es, da sei sicher. es gibt einen wunderbaren spruch von teresa von avila, die ja nun immer mit einem bein auf dem scheiterhaufen gestanden hat. „gott und ich, das sind schon zwei“…mir wird auch vom täter gesagt, dass ich die sache überbewerte..so ist es. im staatlichen recht ist auch der grad der schädigúng festgelegt bei unfällen. wie sehr die seele leidet, interessiert da nicht.was lese ich doch im letzten pfarrbrief unserer gemeinde von einem laien? „wer uns (die kirche) verläßt, hat nie zu uns gehört.“ na dann…geht mal flott unter und träumt vom aufgang.

  12. Der Papst wird sich wohl an uns nicht die Finger schmutzig machen wollen.
    Immerhin ist er der Nachfolger Jesu, ein ganz hohes Tier also!

  13. Huch, Michael Lehman.Stellvertreter Gottes auf Erden ist er und hat den heiligen Geist mehr als andere, habe ich noch gelernt.

  14. JA und in Bonn war er mein Nachbar und sah noch ganz normal aus, nur dass er Umgang pflegte mit den Patern auf dem Aloisiuskolleg, einer der Jesuitenschulen, in der auch damals schon der Missbrauch herrschte!

  15. Ach, Georg, wie sieht unser Alltag aus, seitdem wir uns mit diesem Teil unserer Vergangenheit befassen?Jesuiten sind und waren überall. Auch an unserer bischöflich privaten Mädchenschule in den 60 ern. NRW.Ungeduldig, ironisch und aggressiv. So war unser Mathelehrer. Gott sei Dank ging er dann nach einem Jahr. Und es kehrte wieder die heile Frauenwelt ein.Meine Erfahrung mit Jesuiten bis heute.Und da sollten die sich mal stark Gedanken drüber machen. Ungeduldig, von oben herab, neben sich stehen und aggressiv. Eine einzige Ausnahme habe ich erlebt.

  16. Wie hies euer Mathelehrer? War es derselbe, dem am Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg die meisten Ûbergriffe zugerechnet wurde? Der kam 1968 und blieb bis 2010!! Hies der vielleicht Pater Stüper SJ, oder Ludger Stüper?

    (Heh, Moderation, die Rechenaufgaben unten werden immer schwieriger! Jetzt sinds schon Mal-Aufgaben! Was kommt als nächstes? Wurzelrechnen?
    Gleichungen?)

  17. Nee, Pater Schmücker. Er war schon auffällig, weil dieser Ton bei uns in der Mädchenschule verpönt war. Aggressive Ausdrucksweise habe ich immer wieder bei diesen geweihten Herren erlebt.Bis heute. Aber auch Ausnahmen. Wenige Ausnahmen. Die Rechenaufgaben sind doch für einen Jesuitenschüler kein Problem. Ihr seid doch die Elite. ;)

  18. Nichts gelernt!

    http://www.samiki.de/bho/dcms/sites/bistum/pfarreien/goemichael/nachrichten.html?f_action=show&f_newsitem_id=13656

    Und wie zivilisiert man sich doch in solchen Kreisen selber feiert:

    ´Nach dem Gottesdienst lud P. Hösl die Anwesenden, darunter auch Bekannte von P. Schneider aus Bonn und anderswo, zu einem kurzen Begrüßungsschluck im Innenhof ein. Natürlich war das eben Erlebte Gesprächsstoff Nr.1….´

    Schön das die Damen und Herren Missbrauchsopfer für ein wenig Gesprächsstoff beim Gläserklirren gesorgt haben..

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