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07. März 2013

Papst Franziskus, fürchten Sie sich nicht: Öffnen Sie die Akten!

14. März 2013

Dem neu gewählten Papst aus Lateinamerika möchte man zurufen:

„Öffnen Sie nicht nur die Fenster, öffnen Sie die Türen des Vatikans für unabhängige Untersuchungen. Öffnen Sie die Akten zu Missbrauch im Vatikan! Trauen Sie sich, nach den tieferen Ursachen zu fragen und sich den Konsequenzen für Ihre überkommende Sexualmoral und Ihre Organisationsformen zu stellen.

Treffen Sie sich mit Betroffenen von Missbrauch in Ihrer Kirche ohne Protokoll und ohne ängstliche Geheimhaltung.

Geben Sie Ihren Mit-Bischöfen ein mutiges Vorbild im Umgang mit der dunklen Vergangenheit des Missbrauchs und bieten Sie den Betroffenen von sich aus eine angemessene Entschädigung an.

Geben Sie ein starkes Zeichen der Umkehr.

Ihr heutiger Auftritt hat viele Hoffnungen geweckt, die Bescheidenheit im Auftritt, die Demut, die Geste der Segnung durch das Volk…

Viele von uns, sind sehr skeptisch, oder erwarten nichts mehr. Aber: Wir sind tatsächlich gespannt. “

 

Agenda für einen neuen Papst: Aufarbeitung, Hilfe und Entschädigung für die Kirchenopfer

08. März 2013

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Für einen glaubwürdigen Neuanfang und eine wirksame Prävention von sexuellem Missbrauch sind  eine breite Diskussion der Ursachen und eine Erneuerung der Hierarchie der Katholischen Kirche notwendig, die an der Verheimlichung und Vertuschung mitgewirkt hat.  Dazu gehört unbedingt eine Öffnung der Akten des Vatikans zu sexuellem Missbrauch für unabhängige Untersuchungen.

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„Täter verloren Kontrolle“

07. März 2013

Das Institut für Praxisberatung und Praxisforschung hat heute in München die Studie “Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal” vorgestellt. Auf 155 Seiten beschreibt der Bericht das “„System der Gewalt und der Unterdrückung“ im Kloster Ettal.

Aufarbeitung, Hilfe, Genugtuung: Wir stehen immer noch am Anfang!

24. Februar 2013

Anlässlich des Bilanztreffens des Runden Tisches der Bundesregierung am 20. Februar 2013 in Berlin hat Matthias Katsch diese Rede gehalten.

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Nach dem Scheitern der Selbst-Aufarbeitung: ECKIGER TISCH fordert erneut unabhängige Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen der Katholischen Kirche

09. Januar 2013

UAMKK

Seit drei Jahren fordern wir eine nachhaltige Aufarbeitung der zahlreichen Missbrauchsfälle in Einrichtungen der Katholischen Kirche. Weder der Runde Tisch noch die von der Kirche selbst in Auftrag gegebenen Studien haben dies bisher leisten können.

Jetzt wird es Zeit, dass die Öffentlichkeit, das heißt das Parlament, das Thema in die Hand nimmt.

Pressemitteilung vom 9. Januar 2013

 

 

ECKIGER TISCH fordert die zeitnahe Einrichtung einer „Unabhängigen Untersuchungs- und Anlaufstelle für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche (UAMKK)“

25. Januar 2012

UAMKK

Pressemitteilung

1. Zwei Jahre nach den ersten Veröffentlichungen liegen noch immer keinerlei detaillierte Zahlen und Informationen über das Ausmaß der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland vor.

Dass es auch anders geht, hat das Vorgehen in den Niederlanden gezeigt. Hier wurde im Dezember 2011 das Ergebnis der so genannten Deetman-Komission veröffentlicht. Diese unabhängige Untersuchung kam zum Ergebnis, dass etwa 10.000 bis 20.000 Menschen zwischen 1945 und 1981 in den Niederlanden von Missbrauch in katholischen Institutionen betroffen waren. 800 Täter sind dort bisher identifiziert worden.

