„Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“ benannt

Die nationale Kommission zur Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist berufen worden. Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, gab am Dienstag die Namen der sieben Kommissionsmitglieder bekannt. Der Bundestag hatte sich im vergangenen Sommer für die Einrichtung einer solchen Aufarbeitungskommission ausgesprochen.

Die Einrichtung der Kommission ist ein historischer Schritt. Weltweit einzigartig ist dabei die Einbeziehung familiären Missbrauchs in den Untersuchungsauftrag. ECKIGER TISCH hat seit 2012 immer wieder die Schaffung einer nationalen, unabhängigen Aufarbeitungskommission gefordert und durch seinen Sprecher Matthias Katsch auch aktiv an der Konzeption des jetzt eingerichteten Gremiums mitgewirkt.

Wir begrüßen die Einsetzung der Kommission und hoffen, dass hierdurch das Ausmaß, die Verantwortlichkeiten und die strukturellen Ursachen von sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen aufgedeckt werden. Dazu sind aber auch weiterhin unabhängige Ermittlungen vor Ort notwendig, wie der Fall Regensburg gerade sehr deutlich macht. Auch im Falle des Serientäters Riedel und des Bistums Hildesheim wäre ein solcher Schritt angebracht, um Verantwortlichkeiten aufzudecken.

Nur im Zusammenwirken von Ermittlungen vor Ort und nationaler Aufarbeitung kann es gelingen, die vielen dunklen Ecken in der Gesellschaft endlich aufzuhellen, in denen Kinder und Jugendliche Opfer von sexueller Gewalt wurden und werden.

 

Die Mitglieder der „Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“, v.l.n.r.: Dr. Christine Bergmann, Prof. Dr. Jens Brachmann, Brigitte Tilmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende der Kommission), Prof. Dr. Peer Briken, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Prof. Dr. Heiner Keupp ©Christine Fenzl
Die Mitglieder der „Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“ (v.l.n.r.):   Dr. Christine Bergmann, Prof. Dr. Jens Brachmann, Brigitte Tilmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende der Kommission), Prof. Dr. Peer Briken, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Prof. Dr. Heiner Keupp     (Foto: Christine Fenzl)