Presseerklärung von Geschädigten zur Initiative der Bundesjustizministerin für die Einrichtung eines Runden Tisches

PRESSEERKLÄRUNG 12.März 2010

Die Gruppe der am Berliner Canisius-Kolleg durch Jesuiten Geschädigten, die von der Rechtsanwältin Manuela Groll vertreten werden, erklärt:

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat anlässlich des in Einrichtungen der katholischen Kirche in jüngster Zeit aufgedeckten massenhaften Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen die Einrichtung eines Runden Tisches vorgeschlagen, um diese Taten aufzuarbeiten und über die Frage der Genugtuung für die Opfer zu sprechen, da diese Taten in der Regel strafrechtlich verjährt sind, eine Bearbeitung durch die Justiz daher nicht mehr möglich und auch eine zivilrechtliche Durchsetzung von Ansprüchen in jedem Fall schwierig und langwierig ist.

Wir sind der Bundesjustizministerin sehr dankbar für dieses Angebot, das den Opfern von damals die Gelegenheit gibt, sich heute Gehör zu verschaffen und dabei mit Vertretern der Kirche und des Jesuitenordens zusammenzukommen.

Statt eines runden schlagen wir allerdings einen eckigen Tisch vor, da wir bei einem solchen Anlass die Verantwortlichen mit unseren Forderungen nach umfassender Aufklärung, Zugang zu den Akten durch unsere Vertreter und finanzieller Genugtuung konfrontieren wollen. Wir hoffen, dass die heute Verantwortlichen sich einem solchem Gespräch nicht verweigern.

Wir möchten, dass die Vertreter der Kirche uns endlich zuhören und Antworten auf unsere Fragen geben, statt immer gleich „Entschuldigung“ zu rufen und uns so erneut ruhig zu stellen.

Da ein solches Zusammentreffen naturgemäß nicht einfach ist – für die Geschädigten nicht und wohl auch nicht für die Organisationen, denen die Täter angehörten und von denen diese Täter lange beschützt wurden – sind wir für das Angebot dankbar, dieses Gespräch durch die Bundesjustizministerin moderieren zu lassen.

www.eckiger-tisch.de Kontakt: mkz@gmx.eu

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