Diese Untersuchung im kleinen Nachbarland hat das erschreckende Ausmaß institutionellen Versagens beim sexuellen Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche konkret deutlich gemacht. In der Konsequenz wurden Entschädigungssummen zwischen 25.000 und 100.000 Euro empfohlen.

2. Die Betroffenen der katholischen Kirche werden von Politik und Gesellschaft allein gelassen mit „ihrer“ Täter-Institution.

Das Vorgehen in den Niederlanden führt gleichzeitig vor Augen, in welcher fachlich und menschlich absolut inakzeptablen Situation sich die Missbrauchsbetroffenen aus katholischen Institutionen in Deutschland befinden: Da es keine unabhängige Anlaufstelle gibt, müssen sie sich an die Institution selbst – also die katholische Kirche – wenden, um Ihre Anliegen zu formulieren. Es handelt sich hierbei um dieselbe Institution, die bis zum Januar 2010 vorsätzlich jegliche Thematisierung, Aufdeckung, Aufarbeitung oder gar Hilfen für die Betroffenen verhindert hat.

3. Daher fordert ECKIGER TISCH die zeitnahe Einrichtung einer „Unabhängigen Untersuchungs- und Anlaufstelle für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche (UAMKK)“.

Die Betroffenen sollen hier erstmals Gelegenheit haben, konkrete Angaben zu ihrem Missbrauch zu machen. Diese biografischen Einzelschicksale sollen wissenschaftlich ausgewertet werden. Die konkreten Angaben der Betroffenen – auch Angaben zu den Tätern – sollen systematisch gesammelt und ausgewertet werden. In einer Dunkelfeldstudie soll untersucht werden, welches zahlenmäßige Ausmaß die Missbrauchsfälle in Deutschland hatten. Ein detailliertes Konzept für diese Anlaufstelle ist in Arbeit (siehe Grafik). Dass es bei dieser notwendigen Aufarbeitung nicht nur um die ferne Vergangenheit geht, zeigen beispielhaft die aktuellen Vorgänge um das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten, die bis heute für Schlagzeilen sorgen.

4. Die im vergangenen Jahr von der katholischen Kirche einseitig festgelegte Anerkennungsprämie für die Missbrauchstaten ihrer Priester von „bis zu 5.000 Euro“ ersetzt keine echte Entschädigung, die auf der Grundlage der unabhängigen Untersuchung festgelegt werden sollte.

Auf Grundlage der unabhängigen Untersuchungsergebnisse muss über eine angemessene Entschädigung für den zugefügten Schaden gesprochen werden. Ein solches Vorgehen entspräche dem vom Runden Tisch Kindesmissbrauch in seinem Abschlussbericht empfohlenen Verfahren – im Unterschied zur einseitigen und willkürlichen Festsetzung eines Betrags durch die betroffene Institution.

Viele der Betroffenen haben wohl auch deshalb darauf verzichtet, sich bisher dem würdelosen und traumatisierenden Antragsverfahren der katholischen Kirche in Deutschland zur Erlangung der „Missbrauchsprämie“ auszusetzen.

5. Die Betroffenen des ECKIGEN TISCHES wiederholen ihren Vorschlag der Einrichtung einer Art “Opfergenesungswerk” für Betroffene sexuellen Missbrauchs. Denn bis heute gibt es – mit Ausnahme des öffentlichen Gesundheitssystems – keine spezifischen Hilfsangebote für die Betroffenen. Für weitere Hilfen müssen die Betroffenen wiederum mit der Institution in Kontakt zu treten, die zuvor an ihnen „das zweite Verbrechen“ des Vertuschens und Verheimlichens verübt hat.

In Ergänzung zur Arbeit der zu schaffenden „Unabhängigen Untersuchungs- und Anlaufstelle Missbrauch in der Katholischen Kirche (UAMKK)“ soll dieses Opfergenesungswerk gerade den langjährigen Betroffenen von sexueller Gewalt Unterstützung bei der Bewältigung des Traumas bieten, Hilfen vermitteln sowie in Ergänzung der etablierten Hilfesysteme Coaching und Begleitung bei der Lebensbewältigung anbieten.

Das Opfergenesungswerk sollte co-finanziert werden von den Institutionen, in denen Kinder nicht ausreichend geschützt waren und Täter zu lange gedeckt wurden. Eine Zusammenarbeit mit anerkannten Fachstellen und Experten für die Folgen von sexuellem Missbrauch an Kindern soll eine hohe fachliche Qualität sicherstellen.

6. Wie es uns heute geht

Die Missbrauchsbetroffenen der katholischen Kirche haben vor zwei Jahren die intensive Debatte zum Missbrauch in Institutionen und darüber hinaus in Gang gesetzt. Im Zuge dieser breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung wurden die Opfer von Missbrauch im familiären Bereich endlich angemessener wahrgenommen. Wir sind sehr froh, dazu beigetragen zu haben. Seitdem ist viel über Prävention und für die Zukunft debattiert und beschlossen worden.

Doch die Anliegen der vielen tausenden Betroffenen im Bereich der katholischen Kirche, deren mutiges Durchbrechen des von der Kirche jahrzehntelang beförderten Schweigens der Auslöser für diese Debatte war, sind dabei in den Hintergrund gerückt. Stattdessen prägen die Interpretationen der Vertreter der Täterorganisation zunehmend die öffentliche Debatte und Wahrnehmung.

Diese Erfahrung droht viele der Betroffenen erneut zu traumatisieren und endgültig zum Schweigen zu bringen. Viele von ihnen haben sich bereits resigniert zurückgezogen. Andere fragen sich, ob der Preis für die Wahrheit über die Vergangenheit, die sie in Form einer Erschöpfungsdepression und anderer posttraumatischer Belastungssymptome heute bezahlen, am Ende nicht zu hoch war.

Rückzug und Schweigen – das darf nicht am Ende dieses anstrengenden Prozesses für die Betroffenen stehen. Deshalb arbeitet der ECKIGE TISCH – inzwischen als eingetragener Verein – weiter für eine angemessene Aufarbeitung des Skandals des Missbrauchs in der katholischen Kirche.

Matthias Katsch

Sprecher / ECKIGER TISCH

Download der Presseerklärung

Stellungnahme zum Treffen des Papstes mit fünf Missbrauchsopfern

24. September 2011

Wir versuchen seit 18 Monaten, in einen Dialog mit den Verantwortlichen der Kirche zu treten − leider ohne wirklichen Erfolg. Nun heißt es, Papst Benedikt XVI. hat sich mit einigen Betroffenen von sexuellem Missbrauch getroffen. Das ist hoffentlich eine gute Nachricht für diese Betroffenen und wir freuen uns, wenn Ihnen dieses Zusammentreffen hilft.  Wir sind auch froh, dass bei dieser Gelegenheit das Engagement von Menschen gewürdigt wurde, die mit Betroffenen sexueller Gewalt in der Kirche professionell umgehen.

Wir bedauern, dass unsere Bitte zu einem Dialog über die systemischen Ursachen sexueller Gewalt in der Kirche nicht gehört wurde und ein Gespräch mit dem Papst nicht möglich war. Erneut erleben wir die Kirche als „vermachtete“ Institution, an der wir abprallen wie von einer Wand.

Es heißt, der Papst sei von dem Treffen tief bewegt gewesen. Dies glauben wir gern. Wir sind gespannt, ob Benedikt XVI. sich auf sein „hörendes Herz“ verlässt und sich daraufhin in den nächsten Tagen zu seiner institutionellen Verantwortung für das Leid von Kindern und Jugendlichen in seiner Kirche äußern wird. Es geht nicht bloß um „Unkraut“, dass gejätet werden muss, wie er sich im Olympiastadion ausdrückte. Es geht um gewalttätige Strukturen in der Kirche, die Missbrauch begünstigt und das zweite Verbrechen, das der Vertuschung, ermöglicht haben.

Für uns ist auf unserem Weg der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit auch eine Etappe zu Ende gegangen. Wir müssen anerkennen, dass die römisch-katholische Kirche in unserer Gesellschaft eine solche Machtposition aufgebaut hat, dass sie auch weitgehend ohne Dialog mit ihren Opfern auskommt – und wie es scheint, auch mit immer weniger Dialog mit ihren engagiertesten Mitgliedern. Doch dies müssen diese für sich klären.

Wir werden nicht weiter den Unwilligen hinterherlaufen und unsere Kräfte dabei verschleißen, Anerkennung von denen zu erreichen, die fest entschlossen sind, unsere drängenden Fragen zu überhören. Vielmehr werden wir uns darauf konzentrieren, Zukunft zu bauen für uns und für andere. Wir haben die Opferrolle abgelegt und wollen stattdessen selbstbewusst, aufrecht und mit unseren Beschädigungen im Gepäck  voranzugehen – ohne zornigen Blick zurück, auch wenn es schwer fällt.

Matthias Katsch

Sprecher ECKIGER TISCH

23. September 2011

 

ECKIGER TISCH in den Medien

24. September 2011

ARD (22.09.2011): Matthias Katsch live aus dem Deutschen Bundestag kurz vor der Rede des Papstes

ZDF (23.09.2011): Matthias Katsch im ZDF-Morgenmagazin live aus Erfurt

ZDF (23.09.2011): Matthias Katsch live aus Erfurt im Interview mit ZDF-Chefredakteur Peter Frey

ZDF / Frontal 21 (20.09.2011): “Proteste und Begeisterung – Der Papst kommt”

DEUTSCHE WELLE (22.09.2011): “Die Kirche und der Missbrauchsskandal”

FRANCE 24 (22.09.2011): “Sex abuse scandals cast shadow over Pope’s visit”

SPIEGEL-Redakteur Peter Wensierski in der ARD-Live-Übertragung von der Abreise des Papstes (25.09.2011)

ECKIGER TISCH zum Papstbesuch

22. September 2011

Verantwortung statt Entschuldigung!

Entschädigung statt „symbolischer Gesten“!

Buße allein genügt nicht!

Wir wünschen uns vom Papst bei seinem Auftritt in Berlin keine bloßen Entschuldi­gungserklärungen, sondern ein klares Bekenntnis zur Verantwortung. Gerne würden wir dabei einen Satz hören, den wir so bitter vermissen und den wir in den vergangenen Monaten von keinem verantwortlichen Kirchenmann hier in Deutschland gehört haben: „Ich übernehme Verantwortung“!

Denn es geht um die Verantwortung seiner Institution Kirche für das, was in ihr und durch sie geschehen ist: Für das Nicht-Verhindern von Wiederholungs­taten, für das Nicht-Kümmern um die Opfer und für das weltweite Schützen der Täter. Dafür reicht Bedauern nicht aus. „Buße allein genügt nicht“ haben wir in Pader­born versucht den deutschen Bischöfen zu sagen, ohne angehört zu werden. Jetzt haben wir vergeblich auf ein Dialogangebot durch das Kirchenoberhaupt gehofft.

Verantwortung zu übernehmen heißt aus unserer Sicht auch, den Betroffenen tatsächlich eine angemessene Entschädigung anzubieten. Die angebotene „symbolische Zah­lung von maximal 5.000 Euro“ anstelle einer Entschädigung ist für die Betroffenen nicht angemessen. Der Umgang der katholischen Kirche mit den Betroffenen ist für viele ein weiterer Schlag ins Gesicht. Aus diesem Grund sind sehr viele Betroffene aus Enttäuschung und Wut in ein verzweifeltes Schweigen verfallen, nur wenige Betroffene haben das „Angebot“ der Kirche, „einen Antrag zu stellen“, angenommen.

Darüber hätten wir gern mit Benedikt XIV. gesprochen.

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